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Die legendären Ramones

20 Juni 2016 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

„Commando“ – Die Autobiographie von Johnny Ramone

 

Die Band: Eine Legende….
Vier Typen, Jeans, Lederjacken, Topffrisur. Sie gelten als Prototyp der Punkband. Mitte der siebziger Jahre im New Yorker Stadtteil Queens gegründete und 1996 aufgelöst, laufen ihre Hits wie „Hey Ho, Let’s Go!“ (Blitzkrieg Bop)“ und „Judy Is A Punk“ bis heute in Szene-Bars weltweit rauf und runter. Die Ramones gelten als eine der einflussreichsten Bands aller Zeiten.

Zum Phänomen der Ramones ist im Tropen Verlag ein Buch erschienen – die Autobiographie von Johnny Ramone „Commando“, dem berühmt berüchtigten Gitarristen der Ramones. Neben dem Sänger Joey Ramone war er das einzige Mitglied, das der Formation von der Gründung 1974 bis zur Auflösung 1996 ununterbrochen angehörte und die Band zusammenhielt. Das Buch informiert über die Gründung der Band, das Verhältnis unter den Bandmitgliedern und die musikalische Entwicklung der Ramones aus Johnnys Perspektive. Vor allem aber erfährt man einiges über ihn selbst, seinen widersprüchlichen Charakter, der nicht so recht in das Bild eines lässigen Punkrockers passen will.

Johnny Ramone, mit bürgerlichen Namen John Cummings, beschreibt in der Autobiographie sein Leben von der Kindheit, über die Bandgeschichte der Ramones, bis hin zu seinem frühen Tod 2004. Er wuchs als einziges Kind einer Arbeiterfamilie im New Yorker Stadtteil Queens auf. Nach seinem Schulabschluss pflegte er für mehrere Jahre das Leben eines Herumtreibers und jugendlichen Straftäters. „Ich war der Schrecken des Viertels, ein Richtig übler Halbstarker: Ich schmiss Scheiben ein und verdrosch wahllos irgendwelche Typen“. Auch seine Wutausbrüche waren gefürchtet. Im Alter von zwanzig Jahren vollzog er jedoch nahezu von einem Tag auf den anderen eine radikale Kehrtwende, schwor Alkohol und Drogen ab. Im Frühjahr 1974 gründete Johnny Ramone im New Yorker Stadtteil Queens gemeinsam mit zwei Schulkameraden die Rockband Ramones, mit der sie nur wenige Zeit später Weltruhm erlangten.

Der Gitarrist erstaunt in der Autobiographie immer wieder durch sein eigentümliches Verhalten – wo man eigentlich einen lässigen Punker erwartet, kommen kleinliche und pedantische Charakterzüge ans Licht. Nach Auftritten feierte und betrank er sich nicht mit seinen Bandkollegen, wie man es erwarten würde, sondern fuhr zur nächsten Tanke, kaufte Milch und Kekse, aß diese im Hotelzimmer uns sah sich dabei ein Baseball-Spiele an. „Leute, die mit der Situation nicht umgehen können nehmen Drogen. Ich nicht. Ich ging mit Milch und Cookies auf mein Zimmer“ – so sah sein Aftershow-Ritual aus.

Seine politischen Ansichten waren sehr radikal. Als Befürworter der republikanischen Partei stieß er den politisch eher liberal eingestellten Rest der Band vor den Kopf. Sein autoritäres Verhalten kam auch bei den Fans nicht gut an, die ihn oft Unfreundlichkeit und Zynismus vorwarfen. „Die Leute dachten ich sei unfreundlich; aber das stimmt nicht. Ich mochte nur die Leute nicht, mit denen ich zu tun hatte“.

Letztendlich war er es aber, der die künstlerische Leitung der Band und die Organisation der Tourneen übernahm und somit den Werdegang und Erfolg der Ramones maßgeblich bestimmte. („Als Fan der Baseball-Mannschaft New York Yankees bestimmte Johnny Ramone den Tourneeplan der Band dahingehend, dass Reisen außerhalb der USA nur nach Abschluss der Baseball-Saison stattfanden“.) Johnny hielt die Band trotz zahlreicher Zerwürfnisse bis Mitte der 90er Jahre zusammen. Als ihr „Kommandant“ führte er sie zu internationalem Erfolg und sicherte so den Ramones den inoffiziellen Titel der Erfinder des Punkrocks.

„Nach dem vierten Album fragten wir uns, warum wir nicht die grösste Band der Welt waren.“

Konzert von Ramones während einer Tour im New Yorker Theater                                                               Von links nach rechts: Johnny, Tommy, Joey und Dee Dee Ramone (Quelle: Plismo)

Das Buch bricht mit den Klischees der Rock Musik und verstärkt das Bild der Ausnahmeerscheinung Johnny Ramone. Seine Geschichte ist die Geschichte von der Entstehung des Punkrock, die Geschichte einer der einflussreichsten Rockbands aller Zeiten und die Lebensgeschichte einer der schillerndsten und widersprüchlichsten Figuren der Musikgeschichte.

Der Schluss des Buches enthält Johnnys Meinung über die einzelnen Ramones-Alben, eine Reihe exzentrischer Top-Ten-Listen (z. B. die zehn besten Republikaner, die zehn besten Horrorfilme) sowie zahlreiche private und professionelle Fotos, von denen viele noch nie zuvor veröffentlich wurden. Für alle Ramones-Fans ist das Buch ein Muss!

Weitere Informationen zu „Commando“:
Erschienen im Tropen-Verlag, Aus dem Amerikanischen (Orig: Commando) € 19,95 1. Aufl. 2012,ca. 196 Seiten, Klappenbroschur zweifarbig, 32 Seiten Farbteil, ISBN: 978-3-608-50317-3, Erscheinungsdatum: 24. August 2012

 

Alben der Ramones:

• 1976: Ramones
• 1977: Leave Home
• 1977: Rocket to Russia
• 1978: Road to Ruin (erstes Album mit Marky Ramone am Schlagzeug)
• 1979: It’s Alive (Live-Doppel-LP)
• 1979: Rock ‘N’ Roll Highschool (Soundtrack)
• 1980: End of the Century
• 1981: Pleasant Dreams
• 1983: Subterranean Jungle
• 1984: Too Tough To Die (erstes Album mit Richie Ramone am Schlagzeug)
• 1986: Animal Boy
• 1987: Halfway to Sanity
• 1989: Brain Drain (mit dem Song Pet Sematary aus dem Film Friedhof der Kuscheltiere)
• 1991: Loco Live (erstes Album mit CJ Ramone am Bass)
• 1992: Mondo Bizarro
• 1993: Acid Eaters
• 1995: Adios Amigos
• 1996: Greatest Hits Live (Live-Album der größten Hits)
• 1997: We’re Outta Here (Live-Album vom letzten Auftritt)

 

Bildquelle: Plismo

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