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High Risk für Leistungssportler

3 Mai 2012 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Angeborener Herzfehler oder Herzmuskelentzündung

Die Volksmeinung ist mit ihrer simplen These von „Sport ist Mord“ auf der momentanen Gesundheitswelle wenig en vogue, hat in mancher Hinsicht jedoch nicht ganz unrecht. Denn immer wieder hört man in letzter Zeit von Todesfällen hervorragend trainierter Leistungssportler. So erschütterte erst kürzlich der plötzliche Herztod eines Fußballprofis die Fan-Gemeinde in Italien, als der 25jährige Piermario Morosini vom AS-Livorno während eines Spiels zusammenbrach und nicht mehr wiederbelebt werden konnte. Es stellt sich dabei natürlich die Frage, wie konnte dies so plötzlich passieren? Welches könnten die Ursachen dafür sein?

Im Folgenden wurde von Lifestyle-Magazin von t-online ein versierter Mediziner, Prof. H. J. Trappe von der Ruhruniversität Bochum und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, dazu näher befragt:

Auch wenn Fälle wie der von Piermario Morosini erschüttern: Tatsächlich sind Todesfälle durch plötzlichen Herztod bei so jungen Menschen selten. Die Zahl wird auf ein bis zwei Todesfälle pro 100.000 Personen geschätzt. Erst jenseits des 35. Lebensjahres steigt das Risiko an, wenn die Herzkranzgefäße durch ungesunde Lebensweise geschädigt sein können. In der Folge kann dann ein Herzinfarkt auftreten. Anders bei jungen Menschen: „Bei jüngeren Menschen hat der plötzliche Herztod im Wesentlichen zwei Ursachen“, sagt Professor Trappe. „Die so genannte hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), also eine angeborene Herzerkrankung, und eine verschleppte Herzmuskelentzündung.“ Deshalb sollten auch ambitionierte Freizeitsportler ihr Herz checken lassen.

Gefahr für untrainierte Sportler

Denn bleibt die Herzerkrankung unentdeckt, kommt es zu einer fatalen Entwicklung: Unter Belastung beginnt das Herz mit einer Frequenz von 150 bis 300 Schlägen pro Minuten zu rasen. Schließlich geht das Herzrasen in eine völlig ungeordnete elektrische Erregung über und das Herz zuckt nur noch. Dieses so genannte Kammerflimmern führt bei Nichtbehandlung binnen weniger Minuten zum Tod. Die einzige Rettungsmöglichkeit besteht in einer sofortigen Defibrillation, bei der das Herz mittels Defibrillator wieder zum Schlagen gebracht wird. Herzspezialist Trappe zufolge sind Leistungssportler jedoch nicht stärker gefährdet als Freizeitsportler – im Gegenteil: „Untrainierte, die plötzlich einen Marathon laufen, haben ein besonders hohes Risiko“, so der Mediziner.

HCM – wenn der Blutfluss blockiert wird

HCM ist die häufigste Ursache für einen plötzlichen Herztod beim Sport. Bei Menschen, die viel Sport treiben, passt sich der Herzmuskel an die intensive Trainingsleistungen an, indem er gleichmäßig wächst. Wächst der Herzmuskel unregelmäßig, kann es gefährlich werden. Schuld daran ist nicht falsches Training, sondern eine Genmutation, die meist unentdeckt bleibt. Durch die asymmetrische Verdickung der Scheidewand von linker und rechter Herzkammer kann der Blutfluss aus der linken Herzkammer in die Hauptschlagader blockiert werden. Bei starker sportlicher Belastung kann das tödlich enden.

Warnzeichen werden häufig ignoriert

Ganz ohne Vorwarnung tritt der plötzliche Herztod allerdings nicht ein. Die Warnzeichen werden jedoch häufig ignoriert. Dies sind insbesondere Luftnot, ein Druckgefühl in Brust oder Schultern sowie Herzstolpern oder Herzrasen. Da die Beschwerden zunächst nur unter Belastung auftreten und anschließend verschwinden, werden sie nicht ernst genommen. So kann es sein, dass bei der nächsten Belastung der plötzliche Herztod eintritt.

Nach einem Infekt auf Sport verzichten

Um das Risiko einer Herzmuskelentzündung zu verringern, rät Trappe, nach fieberhaften Infekten drei bis vier Wochen lang auf Sport zu verzichten. Ob das Herz der Belastung gewachsen ist, lässt sich am Ruhepuls feststellen. Dieser ist nach dem Infekt noch einige Zeit erhöht. Hat er wieder normale Werte erreicht, die etwa im Bereich 50 bis 80 Schläge pro Minute liegen, kann wieder mit dem Training begonnen werden.

(wz)

Weitere Informationen:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/article/401644/deutschland-braucht-defibrillatoren.html
http://www.marienhospital-herne.de/index.php/prof-dr-trappe.html
 

 

 

Bildquelle: androgon & http://www.flickr.com/photos/medicatradefair/6689000471/

Quelle: http://lifestyle.t-online.de/wenn-sportler-ploetzlich-sterben/id_55668112/index

 

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