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Medizinische Kolumne zur sportlichen Gesundheit

4 Juli 2013 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Quelle: Epic de.wikipedia

Thema heute: Laufen & Knochenödem in beiden Knien

Der renommierte Sportarzt Dr.med.Rudolf Ziegler, Leiter der sportmedizinischen U-Stelle des Kreises Bergstrasse in Heppenheim und Chefredakteur des Fachmagazins “Puls aktiv”, konnte von androgon als medizinischer Berater gewonnen werden. Er betreut seit einem Jahr das Extremsport-Team androgon und stellt aus seiner Sprechstunde wöchentlich für alle Extremsportler und sportlich Interessierten seine medizinischen Tipps vor.

Als nächsten Beitrag stellen wir nun die Beratung eines 20jährigen Läufers mit einem Knochenödem nach einem Schienbeinbruch in beiden Knien vor.

Mike R. fragt:

Hallo Herr Dr Ziegler,

mit gerade einmal 20 Jahren wurde bei mir (nach 2,5 Jahren Leidensweg) ein Knochenödem in beiden Knien festgestellt. Das Ganze hat vor ca. 2,5 Jahren mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber angefangen, das ca. 8 Wochen in Anspruch nahm. Danach hatte ich einen Roller-Unfall mit Schienbeinbruch links. Seitdem habe ich durchgehend Schmerzen und zwar im Liegen, im Stehen und beim Laufen. Nach unzähligen Arztbesuchen, bei denen u.a. auch Rheuma diagnostiziert wurde (laut Blutbild aber ausgeschlossen), kam man nach einem Knochen-Szintigramm und weiteren Bluttests auf die Diagnose Knochenmark-Ödem. Ich habe wegen der chronischen Knieprobleme mittlerweile meine erste Ausbildung zur Winzer abbrechen müssen und arbeite jetzt als Industriekaufmann im Büro. Aber selbst dort ist mir das Arbeiten nicht mehr möglich, da ich nicht lange sitzen kann. Zur Schmerzstillung muss ich mittlerweile ein Opiat (Tilidin) einnehmen, medikamentöse Alternativen sind leider ohne Wirkung. Durch das Medikament bin ich entsprechend müde und auch geistig außer Gefecht gesetzt.

Jetzt meine Frage an Sie: Wie kann/muss ich mich verhalten, auf dass meine Knochen wieder schnellstmöglich heilen? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler antwortet:

Aus der Entfernung drängen sich für mich diverse Fragen auf, die Sie am besten zunächst bitte mit dem Arzt/der Ärztin Ihres Vertrauens durchsprechen sollten, um so evtl. etwas mehr Klarheit zu bekommen. Es kann ja wohl nicht sein, dass Sie als Zwanzigjähriger derzeit unter Opiat-Dauergebrauch stehen.

• Zunächst muss eindeutig abgeklärt werden, ob Ihre Hauptschmerzen evtl. noch Nachwirkungen Ihres Schienbeinbruchs links sind oder ob das beidseitige Knochenödem völlig losgelöst von dieser Bruchgeschichte zu sehen ist. Wichtig zu wissen wäre daher, ob das zur Knochenheilung ja damals sicherlich eingesetzte Metall (Platte) mittlerweile wieder entfernt worden ist? Und dann muss eindeutig festgestellt werden, ob dieser Bruch komplett und ohne Komplikationen verheilt ist? Desweiteren gilt es zu festzustellen, ob sich wg. schlechter Bruchheilung evtl. eine Pseudoarthrose gebildet hat, also eine Gelenkbildung am falschen Ort? Auch haben Sie mir nicht verraten, ob Sie Diabetiker sind und inwieweit bei Ihnen eine Borreliose durch einen evtl. unterschätzten Zeckenbiss vor 6-12 Monaten ausgeschlossen wurde?

