Home » Klassik, kunst, Musik

„Tzimon Barto“ ein amerikanischer Pianist

21 Februar 2010 Ein Kommentar PDF Drucken Drucken

Wir stellen vor: Tzimon Barto

Weitere Artikel:
http://www.androgon.com/10480/kunst/musik/klassik/tzimon-barto-in-mannheim
http://www.androgon.com/3175/kunst/musik/tzimon-barto-und-die-entdeckung-der-langsamkeit

 

Als einer der führenden amerikanischen Pianisten seiner Generation begeistert Tzimon Barto seine Fangemeinde auf beiden Seiten des Atlantiks mit außergewöhnlichen und mitreißenden Konzerten. Tzimon Barto wuchs in Florida auf, wo er mit fünf Jahren ersten Klavierunterricht von seiner Großmutter erhielt. An der Juilliard School in New York studierte er bei der berühmten Klavierdozentin Adele Marcus. Bereits in dieser Zeit gewann er gleich zwei Mal hintereinander den Gina Bachauer Wettbewerb. Darüber hinaus war Tzimon Barto Coach und Dirigent am American Opera Center (New York). Für seine Leistungen als junger Dirigent zeichnete ihn das Tanglewood Institute als „Most Outstanding Student“ aus.

Der internationale Durchbruch erfolgte Mitte der 1980er Jahre, als Tzimon Barto auf Einladung Herbert von Karajans im Wiener Musikverein und bei den Salzburger Festspielen auftrat. Seither ist Tzimon Barto mit beinahe allen international bekannten Orchestern in Erscheinung getreten, insbesondere mit den großen amerikanischen Orchestern in Philadelphia, New York, Cleveland, Chicago, Boston, San Francisco und Houston, sowie mit dem Mariinsky Orchester, den Berliner Philharmonikern, der Staatskapelle Dresden, dem NDR Sinfonieorchester, dem Gewandhausorchester Leipzig, den Wiener Symphonikern, dem London Philharmonic Orchestra, dem Orchestre de Paris, dem ONE Madrid und dem NHK Symphonieorchester Tokio. Tzimon Barto ist ein häufiger Gast bei großen Festivals wie dem Ravinia Festival in den USA oder dem White Nights Festival in St. Petersburg, Russland. In seiner nunmehr gut 25-jährigen Karriere arbeitete er häufig mit dem Dirigenten Christoph Eschenbach zusammen, mit dem ihn eine ebenso lange Freundschaft verbindet.

Zahlreiche Alben hat Tzimon Barto bereits eingespielt, einen Großteil für EMI, zuletzt für Ondine. Auf seinen jüngeren Einspielungen präsentiert er z. B. Werke von Rameau und Ravel. Ferner nahm er Konzerte von Rachmaninoff, Ravel, Prokofieff, Liszt, Bartók, Gershwin, de Falla, Saint-Saëns und Chopin für CD auf, sowie Solowerke von Schumann, Chopin und Liszt und Encores von Bach bis Joplin. Zuletzt erschienen bei Ondine eine viel beachtete Aufnahme mit ausgewählten Klaviersonaten Joseph Haydns sowie eine CD mit Werken von Schumann. Auf letzterer ist er als Solist des NDR Sinfonieorchesters und als Duo-Partner von Christoph Eschenbach (Klavier) zu hören. Eine CD mit Werken von Schubert soll im Herbst 2010 folgen.

Tzimon Barto hat sich immer aktiv für zeitgenössische Musik eingesetzt und rief im Jahr 2006 einen internationalen Kompositionswettbewerb für Klavier solo – den „Barto Prize“ – ins Leben.

Tzimon Barto spricht fünf Sprachen fließend, liest Altgriechisch, Latein und Hebräisch und lernt derzeit Mandarin. Zusätzlich zu seiner Karriere als Pianist betätigt er sich als Schriftsteller. Sein erstes Buch „eine frau griechischer herkunft“ erschien 2001 und wurde 2008 neu aufgelegt. Eine Bühnenversion wurde in Frankfurt und Wien aufgeführt und bei Oidium auf DVD veröffentlicht. Voraussichtlich im Frühjahr 2010 wird Oidium die Novelle „Harold Flanders“ veröffentlichen. Barto, 46, lebt in Central Florida.

„Tzimon Barto“ und der 200. Geburtstag von Frédéric Chopin“

Unter den großen Komponisten ist Frédéric Chopin (1810 – 1849) das Genie der Beschränkung und der Spezialisierung. Kein einziges Werk hat er komponiert, in dem „sein“ Instrument, das Klavier, nicht mitspielt. Am Orchester hatte er schon nach seinen beiden Klavierkonzerten das Interesse verloren. Chopin brauchte diese überschaubare Welt, damit sein Einfallsreichtum aufblühen konnte. So war ihm auch am großen Publikum nicht gelegen. Er bevorzugte die halb-öffentliche Sphäre der Salons. Zu seinen wenigen Auftritten in großen Konzertsälen musste er in seinen letzten Jahren mühsam überredet werden. Ganz anders der amerikanische Pianist Tzimon Barto. Der Kontrast zu Chopin könnte auf den ersten Blick nicht größer sein. Bartos Repertoire reicht von Johann Sebastian Bach bis zur zeitgenössischen Musik. Für Raritäten hat er eine ausgeprägte Vorliebe und gibt sie in den größten Konzerthäusern der Welt zum Besten. Jede einzelne Interpretation erarbeitet er aus seiner Sensibilisierung für die unterschiedlichsten Kunstformen. Denn neben seiner musikalischen Karriere pflegt er auch die eines Schriftstellers. Trotz der augenscheinlichen Unterschiede fühlt sich der Pianist gerade zum Geist und zur Musik Chopins hingezogen.

Weitere Informationen unter: http://www.tzimonbarto.com/

http://www.youtube.com/v/7HYeVDDklNg


(rz)

Quelle: BR; http://www.tzimonbarto.com/

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (6 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...