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NDC – Namib Desert Challenge 2012

17 April 2012 Ein Kommentar PDF Drucken Drucken

Namib Desert Challenge – 228km an fünf Tagen

Team androgon war dabei, ein Abenteuer – nicht nur für Extremsportler

Die Anreise nach Namibia verlief entspannt, morgens um kurz nach sieben bei strahlendem Sonnenschein betraten wir das Land, in dem Deutschland vor langer, langer Zeit seine Spuren hinterlassen hatte. Sonne, Wüste und Wettkampf sollten jetzt unser nächster Schwerpunkt sein.

Am Flughafen wartete schon unser Transferbus von Kinetic Events, dem Ausrichter der Namibia Desert Challenge und sollte uns jetzt in den nächsten 6 Stunden an eines der heißesten und schönsten Gebiete in Namibia bringen. Wir waren jetzt nicht mehr allein! Als wir den wartenden Bus am Flughafen bestiegen, saßen schon Sportler aus allen Teilen der Welt auf ihren Plätzen und begrüßten uns.

Jetzt ging die Fahrt gen Sossusvlei, einem der schönsten Nationalparks Namibias, in dem unser Wettkampf stattfinden sollte. Nach einer Stunde Fahrt begegneten wir dem zweiten Bus von Kinetic Events und fuhren jetzt im Konvoi Richtung Süden.

Ziel Sossusvlei Lodge erreicht

Am Zielort musste es jetzt schnell gehen: Startunterlagen entgegennehmen, Notfallnummern aufschreiben, Notfallausrüstung abnehmen lassen und unnötiges Ausrüstungsmaterial und Koffer in der Sossusvlei Lodge lassen. Nur eine kleine Tasche mit der Wettkampf-Ausrüstung durfte mit in unser Camp genommen werden, welches jetzt für die nächsten 5 Nächte unser Zuhause sein sollte. Je zwei Mann sollten sich ein Zelt teilen, die Wahl fiel nicht schwer – mein androgon-Team-Kamerad war der Auserwählte.

Nach dem Beziehen des Verfügungsraumes im Camp gab es ein erstes Briefing und ein Festmahl in der der Sossusvlei Lodge, dem letzten Hotel vor der Wüste. Ein fantastisches Begrüßungs-Essen und ein einzigartiges Ambiente unterm Himmelszelt warteten auf uns. Doch hoffentlich keine Henkersmahlzeit?!

Soweit so gut…aber womit jetzt niemand gerechnet hatte, auch nicht die Wettkampfleitung, war stark einsetzender Regen. Böse große Wolken zogen plötzlich über der Wüste auf und schütteten all ihr Wasser auf uns nieder. Weder die Sonnenschutzüberdachungen noch die Zelte waren wasserdicht. Sollten wir unseren Sonnenschutz und unsere Wettkampfkleidung, die bis zu UV Schutzfaktor 50 reichte, etwa umsonst mitgebracht haben?

Niemand der 40 Wettkämpfer hatte Regenschutz dabei und es kam, wie es kommen musste: Schon nach kurzer Zeit konnte auch der Boden, auf dem die Zelte standen, kein Wasser mehr aufnehmen. In der Wüste regnet es allgemein extrem selten und wenn überhaupt, dann nicht in diesem Ausmaß. Was nun…?

 

Tag 1 – Regen

Die erste Nacht war „feuchtfröhlich-kalt” und ohne richtigen Schlaf. Um 05:45 wurden wir geweckt und um Punkt 07:00 fuhren die Busse zu unserem ersten Start. Es regnete noch immer, dichter Nebel lag über der Wüste, heute nur ein klassischer Marathon von 42,2Km querfeldein bei unüblich kühlen Temperaturen…

Nach dem Startschuss löste sich sehr schnell eine erste Gruppe von 5 Läufern – erst einmal Abwarten was einen so erwartet und das Tempo nicht zu scharf angehen – die Südafrikaner, Australier und Spanier haben mit der Beschaffenheit des Geländes mehr Erfahrung…

Die Landschaft war faszinierend, trotz des Regens und des Bodennebels. Es war zudem außergewöhnlich und einzigartig zugleich, bei diesen Bedingungen durch die Wüste zu laufen. Darauf werden andere Wettkämpfer erst wieder 50 Jahre warten müssen. Aber andererseits mutet es schon sehr eigenartig an - auch der „Marathon des Sables“ und der „100 km del Sahara“ sind 2012 buchstäblich ins Wasser gefallen…

Ins Wasser gefallen sind auch unsere Laufschuhe, an jedem Checkpoint musste  erst einmal  das Wasser aus den Schuhen gekippt werden, die Schuhe glichen einer Karaffe.

Trotzdem machte es riesigen Spaß, an Orten zu laufen, die wahrscheinlich nie ein Tourist je betreten wird. Das Ziel war am ersten Tag die uns schon bekannte Sossusvlei Lodge, in der Nähe unseres Camps. Team androgon belegte Platz 7 und Platz 21. Wir haben die vielen Eindrücke sehr genossen und fühlten uns trotz Schlafmangel gut und unverbraucht.

