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Chris Marker – Wegbereiter des modernen Films

17 Dezember 2015 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Chris Marker – Erinnerung an den großen Filmemacher

Der französische Filmemacher und vielseitige Künstler Chris Marker, der wie kaum ein anderer Regisseur, das moderne Kino durch sein unentwegtes Suchen nach neuen Formen und Techniken geprägt hat, ist kurz nach seinem 91. Geburtstag in Paris verstorben. Mit seiner Ursprünglichkeit kannte er keine Tabus, keine Utopien waren ihm zu kühn, um seine immense Kreativität zu bremsen. Sein bekanntester Film „ Sans Soleil“ aus dem Jahre 1963 wurde zu einem Wendepunkt des modernen Film und inspirierte so große Filmemacher wie Alain Resnais, Jean Luc Godard oder Agnes Varda und viele andere seines Metiers.

Chris Marker, mit eigentlichem Namen Christian Francois Bouche-Villeneuve, geboren am 29. Juli 1921 im Pariser Vorort Neuilly, studierte bei Jean Paul Sartre Philosophie und war während des 2. Weltkriegs Aktivist in der französischen Resistance. Nach dem Krieg begann er Filme zu schreiben und zu drehen; zuvor veröffentlichte er als Schriftsteller einen Roman sowie Gedichtband. Als Linksintellektueller reiste er in viele sozialistische Länder und dokumentierte seine Beobachtungen in einer größeren Anzahl von Filmen und Büchern. So war z. B. sein Film „Les statues meurent aussi“(1953), in dem er den Kunstraub der Europäer in Afrika dokumentarisch erfasste, einer der ersten antikolonialistischen Filme.

Sein 1962 gedrehter Kurzfilm „La Jetée“ (Am Rande des Rollfelds) diente später als Vorlage für den 1995 von Terry Gilliam inszenierten Sience-Fiction-Film „ Twelfe Munkies“, durch dessen Erfolg sein Bekanntheitsgrad deutlich anwuchs. In dem Film wird der Protagonist Opfer wissenschaftlicher Experimente, die ihn sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft blicken lassen.

Sein herausragendstes Werk war der spätere Reise- und Essay-Film „Sans Soleil“ (1983), in dem er fiktive Elemente mit essayistisch-philosophischen Kommentaren sowie mit eigenen und fremden dokumentarische Aufnahmen aus unterschiedlichsten Regionen verbindet. Dabei wird in einer Kaskade von Bildern das Terrain des menschlichen Gehirns aus seinen Denk- und Erinnerungskapazitäten entlassen sowie auch die bekannten Elemente politischer Ordnung neu verhandelt: Gesellschaft und Anarchie, Faschismus und Sozialismus, Rationalität und Phantasie, Dokument und Fiktion- als eine Form kreativen Wahnsinns. Hiermit schuf der Künstler ein revolutionäres Novum im Filmemachen , das wegweisend für das Moderne Kino ab dieser Zeit wurde.

Die Aufgeschlossenheit für neue Formen und zuletzt auch für die neuen Medien ist dem Künstler weiterhin erhalten geblieben. So präsentierte er bereits 1998 die CD-ROM „Immemory“ oder ließ in der Videoreportage „Chats Perchés“ von 2001-2003 seine Katze „Guillaume“ in der virtuellen Welt seine Werke zeigen.

(wz)

http://youtu.be/uHyMMffwPUA

 

Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/historywillabsolvemike/5040272597/

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