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Angstbewältigung in Extremsituationen

25 August 2015 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Angst

Jeder weiß, wie sich Angst anfühlt. Dieses Angstgefühl nehmen wir in Situationen wahr, die von uns als bedrohlich empfunden werden. Dabei kann es sich um eine akute, um eine erwartete oder befürchtete Bedrohung handeln. Die Angst an sich ist nicht wirklich gefährlich. Was der Mensch daraus macht, kann allerdings Folgen haben, die sich keiner wünscht.

Die Angst und ihre Folgen

Die Pupillen weiten sich, die Seh- und Hörnerven werden empfindlicher, welches augenblicklich die Aufmerksamkeit erhöht. Die Herzfrequenz und der Blutdruck steigen schlagartig an, die Blutgefäße der Haut und der inneren Organe verengen sich, was die Durchblutung der arbeitenden Muskulatur verbessert. Die Gerinnungsfähigkeit des Blutes wird erhöht, Wunden können dadurch schneller geschlossen werden. Das Bronchialsystem erweitert sich, die Atmung wird schneller, wodurch die Sauerstoffsättigung im Blut ansteigt. Energiereserven aus Fett und Zucker werden im Organismus bereitgestellt und freigesetzt was eine erhöhte Muskelanspannung und höhere Reaktionsgeschwindigkeit ermöglicht. Die Blasen-, Darm- und Magentätigkeit wird gehemmt. Es werden im Schweiß Moleküle abgesondert und der Angstgeruch entsteht.

Das Umgehen mit der Angst

Angst zu ignorieren ist in jedem Fall ungünstig. Gefühle sind Energieströme und wenn diese nicht fließen, wird diese Energie gestaut. Früher oder später bricht die aufgestaute Energie aus – und das ist oft der Grund, weshalb wir uns nicht auf ein unterschwelliges Gefühl einlassen wollen oder können. Wir fürchten, dass wir mit der Intensität der Gefühle nicht zu recht kommen werden. Mit dieser Vorgehensweise schaffen wir mehr und mehr einen Rahmen, in dem wir mit unseren Gefühlen, der Angst, in Kontakt kommen.

Die Angst beim Tauchen und in Extremsituationen

Beim Sporttauchen z.B. bewegen wir uns in einer „fremden Welt“. Hier sind Taucher besonders gefordert, sich mental und körperlich auf die Tauchgegebenheiten vorzubereiten. Dazu gehört nicht nur körperliche Fitness und regelmäßiges Tauchen, sondern auch ein gutes Equipment und ein entsprechendes Briefing vor dem Tauchgang, um die Gegebenheiten unter Wasser kennenzulernen und entsprechend zu berücksichtigen.

Fast jeder Taucher, egal wie erfahren, hat schon mal Angst unter Wasser verspürt. Probleme können schlagartig auftreten, sich schleichend aus einem Wohlbefinden heraus entwickeln oder man hat sich schon von Beginn des Tauchganges unwohl oder ängstlich gefühlt. Was die Angst so besonders macht, ist die Intensität mit der sie auftreten kann.

Gründe von Angstsituationen beim Sporttauchen

Es mag viele Gründe geben, warum sich eine Angst einstellt. Es können äußere Einflüsse sein wie:

  • Fehler der Ausrüstung (z.B. Automat vereist und bläst ab)
  • Verlust des Tauchpartners
  • Verlust der Orientierung (z.B. fehlender Kompass, keine Einprägung der Strukturen des Meeresbodens)
  • Veränderung der Umgebungsbedingungen
  • Auftreten gefährlicher Meerestiere

Bei den Einflüssen, die von innen entstehen, ist dies deutlich schwieriger, da diese Faktoren einerseits nicht objektiv festgestellt werden können und andererseits durch kognitive Vorgänge ausgelöst werden. So kann der Ausfall der Lampe für manchen Taucher keine Bedrohung darstellen, weil er in seinem bisherigen Leben nie negative Erfahrung mit der Dunkelheit gemacht hat. Er würde einfach die Reservelampe einschalten und die Situation wäre für ihn erledigt. Er würde die Dunkelheit nicht als Bedrohung empfinden und deshalb auch keine Angst fühlen. Ein anderer Taucher, der auf Grund seiner bisherigen Lebenserfahrung Dunkelheit als Bedrohung empfindet, würde beim Ausfall der Hauptlampe in Angst geraten und eine möglicherweise vollkommen andere Verhaltensweise zeigen. Hieraus ist zu erkennen, dass Emotionen – zu denen die Angst zählt – von unterschiedlichen Faktoren abhängen.

Angstbewältigung

Wichtig ist hier zu wissen, Sie können Ihre Ängste in Extremsituationen beeinflussen, egal wie alt Sie sind!

Sie haben also zwei Möglichkeiten, entweder haben Sie weiterhin Angst und werden den Spaß am Tauchen oder einer anderen Extremsportart verlieren. Oder aber Sie nehmen die Angst bewusst wahr, ergründen die Ursache und arbeiten daran sie zu überwinden. Es wird Mühe kosten, weil sich Ihr Gefühl Ihnen in den Weg stellen wird, aber es gibt Möglichkeiten Ihr Gefühl zu Ihrem Verbündeten zu machen!

