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Medizinische Kolumne zur sportlichen Gesundheit

12 Juli 2013 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Thema heute:  Laufen & Kniegelenksarthrose

Der renommierte Sportarzt Dr.med.Rudolf Ziegler, Leiter der sportmedizinischen U-Stelle des Kreises Bergstrasse in Heppenheim und Chefredakteur des Fachmagazins “Puls aktiv”, konnte von androgon als medizinischer Berater gewonnen werden. Er betreut seit einem Jahr das Extremsport-Team androgon und stellt aus seiner Sprechstunde wöchentlich für alle Extremsportler und sportlich Interessierte seine medizinischen Tipps vor.

Als nächsten Beitrag stellen wir nun die Beratung eines älteren Marathon/Ultra- Läufers nach einer arthroskopischen Operation des rechten Kniegelenks vor.

H. Norden fragt:

Hallo Herr Dr.Ziegler,

ich hatte letzte Woche eine arthroskopische Operation am rechten Kniegelenk mit folgender Diagnose: Knorpelschaden II. bis III. im Bereich des inneren Kondylus des Oberschenkelknochens, korrespondierender Knorpelschaden II. – III. am inneren Schienbein-Plateau, zusätzlich femoro-patellare Dysplasie mit Lateralisation der Kniescheibe und reaktiv ausgedehntem Knorpelschaden II. – III. im Bereich der Rückfläche der Kniescheibe und korrespondierend III. Grades auch noch im Bereich des Gleitlagers des Oberschenkelknochens. Durchgeführt wurden eine Glättung des Knorpels und eine funktionelle Kniescheibenversetzung (laterales Release).

Nun meine Frage: Was kann ich ernährungsseitig tun, um den Heilungsprozess zu beschleunigen bzw. den nicht unerheblichen Knorpelschaden bzw. -verlust wieder aufzubauen oder zumindest den vorhandenen Rest zu bewahren? Zu meiner Sportart: Ich bin Marathon-/Ultraläufer.

Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler antwortet:

Also, ganz ehrlich, das sieht bei Ihnen insgesamt nicht gut aus. Zum weiteren Vorgehen:

  • Zunächst einmal würde ich für 6 Wochen das natürliche KombinationspräparatTraumeel® S einnehmen, um die Operationsfolgen entzündlich zu limitieren und die regenerativen Prozesse zu unterstützen (Dosierung: 5 x 2 Tbl. pro Tag, langsam unter der Zunge zergehen lassen). Das Präparat ist gut verträglich und es bestehen keinerlei Bedenken bzgl. dieser hochdosierten Einnahme, sofern Sie kein Pollen-Allergiker sind.
  • Die Ursache für Ihren schweren Knorpelschaden an der Kniescheiben-Rückfläche erklärt sich logisch aus dem langjährig bestehenden asymmetrischen Belastungsprofil. Die ausgeprägte Knorpelschädigung im Bereich des inneren Gelenkspalts kann allerdings ursächlich nur von einem bereits länger bestehenden medialen Meniskus-Schaden oder aber einem extremen O-Bein (Achsenfehlstellung) herrühren. Auf jeden Fall sollten Sie an Ihren Alltagsschuhen umgehend eine Schuhaußenrand-Erhöhung von ca. 3 mm anbringen lassen und zwar beidseits, um so das lädierte Areal funktionell ein wenig aus der Hauptbelastung zu bringen.
  • Zusätzlich müssen Sie versuchen, das Fortschreiten Ihres schweren Knorpelschadens zumindest zu stoppen. Neuer Gelenkknorpel wird sich nicht bilden (können), im günstigsten Fall entsteht Ersatzknorpel, der Bewegungsschmerz verhindert. Hier sollten Sie unbedingt mit Ihrem Orthopäden Rücksprache nehmen, ob er bei Ihnen das Einbringen von Hyaluronsäure als Gelenk-spezifischen Schutz- und Ernährungsfaktor in den Gelenkspalt mittels Spritze für angezeigt sieht. Gute Erfahrungen habe ich hier mit dem Präparat OSTENIL® PLUS gemacht. Es genügen hier zunächst 3 Spritzen im richtigen zeitlichen Intervall.
  • Zusätzlich kann ich Ihnen bei Ihrer Problematik eine sogenannte bilanzierte Diät empfehlen und zwar mit den beiden Produkten Orthomol Arthro plus® und Artilane® Trinkampullen, die Sie dann im täglichen Wechsel einnehmen. Sie beginnen hier am besten sofort für zunächst 3 Monate und unterbrechen nur an den „Spritzentagen“. Die parallele Einnahme von Traumeel® S Tabletten bedeutet kein Hindernis. Diese Kur wiederholen Sie dann bitte jeweils einen Monat pro Quartal für die nächsten 1-2 Jahre. Sprechen Sie bitte auch Ihren Orthopäden an, wann es Sinn macht, den Arthrose-Verlauf mittels MRT-Diagnostik zu kontrollieren.
  • An Laufen ist bei Ihnen in den nächsten 8-10 Wochen gar nicht zu denken, wie Sie sich vorstellen können. Ich hege auch massive Zweifel, inwieweit eine Ultrabelastung überhaupt noch jemals für Sie wieder angezeigt bzw. möglich sein wird, wenn Ihnen Ihr Kniegelenk ohne künstlichen Ersatz lieb und teuer ist. Evtl. könnten Sie nach der angezeigten Karenz z.B. lockere Bergaufläufe als laufspezifische Einheit machen, dabei die Bergab-Passagen in Serpentinen-Manier nur gehend oder locker trabend. Dadurch bekommen Sie auch ein Gefühl, was Ihr Gelenkknorpel überhaupt noch toleriert. Als Lauf-Ersatz wären folgende Alternativ-Sportarten sportmedizinisch-präventiv zu empfehlen: Aqua-Jogging, Schwimmen (Kraulen), Radfahren oder Mountainbiking, Cross-Trainer und Ski-Langlauf.
  • Ernährungsseitig sind Sie gut bedient mit dem Studium meines neuen Ernährungsbuches „Power ist essbar“, Details hierzu entnehmen Sie bitte meiner Rubrik Sprechstunde unter www.Laufreport.de
  • Laborchemisch lassen Sie bitte zeitnah Ihren 25-OH-Vitamin D-Spiegel bestimmen. Der Plasmaspiegel sollte hier generell über 30 ng/ml liegen. Falls nicht, müssen Sie Ihr Depot schnellstmöglich mit dem Präparat Dekristol® 20 000 IE (in Kapselform) aufsättigen, da Vitamin D u.a. die neuromuskuläre Koordination steuert und damit durchaus präventiv in Ihr Arthrose-Geschehen im Kniegelenk eingreifen kann.

Alles Gute und hoffentlich sind meine Überlegungen für sie hilfreich.

„Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es!“
 
Herzlichst
Ihr
Dr. med. Rudolf Ziegler

(dz)

 

Weitere Informationen: http://www.sportdoktor-ziegler.de/

http://www.androgon.com/11055/gesundheit/mannergesundheit/power-ist-essbar

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