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Weltrekord im Kettenmarathon

27 Mai 2012 Ein Kommentar PDF Drucken Drucken

42,195 Kilometer Kette-laufen – Team-androgon war dabei

Kettenmarathon bei der 12. Auflage des iWelt-Marathons in Würzburg – besonderes Augenmerk galt den 73 Cabanauten…

Als Team-androgon um ca. 08:30 am Congress Centrum in Würzburg auf der Startmeile aufschlug, lag sie schon da, die gut 50 Meter lange Kette. Nach jedem Meter waren jeweils rechts und links weitere, etwas dünnere Ketten angebracht. Menschen an Karabinerhaken und Gürteln, halbnackte Wikinger, grüne Grashüpfer, goldene Sakkos, Trillerpfeifen und Verkleidungen aller Art – eben etwas karnevalistisch oder auch einfach nur gut gelaunte Läufer, die sich um eine Kette scharten und um sich den Weltrekord zurückzuerobern. Die aktuelle Bestmarke im Guiness-Buch belief sich auf 63 Kettenläufer und wurde von den Briten aufgestellt.

Auch letztes Jahr haben es die Cabanauten beim Hannover-Marathon versucht – aber da hat es leider nicht gereicht. 42,195 Kilometer rennen ist alleine ja schon anstrengend genug, aber angekettet, zusammen mit 73 teilweise wildfremden Menschen, ist eine echte Herausforderung – und bei 73 Läufern ist immer auch eine kleine Unsicherheit dabei, ob einer oder mehrere es nicht ins Ziel schaffen.

Aber auch dieses Mal war es UNGEWISS, die sengende Sonne und die oftmals aufwändige Verkleidung der Läufer waren bei dem superheißen Wetter in Würzburg noch zusätzliche Herausforderungen – kleine tickende Zeitbomben…

John Caba, der Organisator des Kettenlaufs, musste sich selbst sehr früh von seiner auffälligen Verkleidung trennen, Popeye mit Sonnenbrille und flauschigen grünblauen Badelatschen. Nur seine Badesandalen, mit denen er schließlich die 42,195 Km lief, gehörten zu guter Letzt noch zu seiner Grundverkleidung, sonst hätte ein Hitzestau wohl zu einem frühen Ende des Laufes geführt. John Caba, der permanent Leute sucht, die eine ähnliche Meinung über aktiven Sport verinnerlicht haben, wie er selbst: „Sport treiben und Spaß haben, ohne Druck und ohne Streben nach Platzierungen“ sind die Beweggründe des extravaganten Frankfurters, der sich selbst als 29-jährigen Extrem-Fun-Sportler ausgibt und seine Mitstreiter Cabanauten nennt.

Die Läufer kamen aus allen Teilen Deutschlands und sogar Europas, Team-androgon allein reiste aus Hamburg und Mainz an. Die meisten kennen sich nur über das Internet, durch einen der beiden letzten Kettenmarathons oder eine andere Cabanauten -Veranstaltung . „Wir waren schließlich schon einmal Weltrekordler“, erzählt John Caba, „doch die Engländer haben uns den Eintrag im Guiness-Buch abgejagt. Jetzt holen wir ihn uns in Würzburg wieder“, sagt Caba, der, wenn er nicht gerade Kettenmarathons organisiert, Wettrennen durch die Wüste macht, beim Braveheart Battle mit rot-blauen Plateaustiefeln startet, in Pamplona vor Stieren davonläuft und beim WILD SAU DIRT RUN in Österreich dabei ist.

Jetzt kann es losgehen…eine ungeschriebene Parole ist ausgegeben, nun geht es an die Umsetzung: „Wir laufen Kette, Kette laufen wir“. Die Frauen sollten eigentlich links vorne angekettet werden, denn sollten sie mal auf der Strecke für kleine Marathonis müssen, geht das ja nicht unbedingt vor 72 weiteren Augenpaaren… Das Abzählen entpuppt sich als schwieriger, als bei der Bundeswehr, weil Cabanauten nicht ordentlich deutsch diszipliniert, sondern hauptsächlich lustig sind. Weil es sich aber um einen offiziellen Weltrekordversuch handelt, schafft es der Würzburger Anwalt Jörg Kessel -offiziell für den Guiness-Buch-Eintrag verpflichtet- die Kettenläufer zu zähmen und zu zählen. Herr Kessel begleitet und motiviert uns mit seinem Mountainbike fast über die ganze Strecke, auch als die offizielle Finisher Zeit von 5:30 überschritten ist, denn nur 5:30 Stunden haben die Cabanauten offiziell für den Marathon Zeit. Für den Weltrekord zählen andere Dinge – denn wenn nur ein einziger Läufer schwächelt und abgekettet werden muss, ist der Weltrekordversuch gescheitert.

Es ist zehn nach neun, als die Kettenläufer in ihre Trillerpfeifen und zum Angriff auf den Weltrekord blasen. Als Allerletzte gestartet, schnappt sich die durchaus sportliche Gruppe schon in der Mainaustraße die ersten Einzelläufer. Aber es wird anstrengender, die Hitze kommt dazu, der Durst und die Angst jedes Einzelnen, es nicht zu schaffen. Aus Spaß wird Sport, denn 42,195 Kilometer sind hart, zumindest angekettet. „Wir hatten massive Probleme, die Hitze hat uns zugesetzt, wir waren knapp dran, aufzugeben“, sagt John Caba irgendwann am späten Nachmittag. Es gab immer wieder „Zwischenfälle“ die zu Unterbrechungen führten, bei 73 Läufern unter den Bedingungen aber auch kein Wunder.

Die letzten Sololäufer sind schon lange beim Duschen und die Polizei hebt inzwischen die Straßensperren auf, bittet die Kettenläufer aufzugeben. Aber Cabanauten geben nicht auf. Auf den Gehsteigen wird weitergelaufen und das sogar teilweise mit Polizeiescorte.

6:18 Stunden brauchten die Kettenläufer schließlich bis ins Ziel – und wurden belohnt. Der Weltrekord der 73 Cabanauten wurde anerkannt und das Organisationsteam machte sich noch mal daran, die Läufer mit allem Notwendigen zu versorgen, obwohl der offizielle Lauf schon seit über einer Stunde zu Ende war…

 

„WIR HABEN DEN WELTREKORD!“

(fs)

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Weitere Informationen:

http://www.caba.de/jooga/

http://youtu.be/WkIHksYHZII

http://youtu.be/T7s_WcRskac

http://youtu.be/UfTkT2K7PJc

Bildquelle: androgon

Quelle: http://www.caba.de, Hans-Peter Breunig

 

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