Home » Sport

EM 2012 – Unser Fazit

10 Juli 2012 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Spanien schreibt Fußball Geschichte

Mit dem erstklassigen EM-Finale und ungefährdeten 4 : 0 -Sieg gegen Italien gewinnt Spanien den dritten großen Titel hintereinander. Noch nie zuvor hat dies eine Fußball-Nationalmannschaft geschafft und dies mit einem begeisternden, perfekten Fußball. Das spanische Team von Trainer Vicente del Bosque um Iniesta, Xavi und Co. ist damit nach den EM-Erfolgen 2008 und 2012 sowie dem WM-Titel von 2010 die erfolgreichste und auch beste Mannschaft der Fußballgeschichte.

Bis zum Endspiel am 1. Juli 2012 war es nach der Vorrunde (s. auch androgon vom 25.06.12 http://www.androgon.com/wp-content/uploads/2012/06/Fussball1.jpg) in der nachfolgenden Final-bzw. K.O.-Runde mit dem sofortigen Aus der Mannschaften bei Niederlage vorbei mit allem taktischen Vorgeplänkel. Es ging um die weitere Qualifikation im Viertel- und Halbfinale bis zum endgültigen Final im Stadium der ukrainischen Hauptstadt Kiew, bei dem selbst der große Favorit Spanien fast ins Straucheln kam; denn erst im 11 Meter-Schießen nach vorheriger Verlängerung konnte das spanische Team den nahezu gleichwertigen Gegner Portugal mit Super-Stürmer Ronaldo aus dem Turnier werfen.

Auch die deutsche Mannschaft konnte ihrer Mit-Favoriten-Rolle nicht gerecht werden. Nach einem überzeugenden Viertel-Finale gegen Griechenland mit 4 : 2 und taktischer Meisterleistung von Trainer Löw kam dann das nicht kalkulierte Aus im Halbfinale gegen Italien. Denn der italienische Trainer Cesare Prandelli brachte das deutsche Team mit seinem offensiv eingestellten Team einmal mehr zur Verzweiflung; insbesondere durch die Aufstellung der schwarzen Sturmspitze Mario Balotelli, der allein mit seinem fulminanten beiden Treffern die Deutschen aus dem Turnier schoss.

Erst die Spanier konnten mit ihrem Finale gegen Italien die europäische Fußballgemeinde fußballerisch überzeugen. Zuvor war selbst die spanische Presse irritiert von dem Tiki-Taka-Kurz-Passspiel ihrer Roten ohne Tempo, bei dem die Spielfreude sich nur auf das Nötigste beschränkte und das Team in den Spielen bis zum Finale gegen Frankreich und Portugal eher eine Scheinoffensive an den Tag gelegt hatte, ohne den direkten Weg zum Tor zu wählen. Als es aber im Endspiel darauf ankam, zeigten die Spanier dann ihre wahre Identität – hinten mit kompromissloser Härte und taktisch perfekt – vorne mit Spielwitz und alles überragender Präzision und Technik. Schon in der ersten Halbzeit wurden die bravourös kämpfenden Italiener mit 2: 0 ausgekontert, was bereits die Vorentscheidung war. In der zweiten Halbzeit bäumte sich Italien zwar noch einmal auf, aber der bisher so erfolgreiche Ballotelli wurde vorzüglich abgeblockt und schnell zum Resignieren gebracht. Als dann nach 65 Minuten der verletzte Motta zudem den Platz verlassen musste, war das italienische Team mit 10 Mann chancenlos. Die Spanier ließen den Ball spielerisch nahezu ohne Gegenwehr in ihren Reihen laufen, bis 20 Minuten später dann noch das 3 : 0 und 4 : 0 fielen. Damit war der höchste Finalsieg aller Zeiten perfekt.

Was wird von der EM 2012 in Erinnerung bleiben?

Ein vom spanischen Kurz-Passspiel begeistertes Publikum mit 80 Tausend Fußballfans in der ukrainischen Metropole Kiew; darüber hinaus eine fantastische Fußball-Demonstration vor Millionen Zuschauern weltweit.

Als bester Spieler des Turniers: Andres Iniesta, der eigentliche Regisseur des spanischen Teams.

Als erfolgreichster Torschütze der Spanier Fernando Torres mit drei Toren und den meisten Vorlagen, der mit seinen Kids Nora und Leo nach dem Spiel auftrat und die Kleinen der stolzen Mutter übergab, um sie ins Bett zu bringen.

Als Enfant Terrible des Spektakels, der Italiener Mario Balotelli, der nach seinem fulminanten 2 : 0 Geschoß gegen das deutsche Team sich das Trikot vom Leibe riss und seinen kraftstrotzenden schwarzen Body dem Millionenpublikum ostentativ zur Schau stellte.

Zuletzt noch der portugiesische Superstar Ronaldo, der nach dem verlorenen 11Meterschießen gegen Spanien nur noch stammeln konnte: „Wie ist das alles ungerecht“! Stellvertretend zu den vielen anderen Akteuren, die alle vorzeitig die Heimreise antreten mussten.

Unser Fazit: Fußball ist doch nur ein Spiel!

(wz)

Foto: gerald, http://photoopia.com/view/5741-Fu%DFball+2010+++++01.html

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...