Am Abend gab es dann schließlich noch ein Briefing und als Belohnung ein außergewöhnliches Abendessen – von Springbock bis Kudu und anderen Köstlichkeiten, die die Region Sossusvlei zu bieten hat.

Die zweite Nacht war auch wieder schwierig, es regnete stark und  die Wassersäule unserer Zelte schien wirklich nicht für Regen ausgelegt zu sein. Dazu kam noch, dass zwei Männer über 190cm ein Zwei-Mann-Standard-Zelt etwas beengt aussehen lassen. Ein zweites Zelt musste her!  Zum Glück hatte ich noch eine zweite Laufgarnitur in meiner wasserabweisenden Tasche und konnte zumindest in halbwegs trockener Kleidung starten. Die meisten Sportler mussten allerdings wiederum in ihre nasse Kleidung steigen. Auch waren die Laufschuhe einfach nicht trocken zu bekommen…Somit war diese Nacht auch wieder ohne Tiefschlafphase zu Ende gegangen…Nun gut, wir wollten ja schließlich Abenteuer, sonst hätten wir auch in Dortmund, Bremen oder München einen Marathon laufen können!

 

Tag 2 – Regen

Wecken und Abmarschbereitschaft wie am ersten Tag. Die Busse warteten auf uns um 07:00 und brachten uns zum zweiten Start.

Heute warteten 45km auf uns. Die Strecke war wieder sehr abwechslungsreich. Außerdem würden wir heute die ersten roten Dünen sehen. Der Trail sollte uns aber auch durch eine abgesoffene Wüste führen. Auch hiermit hatte keiner gerechnet. Wieder nasse Füße, dafür waren die Wüstengamaschen nicht notwendig – der Sand war feucht, dafür nicht staubig. Ein sagenhafter Tag wartete auf uns, trotz Regen, Wasser und Nebelbänken. Dieser Tag war bestimmt von vielen Höhenmetern, endlosen Weiten und viel Sand.

Auch am zweiten Tag setzten sich zwei besonders herausragende Athleten an die Spitze, die den Wettkampf wohl unter sich entscheiden wollten: Dirk Cloete aus Südafrika und Richard Gannon aus England, die diese Martathon-Trails immer um die 3 Stunden liefen, gefolgt von dem 24-jährigen Südafrikaner Tiaan Erwee .

 

Tag 3 – Ein Tag mit Sonne – da war sie endlich!

Wieder brachten uns die Busse an einen uns unbekannten Ort – Ziel war heute unser Camp. Endlich war der Regen vorbei, die Sonne lachte uns an und alles erstrahlte um uns herum. Plötzlich war die Wüste wie in Farbe getaucht. Der Trail führte heute nicht durch den Nationalpark, dennoch querfeldein.

Wieder mussten einige Höhenmeter bezwungen werden. Ein Checkpoint konnte leider von den ersten Läufern nicht gefunden werden und wurde erst später richtig ausgeschildert, dies bedeutete zusätzliche Minuten und Kilometer für Team-androgon und einige andere Läufer. Die Sonne machte den 42km Trail zu einem bild-gewaltigen Erlebnis. Ein Läufer vom Team-androgon konnte an diesem Tag mit Platz 6 abschließen. Dies bedeutete: zeitig bei Sonne im Camp. Endlich können Zelt, Schuhe und Laufutensilien getrocknet werden.

 

 

 Tag 4 – Und die Sonne schien immer noch.

Der vierte Tag sollte uns 55km abfordern. Team-androgon beschloss, den Trail gemeinsam nur zu gehen, um in Ruhe die einzigartige Landschaft der Namib Wüste mit seinen Canyons, ausgetrockneten Flussläufen, Sanddünen, von Sonne und Wind bearbeiteten und zerklüfteten Gesteinen , Bäumen und Pflanzen in unzähligen Bildern und Filmen festzuhalten. Höhepunkt des Tages war die Besteigung der „Düne 45“ kurz vor dem Etappenziel.

Die Fotos und Filme können auf www.androgon.com unter dem Reiter “Fotostrecken” unter “Namib Desert Challenge 2012″ sowie „androgonmagazin“ bei Flickr http://www.flickr.com/photos/androgon/sets/72157629264659678/  und Youtube angesehen werden.

