Home » Film, leben

Engel aus Eisen

14 Mai 2012 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Beklemmendes Sozialdrama im geteilten Nachkriegs Berlin

„Engel aus Eisen“ ist ein deutscher Sozialkrimi aus dem Jahre 1981 – gleichzeitig der Debütfilm des deutschen Dramatikers Thomas Brasch. Für den Film, der 1981 in Cannes präsentiert wurde, erhielt Brasch im selben Jahr noch den Bayerischen Filmpreis. Der Spielfilm ist jetzt am 14. Mai 2012 zum ersten Mal als Single-DVD bei Zweitausendeins erschienen.

Der Film erzählt die Geschichte von Werner Gladow, des jugendlichen Chefs einer Diebesbande, der zur Zeit der Berliner Luftbrücke seine Raubzüge durchführt. Berlin befindet sich 1948/49, kurz nach dem Krieg im Ausnahmezustand. So kann die Gladow-Bande die Diebstehle nahezu ungestört durchführen. Denn in den chaotischen Zuständen der geteilten Stadt ist von Seiten der Polizei nichts zu befürchten. Außerdem kann er als wichtigsten Partner auf den Polizisten Völpel zurückgreifen, der ihn mit wichtigen Informationen für seine Einbrüche versorgt.

Berlin – eine Stadt im Ausnahmezustand – ist zu dieser Zeit in zwei Sektoren aufgeteilt, auch das Geld besteht aus zwei Währungen. Die Menschen stehen in Schlangen vor den Geschäften, um an Nahrung zu gelangen und versuchen über Tauschgeschäfte andere Waren zu erhalten. Hinzu kommt das Dröhnen der Flugzeuge – ein ständiger Begleiter der Stadt und Künder von einem möglichen neuen Krieg. Die Bevölkerung verfällt in eine ängstliche Starre.

Der Regisseur des Films Thomas Brasch macht mit seiner klaren ruhigen Bildsprache die starre Angst der Bewohner in den Trümmern des Nachkriegsberlins deutlich. Es wird kein Wort zu viel gesprochen – vielmehr dominieren die dröhnenden Flugzeuge am Himmel und eine wirre Jahrmarktmusik als Geräusch-Szenerie des geteilten Berlins. Oft handeln die Figuren unmotiviert und für den Zuschauer nicht nachvollziehbar, als treibe sie nur das Unglück an, als wüssten sie schon, dass alles Tun hinfällig ist.

Dem jungen Gladow gelingt es mit seinem Komplizen, dem Polizisten Völpel, seine Raubzüge vor der Polizei abzusichern und sich zu einem Gangster-Boss in der Berliner Unterwelt aufzuschwingen. Zur Seite steht ihm die attraktive Tänzerin Lisa, die sich durch den Reichtum ein neues Leben erhofft. Sein wichtigster Partner Völpel, versucht dagegen durch diese Taten aus seiner kleinbürgerlichen Ehe und Bedrückung zu fliehen. Zusammen beginnen sie in immer größerem Stil Überfälle zu organisieren, bis der Lärm der Flugzeuge plötzlich verstummt. Das Ende der Berlin-Blockade zerstört damit alle ihre Träume. Denn in geregelten Zeiten ist die Freiheit von Gladow und seiner Bande eingeschränkt und Gladow findet , inzwischen zum Mörder geworden, nicht mehr ins Alltagsleben zurück. Schließlich wird er in seinem Kellerversteck festgenommen. Er wird 1949 in Ost-Berlin von der Volkspolizei verhaftet und 1950 in Frankfurt an der Oder hingerichtet. Sein Komplize Völpel stirbt nach sieben Jahren Haft im Gefängnis.

(vz)

Weitere Informationen:

Regie: Thomas Brasch
HilmarThate: Gustav Völpel
Katharina Thalbach: Lisa Gabler
Ulrich Wesselmann: Werner Gladow
Karin Baal: Frau GladowIlse Pagé: Frau Völpe
lPeter Brombacher: Schäfer
Klaus Pohl: Gabler Hanns
Zischler: Ridzinski
Horst Laube: Herr Gladow
Jürgen Flimm: Westkommissar
Kurt Raab: Chauffeur
HermannKillmeyer: Wellmitz
Originaltitel: Engel aus Eisen
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1981
Länge 105 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Preis 7,99 Euro
Verlag: Zweitausendeins Edition
http://www.zweitausendeins.de/engel-aus-eisen-zweitausendeins-edition-deutscher-film-5-1980.html
 
 
 

Bildquelle: Zweitausendeins http://www.zweitausendeins.de/

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (3 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...