Sie als Betroffener in einer Extremsituation wissen wie sich Ihre Angst anfühlt. Sie müssen sich darauf konzentrieren, wie sich Ihre Angst bemerkbar macht. Die Symptome werden durch das vegetative Nervensystem ausgelöst. Die Hände werden feucht, Sie fangen an zu zittern, es kommt zu Schweißausbrüchen, einem beklemmenden Gefühl in der Brust- und Magengegend. Der Kreislauf beschleunigt sich, das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, es kommt zur Anspannung der Muskeln. Diese verkürzen sich und ziehen sich zusammen, welches als Spannung empfunden wird. Sie bekommen weiche Knie und spüren ein Pochen in den Adern. Sie fühlen sich dann angespannt, verunsichert und sind leicht reizbar. Diese Gefühle können beispielsweise vor dem Tauchgang oder aber auch plötzlich unter Wasser in unterschiedlicher Stärke auftreten. Achten Sie auch auf Ihre Gedanken, was spielt sich im Kopf ab?!

Enstehung von Ängsten

Thema der Angst ist oftmals Furcht vor einem körperlichen Unglück, Unwohlsein oder eine Reizüberflutung. Körperliche Befindlichkeit und Informationen können auf Grund mangelnder Erfahrung und Training nicht verarbeitet werden. Dieser Zustand ist unangenehm und wird in Extremfällen als bedrohlich empfunden. Eine angebrachte Situationsbewältigung wird teilweise blockiert und eine entsprechende Reaktion kann nicht stattfinden.

Ist die Grenze der Verarbeitungsmöglichkeit erreicht und kommen eventuell noch weitere Umgebungseinflüsse, wie beispielsweise Strömung dazu, entwickelt sich das Gefühl des Kontrollverlustes. Dadurch entsteht Unsicherheit und weiterführend Angst – die zu einer panischen Reaktion führen kann, aber nicht muss.

Unzureichende körperliche Verfassung und falsche Atemtechnik können zu hohen Laktatwerten in den Muskeln und O2 -Mangel sowie CO2 -Erhöhung führen. Durch die starke körperliche Beanspruchung und die erschwerte Atmung ist man an der Grenze der Reizüberflutung angekommen. Dieses führt dann automatisch zur unterschwelligen Steigerung des Angstlevels.

Hier ist zu sagen, dass gerade im Sport- oder Extremsportbereich gewisse Abläufe immer wieder zu trainieren sind, damit der Körper sich entsprechend an die Leistungsanforderungen anpassen kann. Dazu kommt, dass die Ursache für unsere Ängste in unserem Denken liegt. Angst ist fast immer auch das Resultat davon, dass wir eine Situation als bedrohlich, besonders verheerend oder gefährlich für uns einschätzen und unsere Fähigkeiten mit der Gefahr umzugehen, als minimal ansehen. Wie wir die Situation und unsere Fähigkeiten einschätzen, haben wir in unserer Vergangenheit gelernt. Jetzt verspüren wir Angst, ohne bewusst etwas zu denken.

Wir erzeugen zum Teil Ängste selbst und erhalten sie am Leben. Diese Erklärung wurde in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt.

Angst ist immer nachvollziehbar, wenn man seine Gedanken und Phantasien kennt.

Man kann alles was man sich angewöhnt hat umlernen oder abtrainieren! Man muss eine Phase in Kauf nehmen, in der man in Widerspruch zu den Gefühlen und zur körperlichen Reaktion handeln muss. Wir sollten immer wach bleiben, aber wir sollten keine Angst davor haben, weil etwas geschehen kann, was wir noch nicht kennen gelernt haben.

Die vier Schritte der Angstbewältigung

Zusammenfassend ist zu sagen dass im ersten Schritt der Betroffene die Situation erkennen muss, d.h. die Ursache der Angst ergründen und beschreiben muss. Welche Gedanken oder Vorstellungen lösen die Situation Angst aus? Im zweiten Schritt werden die Gedanken beobachtet. Es erfolgt eine Bewertung der Situation in der die Befürchtungen und Katastrophenideen ergründet werden. Im dritten Schritt setzt man sich mit der Gefühlssituation auseinander und hinterfragt diese. Im vierten Schritt beobachtet man die körperliche Reaktion und die eigene Verhaltensweise.

Wichtig ist es diese einzelnen Schritte schriftlich zu dokumentieren, um ein besseres Eigenbild zu bekommen und um auch die gedanklichen Fortschritte aufzuzeigen. Um dieses optimal umsetzen zu können, ist in den meisten Fällen professionelle Hilfe notwendig. Denn so werden mögliche Wege zur Bewältigung aufgezeigt und der Entwicklungsprozess unterstützt. Denn der Betroffene wird im Wiederspruch zu seinen Gefühlen in diese Situation hineingehen müssen und auch bereit dazu sein!

Mit der kognitiven Verhaltenstherapie ist es mir möglich, meine Klienten in ihrem Prozess der Angstbewältigung zu unterstützen, so dass sie eine optimale Umsetzung für sich erzielen können. Wer sich traut, die Komfortzone zu verlassen, wird mit Stolz, Glücksgefühlen und Endorphinen belohnt.

Wenn Sie den Willen mitbringen, zeige ich Ihnen den Weg!

Katja Seyffardt
Beratung in Bewegung
 
 
Weitere Informationen unter: www.seyffardt.de

 

 

 

 

 

 

Quelle: www.seyffardt.de

Fotoquelle: W. Pölzer/www.unterwasser-fotos.com“

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