 

Tag 5 – Endspurt

Der fünfte Tag wurde von der Wettkampfleitung Kinetic Events etwas umgestaltet. Aufgrund des unplanmäßig vielen Wassers, das in den letzten Tagen gefallen war, konnten die sonst ausgetrockneten Salzseen und Flussläufe nicht überquert werden. Leider fiel damit auch die Besteigung von “Big Daddy” aus – der höchsten Düne der Welt! Statt dessen hatten die Veranstalter ein anderes beeindruckendes Lauf-Panomara zusammengestellt. Nach ca.14km gerader und flacher Laufstrecke folgten etliche Dünenüberquerungen. Es ging auf und ab durch den warmen roten Wüstensand. Unvergessene Bilder prägten sich tief in unser Gedächtnis ein. Wüstensand und Trails, die Touristen nie zu Gesicht bekommen werden. Team-androgon beschleunigte am letzten Tag noch einmal und  belegte Platz 3 und Platz 15.

Den Gesamt-Wettkampf haben aber schließlich Dirk Cloete aus Südafrika und Richard Gannon aus England unter sich entschieden. Erster wurde Dirk Cloete, der die fast 230 Kilometer in einer Gesamtzeit von 15:48 Std absolvierte, gefolgt von Richard Gannon mit knapp 24 Minuten Abstand 16:12 Std über die fünf Tagesetappen. Ein unglaublich spannendes Rennen! Auf dem 3.Platz konnte sich der 24-jährige Südafrikaner Tiaan Erwee halten. Aber auch Werner Stucky, ein Südafrikaner mit deutschen Wurzeln, der mit seinen drei Söhnen Leo, Reiner und Rolf startete und gemeinsam das letzte Etappenziel erreichte, feierte einen persönlichen Sieg.

Alle Ergebnisse sind unter http://www.namibdesertchallenge.com/node/66  nachzulesen.

NDC 2012 – ein Resume`

Diese Veranstaltung war und ist eine Perle unter den Ultraläufen! Ein absolutes Muss für Extremsportler, aber auch für Läufer, die naturverbunden sind und das Besondere zu schätzen wissen. Denn man muss nicht immer der Erste sein, um zu gewinnen. Ein unverwechselbares Erlebnis der Superlative und kein Vergleich zu einer Massenveranstaltung wie „Marathon des Sables“.

Die Kameradschaft war beeindruckend; es wurden zwar viele unterschiedliche Sprachen gesprochen, aber Sport verbindet - alle fühlten sich wie in einer großen Familie. Nach unseren gemeinsamen Abendessen führten wir stets noch nette und informative Gespräche am Lagerfeuer.

Insgesamt ist Team-androgon sehr gut durch die fünf Etappen gekommen. Allerdings wenn die Temperaturen täglich bei 50Grad gewesen wären und sich die Wüste nicht durch den Regen so abgekühlt hätte, wären wir mit Sicherheit nach dem fünften Tag nicht so entspannt gewesen. Ausfälle gab es so gut wie keine; letztes Jahr waren es laut Veranstalter allein 15 am vierten Tag. Einige Teilnehmer waren schon voriges Jahr mit dabei, auch dieses spricht für sich selbst.

Das deutsch, englisch und afrikaans sprechende Organisations-Team von Kinetic Events trug einen sehr wesentlichen Teil dazu bei, dass die NDC 2012  zu einem unvergessenen Erlebnis wurde. Letzteres schuf trotz der Witterung exakte und flexible Rahmenbedingungen, organisierte die Running-Trails neu und sorgte zudem für ein äußerst hochwertiges Begleitprogramm. Jeden Abend gab es ein informatives Briefing, das auf die Besonderheiten und Änderungen der Tagesetappen detailliert einging. Danach folgte ein Dinner unter freiem Himmel, das sich sehen lassen konnte. Jeder konnte hier seine verlorenen Kalorien durch kulinarische Delikatessen des Landes wieder auffüllen. Die letzte Nacht wurde im Luxus Hotel “Sossusvlei Lodge” in wunderschönen alleinstehenden Hütten verbracht – mit Blick auf die jungfräulich wirkende Natur. Höhepunkt und Abschluss des Events war ein kulinarisches Candle-Light-Dinner mit allen Wettkämpfern und Betreuern mitten in der Wüste unterm Sternenhimmel.

Die nächsten androgon Wettkämpfe/ next competition:
http://www.joberg2c.co.za/
http://www.kvnro.nl/tmpt
http://www.italianraidcommando.it/it/
 
(rz)

Weitere Bilder unter: http://www.flickr.com/photos/androgon/sets/72157629264659678/ und unter Reiter Fotostrecken folgen.

sponsored by:
Montane: http://www.montane.co.uk/
INOV-8 http://www.inov-8.com/New/UK/index.asp?L=26
 
Dune 45: http://youtu.be/05ARvMCHvOo
More Videos/ Weitere Videos unter: YOUTUBE: androgonMagazine: http://www.youtube.com/user/androgonMAGAZINE?ob=0&feature=results_main


Weitere Informationen unter:

http://www.namibdesertchallenge.com/

http://www.androgon.com/8280/sport/extremsport/namib-desert-challenge-2012

http://twitter.com/intent/user?screen_name=androgonlive

http://www.sossusvleilodge.com/index.html

http://www.sossusvleilodge.com/maps_sossus.html

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

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