Home » gesundheit, Sport, Training

NEU: Medizinische Kolumne zur sportlichen Gesundheit

22 Oktober 2012 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Sportarzt Dr. med. Rudolf  Ziegler – ab sofort bei androgon!

 

Thema heute:  Akuter Knieschmerz im Außenbereich des rechten Kniegelenks

Der renommierte Sportarzt Dr.med.Rudolf Ziegler, Leiter der sportmedizinischen U-Stelle des Kreises Bergstrasse in Heppenheim und Chefredakteur des Fachmagazins „Puls aktiv“, konnte von androgon als medizinischer Berater gewonnen werden. Er betreut seit einem Jahr das Extremsport-Team androgon und wird aus seiner Sprechstunde für alle Extremsportler und sportlich Interessierte medizinische Tipps vorstellen.

androgon präsentiert fortan wöchentlich spezifische wie auch allgemeine Fragen von Sportlern und wird die Stellungnahme unseres Experten dazu publizieren. Ziel ist es, für unsere Leser über neue Trainingsmethoden, Ernährungsoptimierung oder bei ähnlich gelagerten Symptomen und Beschwerden Informationen zu einer geeigneten Therapie aus erster Hand zur Verfügung zu stellen.

Als ersten Beitrag stellen wir nun nachfolgend die Beratung eines 38-jährigen Sportlers für den als Läufer besonders sensiblen Bereich des Knies vor.

Andreas R. fragt:

Hallo Herr Dr. Ziegler,

ich darf Sie mit folgendem gesundheitlichen Problem konfrontieren und bitte um Rat: Beim Aufrichten aus der Hocke verspürte ich gestern im Außenbereich des rechten Kniegelenks einen geringen, aber stechenden Schmerz. Nach meiner Internet-Recherche könnte es sich um ein Problem am äußeren Meniskus handeln. Wenn ich jetzt einen Druck auf den Gelenkspalt ausübe, spüre ich einen leichten bis mittleren Druckschmerz, auch beim erneuten in die Hocke Gehen sticht es wieder leicht. Der Druckschmerz ist aber nicht direkt in der Lücke im Weichteilbereich, eher am Wadenbein und Oberschenkelknochen. Ich spiele aktiv Volleyball und Tennis, bin 38 Jahre. Durch die vielen sportartspezifisch bedingten Stopps and Goes würde mich jetzt ein Meniskus-Schaden nicht sonderlich überraschen. Meine Vorgeschichte: Ich hab‘ in letzter Zeit ganz normal trainiert, es gab keinen Unfall etc.

Jetzt zu meiner eigentlichen Frage: Ich habe in 4 Tagen, ein wichtiges Tennisspiel. Riskiere ich jetzt sehr viel, wenn ich spiele, natürlich nur so lange es nicht schmerzt und natürlich mit Bandage? Ich bekomme leider so schnell keinen Arzttermin, hoffe daher, dass Sie mir kurzfristig einen guten Rat geben können? Es würde mich doch ziemlich ärgern, wenn ich wegen einer Lappalie das Match absagen müsste.

Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler antwortet:

Vom Verletzungsmechanismus her liegt eine Verletzung (Einriss) eines evtl. bereits vorgeschädigten Außenmeniskus auf der Hand. Die Tatsache, dass der spontane Beuge- & Streckvorgang im Kniegelenk nicht beeinträchtigt ist, schließt einen kompletten Abriss des Meniskus mit Einklemmung aus. Für das anstehende Match müssen Sie sich eigentlich keine Sorgen bzgl. langfristiger Schäden machen, wenn Sie den Spielversuch bei stärkeren Schmerzen sofort abbrechen. Was kann ich Ihnen jetzt akut raten:

  • Beginnen Sie bitte sofort mit der Einnahme eines bewährten Enzym-Präparates (Therazym® Tbl.) und zwar in der Dosierung 3 x 1 Tbl. täglich, jeweils ca. 15 Minuten vor den Mahlzeiten mit reichlich Flüssigkeit. Und ziehen Sie bitte diese Einnahme für 14 Tage durch.
  • Zusätzlich nehmen Sie bitte für 10 Tage und hochdosiert Traumeel® S Tbl.ein (6 x 2 Tbl. pro Tag), am besten einfach unter der Zunge zergehen lassen. Therazym wie Traumeel sind bestens verträglich und in der Akutmedizin seit langem eingesetzt. Nur bei einer bestehenden Pollen-Allergie ist bei Traumeel S etwas Vorsicht geboten.
  • Außerdem machen Sie bitte jeweils über Nacht einen Salbenverband mit einer Kombination aus Ichtholan® Salbe 50% plus Ibutop® Creme und zwar für 6 Tage. Die beiden Komponenten bitte vor dem Auftragen auf das betroffene Areal mit einem Löffel oder Spatel vermischen. Und bitte hier sparsam vorgehen und nicht nach dem Motto „viel hilft viel“. Die Stelle dann mit Tempo-Taschentücher oder Küchenrolle abdecken und dann erst verbinden, um ein Durchnässen zu verhindern. Am besten über Nacht mit einem Strumpf oder ähnlichem fixieren und auf keinen Fall luftdicht (Zellophan o.ä.) verpacken und morgens die Salben- und Creme-Rückstände sorgfältig abwaschen.
  • Auf jeden Fall sollten Sie nur mit Bandage spielen, um über den kontinuierlichen Hautkontakt gezielt und effektiv eine bessere muskuläre Führung zu erzielen (sogenannte propriozeptive Aktivierung).

Sollten Sie jetzt dann während des anstehenden Spiels schmerzfrei bleiben und auch danach im Alltag mehr oder weniger Symptom-frei bleiben, können Sie die Angelegenheit eigentlich vergessen. Persistieren allerdings die Beschwerden, würde ich Ihnen auf jeden Fall eine Kernspin-Untersuchung (MRT) nahelegen, um definitiv Klarheit zu bekommen. Disponiert doch ein chronischer und nicht behandelter Meniskus-Schaden zu einer Früh-Arthrose im betreffenden Areal.

„Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es!“

Herzlichst
Ihr
Dr. med. Rudolf Ziegler

(dz)

 

Weitere Informationen: http://www.sportdoktor-ziegler.de/

http://www.androgon.com/11055/gesundheit/mannergesundheit/power-ist-essbar

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...