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Die dOCUMENTA(13) ist eröffnet

14 Juni 2012 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Museum Fridericianum, 2012 © dOCUMENTA (13)

Seit 9. Juni 2012 präsentiert sich die dOCUMENTA (13) in Kassel der Öffentlichkeit. Hundert Tage lang werden mehr als 150 Künstler aus 55 Ländern und Teilnehmer aus der ganzen Welt zusammenkommen und vielfältige künstlerische Praktiken präsentieren. Zu den Kunstwerken gehören Skulptur, Performance, Installation, Forschung, Archivierung und kuratorische Projekte, Malerei, Fotografie, Film und Video, Text- und Audio-Arbeiten, aber auch andere Objekte und Experimente auf dem Gebiet der Kunst, Politik, Literatur, Philosophie und Wissenschaft.

Statement der Künstlerischen Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev: »Die dOCUMENTA (13) widmet sich der künstlerischen Forschung und Formen der Einbildungskraft, die Engagement, Materie, Dinge, Verkörperung und tätiges Leben in Verbindung mit Theorie untersuchen, ohne sich jedoch Letzterer oder erkenntnistheoretischer Stilllegung unterzuordnen. Dabei handelt es sich um Gebiete, in denen Politisches untrennbar ist von einem sinnlichen, energetischen und weltgewandten Bündnis zwischen der aktuellen Forschung auf verschiedenen wissenschaftlichen und künstlerischen Feldern und anderen, historischen ebenso wie zeitgenössischen Erkenntnissen. Die dOCUMENTA (13) wird von einer ganzheitlichen und nichtlogozentrischen Vision angetrieben, die dem beharrlichen Glauben an wirtschaftliches Wachstum skeptisch gegenübersteht. Diese Vision teilt und respektiert die Formen und Praktiken des Wissens aller belebten und unbelebten Produzenten der Welt, Menschen inbegriffen. Die Teilnehmer der dOCUMENTA (13) decken ein weites Feld von Aktivitäten ab. Die meisten sind Künstler, aber manche kommen auch aus Bereichen der Wissenschaft, einschließlich Physik und Biologie, Ökoarchitektur und organische Agrikultur, der Forschung nach erneuerbaren Energien, Philosophie, Anthropologie, ökonomische und politische Theorie, Sprach- und Literaturwissenschaften, einschließlich Fiktion und Poesie. Sie alle tragen der dOCUMENTA (13) bei, in dem untersucht werden soll, wie verschiedene Formen des Wissens das Herz der aktiven Übung, sich die Welt neu vorzustellen, bilden. Was manche dieser Teilnehmer tun, und was sie in der dOCUMENTA (13) »ausstellen«, mag Kunst sein oder auch nicht. Jedoch rufen ihre Taten, ihre Gesten, ihre Gedanken und ihr Wissen Umstände hervor, und werden wiederum von diesen Umständen produziert, die von der Kunst gelesen werden können – Aspekte, mit denen Kunst umgehen kann, und die von der Kunst aufgenommen werden können.«

Über die documenta

Die documenta ist eine periodisch stattfindende Kunstausstellung, die in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts nach dem Trauma des Zweiten Weltkriegs begann. Ihr Ziel war es, Kultur und die Bildenden Künste als den zentralen Fokus der Gesellschaft wieder neu zu begreifen und Deutschland wieder mit der internationalen Gegenwartskunst dieser Zeit in Verbindung zu bringen. So gesehen weicht die Geschichte der documenta von anderen Kunstausstellungen ab, vor allem deshalb, weil sie nicht aus den Warenmessen und Weltausstellungen des neunzehnten Jahrhunderts und der Kolonialzeit heraus entstand, die die Wunderdinge der Welt ins alte europäische Zentrum brachten. Sie entstand stattdessen in einem Raum, in dem sich Zusammenbruch und Wiederaufbau ausdrückte. Seit ihrer ersten Ausgabe im Jahr 1955 ist die documenta alle fünf Jahre eine Ausstellung für Gegenwartskunst aus der ganzen Welt, und bietet zudem auch Gelegenheit, über das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft nachzudenken.

Veranstaltungsorte

In Kassel findet die dOCUMENTA (13) in einigen der traditionellen Hauptveranstaltungsorten – dem Fridericianum, der documenta-Halle und der Neuen Galerie statt. Aber sie findet auch in einer Vielzahl anderer Räume statt, die unterschiedliche physische, psychologische, historische oder kulturelle Bereiche und Realitäten repräsentieren. Sie findet an Orten statt, die der Natur- und Technikgeschichte gewidmet sind, wie etwa das Ottoneum oder die Orangerie, und in kleinen Komponenten, die sich über die großartigen ausgedehnten Grünflächen der barocken Karlsaue Parks verteilen. Ein Gegenstück zum Park und seinen Sphären der Aufklärung bilden die industriellen Räume hinter dem früheren Hauptbahnhof, Kassels ehemals wichtigstem Bahnhof, der heute nur noch für den Regionalverkehr genutzt wird. Hierbei handelt es sich um einen dystopischen Raum, der mit der Welt der Fabriken in Zusammenhang steht, welche im 20. Jahrhundert die Panzer für das nationalsozialistische Regime produzierten. Und die dOCUMENTA (13) findet auch an unterschiedlichen »bürgerlichen« Orten statt, die von anderer Beschaffenheit sind und abseits der Hauptveranstaltungsorte der Ausstellung liegen – an Orten, die immer noch genutzt werden, wie dem Ständehaus und dem Grand City Hotel Hessenland, aber auch an Orten, die man geschlossen oder vergessen hat, wie etwa das leer stehende Hugenottenhaus oder ein Kino aus den 1950ern, das nicht mehr in Betrieb ist. Darüber hinaus finden Teile der dOCUMENTA (13) an Orten außerhalb Kassels statt. Diese Orte werden am 6. Juni bekannt gegeben. Für Christov-Bakargiev sind »diese Orte, und einige andere, die Sie noch entdecken werden, wunderbare Räumlichkeiten, welche die vier Bedingungen repräsentieren, unter denen Künstler und Denker derzeit agieren müssen: »Auf der Bühne« / im »Belagerungszustand« / im »Zustand der Hoffnung« / »auf dem Rückzug«. Diese Orte bringen die Vorstellungen, die man sich für gewöhnlich über diese Bedingungen macht, in Fluss und betonen deren kontinuierliche Verwandlung.«

Weitere Informationen:

Öffnungszeiten: täglich 10 – 20 Uhr

Eintrittspreise:
1-Tageskarte 20 € / Ermäßigt 14 €
2-Tageskarte 35 € / Ermäßigt 25 €
Dauerkarte 100 € / Ermäßigt 70 €
Abendkarte ab 17 Uhr 10 € / Ermäßigt 7 €
Schulklassen pro Person – 6 €
Familienkarte 50 €
 
zum Programm
zum Kalender

http://d13.documenta.de/de/#de/welcome/

 

Quelle: http://d13.documenta.de

Bildquelle: http://d13.documenta.de

 

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