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Licht-Bilder

3 Januar 2013 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Fritz Winter, Stufungen, 1934, Öl auf Papier auf Leinwand, Konrad Knöpfel-Stiftung Fritz Winter im Kunstmuseum Stuttgart © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Fritz Winter und die abstrakte Fotografie

09.11.2012 – 17.02.2013

Mit den gemalten »Licht-Bildern« von Fritz Winter (1905–1976) widmet sich die Ausstellung in der Pinakothek der Moderne dem bislang selten gezeigten Frühwerk des Malers. Erstmals werden seine Gemälde in einer Gegenüberstellung mit den bahnbrechenden Fotogrammen des Bauhaus- Lehrers László Moholy-Nagy sowie einer Auswahl der frühesten abstrakten Fotografien aus internationalen Sammlungen präsentiert. Über 60 Leihgaben machen den Dialog zwischen abstrakter Malerei und Fotografie erfahrbar. László Moholy-Nagy lehrte am Bauhaus in den 1920er Jahren ein »Neues Sehen«, das er für Malerei, Fotografie und Film gleichermaßen forderte. Dieser programmatischen, medienübergreifenden Ästhetik folgte auch der Bauhaus- Schüler Fritz Winter. Seine experimentelle Lichtmalerei steht im Spannungsfeld von Großstadtillumination, spätexpressionistischer Lichtmetaphorik, konstruktivistischer Plastik und naturwissenschaftlicher Forschung. Röntgenstrahlen, Radioaktivität und Mikrofotografie machten bislang unbekannte Energien und Strukturen der Natur sichtbar. In seinen 1934−36 entstandenen Licht- und Kristallbildern widmete sich Fritz Winter auf virtuose Weise Aspekten der Spiegelung, Strahlung oder Brechung von Licht. Zentral für diese Werkphase ist die in der Ausstellung gezeigte, aus einer Privatsammlung stammende Entwurfsserie »Licht«. 1934 für den Folkwang-Wettbewerb in Essen entstanden, weisen die Gemälde in ihrer monochromen Farbigkeit und der Inszenierung von Helldunkelkontrasten und Transparenzen charakteristische Qualitäten abstrakter Fotografie auf.

Bereits seit den 1910er Jahren experimentierten Künstler mit verschiedensten fotografischen Verfahren, um die genuinen Qualitäten des Lichtbildes jenseits der Gegenständlichkeit zu erkunden. Mit Alvin Langdon Coburns 1917 entstandenen »Vortografien« präsentiert die Ausstellung die frühesten abstrakten Fotografien überhaupt. Darüber hinaus sind die singulären »Cut Paper Abstractions« des Amerikaners Francis Bruguière zu sehen. Neben den berühmten Fotogrammen von László Moholy-Nagy werden die kameralosen Fotografien von Ernst Schwitters gezeigt. Eigenhändige Großformatabzüge der Kristallfotografien von Alfred Ehrhardt markieren den ästhetischen Höhepunkt der Kristalleuphorie der 1930er Jahre. Abstrahierende Glaskompositionen von Willy Zielke ergänzen die Auswahl um eine weitere fotohistorisch bedeutende Position der Neuen Sachlichkeit.

 

Weitere Informationen zur Fritz-Winter-Stiftung und zur Ausstellung finden Sie
auf der neuen Internetseite der Stiftung www.fritz-winter-stiftung.de.

Pinakothek der Moderne und Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Kunstareal | Barer Str. 29, 80799 München

www.pinakothek.de

Quelle / Bildquelle: Pinakothek der Moderne, München

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