• Üblicherweise hätte ich bei Ihnen im Rahmen der Erstdiagnostik keine Knochen-Szintigraphie (u.a. hohe Strahlenbelastung) sondern zunächst eine Kernspin-Untersuchung (MRT) durchgeführt. Hat man Sie denn nicht informiert, wie ausgeprägt das Knochenödem im Bereich beider Kniegelenke einzustufen ist, da sich ja bei ungünstigem Verlauf durchaus ein umschriebener Knochengewebsuntergang (Nekrose) mit der Möglichkeit sogar eines Knocheneinbruchs an der betreffenden Stelle entwickeln kann, wie die Praxis lehrt.

• Sollte es sich bei Ihnen um ein ausgeprägtes Knochenödem handeln, ist die wichtigste Maßnahme zunächst die Entlastung des betroffenen Beines, in Ihrem Falle des Beines, das mehr betroffen ist. Klären Sie daher bitte bei Ihrem Facharzt ab, ob Sie für einige Wochen generell auf Gehhilfen angewiesen sind oder ob die Dämpfungseigenschaften von guten Laufschuhen nicht ausreichen. Ihre Alltagsschuhe versehen Sie bitte mit Pufferabsätzen, die bei Ihrer Diagnose von jeder gesetzlichen KV übernommen werden.

• Sportlich könnten Sie sich mit Schwimmen und/oder Aqua-Jogging bei Laune halten, auch in der momentanen Akutphase.

• An wichtigen Ernährungsfaktoren zur Unterstützung des Heilverlaufes sollten Sie in Ihren Speiseplan einbauen: hochwertiges Eiweiß (Wild, Fisch, Biofleisch, Hülsenfrüchte, Pseudo-Getreide), Nüsse, Pilze, Grüngemüse und Salat, Milchprodukte aus dem Bioladen sowie Molke- & Eiweiß-Shakes .

• Medikamentös haben sich in Ihrem Fall bewährt und sollten daher in Absprache mit Ihren Ärzten zum Einsatz kommen:

1. CalciProtect® für mindestens 6 Monate, Dosierung 4 x täglich 1 Kapsel, was für eine gleichmäßige Versorgung mit Kalzium, Vitamin K und Vitamin D Sorge trägt und damit eine schnellere Abheilung der Knochenproblematik garantiert (erhältlich in jeder Apotheke).

2. Zusätzlich tierische Omega-3-Fettsäuren und zwar in Hochdosis zur effektiven Entzündungslimitierung und Schmerzbekämpfung. Hier empfehle ich seit Jahren das Produkt Omega-3-Power®-Pulver (Nuss-Caramel-Geschmack), Dosierung 3 x täglich 1 Messbecher, eingerührt in Joghurt, Wasser oder Fruchtsäfte. Diese Dosierung bitte für mindestens 6 Monate beibehalten und dann mit einem Messbecher pro Tag als Dauergabe weitermachen (Details hierzu siehe bitte Biomol-Button zu Beginn meiner Sprechstunden-Seite unter www.Laufreport.de)

3. Bei kompliziertem bzw. langwierigem Verlauf eines Knochenödems wird auch das durchblutungsfördernde Nischenpräparat Ilomedin®, das aber nur unter stationären Bedingungen als Infusionsbehandlung im Krankenhaus eingesetzt werden darf. Auch zu dieser Überlegung sollten Sie Rat und Unterstützung bei Ihren Ärzten einholen.

• Desweiteren sollte bei Ihnen auch die Art einer gezielten Krankengymnastik festgelegt werden, um so die ansonsten unausweichlichen muskulären wie bindegewebigen (Sehnen, Kapseln, Bänder) Schrumpfprozesse (Atrophien) zumindest in Grenzen zu halten.

Dann bleibt mir derzeit nur, Ihnen auf diesem Wege gute Besserung aus der Entfernung zu sagen und zu hoffen, dass Sie auf verständnisvolle und engagierte Ärzte zurückgreifen können!

 
„Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es!“
 
Herzlichst
Ihr
Dr. med. Rudolf Ziegler
(dz)
 
Weitere Informationen: http://www.sportdoktor-ziegler.de/
 
http://www.androgon.com/11055/gesundheit/mannergesundheit/power-ist-essbar

 

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