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Gabriel Garcia Marquez

28 Mai 2012 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Mit seinen 1967 erschienenen Roman „Hundert Jahre Einsamkeit“ begründete Gabriel Garcia Marquez seinen Weltruhm als kolumbianischer Autor. Der später zum Nobelpreisträger avancierte Schriftsteller mit dem ergrauten Schnurrbart feierte kürzlich am 6. März seinen 85. Geburtstag.

In dem kleinen Ort Aracataca an der kolumbianischen Karibikküste zur Welt gekommen, studierte Garcia Marquez zunächst Jura in der Hauptstadt Bogota, arbeitete jedoch schon früh nach vorzeitigem Studienabbruch als Journalist und verfasste neben ersten literarischen Werken Filmkritiken, schrieb Kolumnen und war als politischer Korrespondent tätig. Durch sein sozial-kritisches Engagement griff er 1955 bei der Reportage „Bericht eines Schiffbrüchigen“ in der liberalen Zeitung El Espectator das Regime des kolumbianischen Diktators Rojas Pinilla an. Gegen Ende der 50er Jahre arbeitete er als bekennender Sozialist für eine kubanische Nachrichtenagentur und begann eine Männerfreundschaft mit Fidel Castro. Nach Aufenthalten in Paris, Ungarn und der UDSSR kehrte er in seine Heimat zurück und engagierte sich ab 1975 in Lateinamerika im Kampf gegen den chilenischen Diktator Pinochet. Im Oktober 1982 erhielt er an Hand seiner großartigen literarischen Werke den Nobelpreis für Literatur.

In seinem Hauptwerk “Hundert Jahre Einsamkeit“, das oft auch als Nationalepos Lateinamerikas tituliert wird, schildert Garcia Marquez die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang der Familie Buendia und des von ihr gegründeten Dorfes Macondo, das schließlich durch einen apokalyptisch anmutenden Sturm vernichtet wird. Gleichzeitig zeichnet er ein eigenwilliges Bild seiner von langjähriger Gewalt geprägten Heimat und des gesamten lateinamerikanischen Kontinents.

Viele seiner Bücher, die wie das zuvor zitierte Hauptwerk literarisch dem „magischen Realismus“ zugeordnet werden , wurden zu Bestsellern, so z. B. „Der Herbst des Patriarchen“ (1975) oder „ Die Chronik eines angekündigten Todes“ (1981) sowie das Werk einer unvergänglichen Liebe mit dem Titel „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“. Die Faszination dieser Hommage an die Liebe ergibt sich aus der Offenbarung, dass diese, egal in welchem Lebensalter, sich immer wieder ereignen kann.

Inzwischen lebt der Schriftsteller, der vor mehr als 50 Jahren seine Jugendliebe Mercedes heiratete und 2 Söhne mit ihr hat, überwiegend in Mexico Stadt. Er hat sich nach überstandener Krebserkrankung aus der Öffentlichkeit weitgehend zurückgezogen, überrascht jedoch ab und zu noch mit spektakulären Neuerscheinungen.

(wz)

 

 

 

Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/sarahfavreau/4503426655/sizes/z/in/photostream/

Quelle: Der große Kulturführer, Literatur, Die Zeit

 

 

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