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Ein gutes Herz

27 Juli 2012 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Quelle: Magnolia

The Good Heart  – Film des isländischen Regisseurs Dagur Kári auf ARTE

Jacques (Brian Cox) ist Besitzer einer heruntergekommenen New Yorker Bar, Treffpunkt eines bunten Haufens von Stammgästen. Jacques ist aufbrausend, misanthropisch, einsam und lebt absolut ungesund. Folgerichtig kommt er bei seinem fünften Herzinfarkt wieder einmal in die Klinik. Hier trifft er den jungen Obdachlosen Lucas (Paul Dano), der einen gescheiterten Selbstmordversuch hinter sich hat, seinen Antipoden: einen Menschen, der immer unter die Räder kommt, weil er völlig selbstlos agiert.  Lucas ist ein verwahrloster Obdachlosen mit leerem Blick, der aus Mitleid seine Dose Katzenfutter mit einer Katze teilt. Aus der Angst, ohne einen Nachfolger zu sterben, beschließt Jacques den hilflosen Lucas bei sich aufzunehmen und ihn in seiner ganz eigenen Bar-Philosophie zu unterrichten.

Jacques nimmt Lucas unter seine Fittiche und will aus dem unbeschriebenen Blatt seinen Nachfolger als Barkeeper machen. Dazu muss Lucas allerdings zahlreiche ungeschriebene Regeln lernen: keine Freundlichkeiten zu den Kunden, keine vertraulichen Gespräche, keine Frauen, kein Kredit, kein Kaffee außer Espresso – und das Bargeld gehört in den Eisschrank. Doch als die verzweifelte April in der Bar auftaucht und Lucas ihr helfen will, wirft er gleich alle Regeln über Bord und die sich entwickelnde Männerfreundschaft wird auf eine harte Probe gestellt.

„Ein gutes Herz“ ist der dritte Spielfilm des jungen isländischen Regisseurs Dagur Kári. Der Film erlebte seine Weltpremiere auf dem Filmfest Toronto. Kári, der sich mit seinen ersten beiden Filmen „Noi Albinoi“ (2003) und „Dark Horse“ (2005), der beim Filmfestival Cannes in der Sektion „Un certain regard“ Premiere feierte, zu einem Liebling des unabhängigen europäischen Kinos entwickelt hat, arbeitete hier zum ersten Mal mit großer, internationaler Besetzung. Trotzdem bleibt er sich und seinem eigenwilligen Humor treu. Der Film ist eine absurde Tragikomödie, in der das „Ökosystem“ Bar zum Sinnbild menschlicher Gemeinschaft wird. Während Jacques seine kleine Welt durch Regeln und Unfreundlichkeit regiert, reagiert Lucas auf das Unerwartete und öffnet so Jacques‘ in mehrfacher Hinsicht krankes Herz. Brian Cox ist ein weltweit gefragter Schauspieler, dessen Repertoire von David Finchers „Zodiac“ (2007) über die „Bourne-Trilogie“ (2002 – 2007) hin zu den Filmen der „X-men“-Reihe geht. Paul Dano lieferte sich in „There will be blood“ (2007) als Prediger Eli Sunday mit Daniel Day Lewis ein eindrucksvolles Schauspielgefecht. Davor war er bereits als schweigsamer Bruder in „Little Miss Sunshine“ (2006), in den „Sopranos“ (2002 – 2009) und später unter anderem in „Taking Woodstock“ (2009) zu sehen. „Ein gutes Herz“ wurde bei den 52. Nordischen Filmtagen Lübeck mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Sendetermin auf ARTE: Dienstag 31. Juli 2012 um 01.45 Uhr

http://youtu.be/wLVO1gwFuaM

The Good Heart
Spielfilm, Island, Dänemark, Deutschland, 2007, ZDF, 95 Min., Regie: Dagur Kári, Drehbuch: Dagur Kári, Kamera: Rasmus Videbæk, Musik: Slowblow, Schnitt: Andri Steinn Gudmundsson, Produktion: Zik Zak Film, Produzent: Skúli Fr. Malmqvist, Thor Sigurjonsson
Mit: Brian Cox (Jacques), Paul Dano (Lucas), Isild Le Besco (April), Nicolas Bro (Ib Dolby), Stephen Henderson (Psychiater)

Weitere Informationen unter: http://www.arte.tv/de/Ein-gutes-Herz/6760044.html

Quelle: Arte.tv

Bildquelle: Magnolia

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