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Der richtige KUSS

13 Februar 2015 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken
David Gerstein, Graffiti Lips

David Gerstein, Graffiti Lips

Was muss MANN tun um einen Kuss zu erhaschen?

Kommenden Samstag ist Valentinstag – und egal wie man zu diesem „Tag der Liebe“ steht, bietet er doch die Gelegenheit sich einmal über das Thema „Küssen“ Gedanken zu machen. Was muss MANN tun um geküsst zu werden, wie wird er für FRAU attraktiv und was ist ein guter Kuss?

Und wo konnten wir am ehesten etwas zu diesem Thema erfahren? Genau – bei der Nation der Küsse und zudem in der Stadt der Liebe.

Unterwegs in Paris hatten wir uns auf die Suche nach Küssen begeben. Ein paar schöne Kussfotos konnten wir tatsächlich von so manchen Pärchen schießen, sogar ein Hochzeitspaar war dabei – und vor dem Eiffelturm sehen sie wirklich besonders schön aus – aber an den Fotos kann man nun auch nicht recht erkennen, warum gerade diese Männer von ihrer Erwählten einen Kuss bekommen. Was hat die Frauen veranlasst gerade sie als Kusspartner zu wählen?

Glücklicherweise hatten wir die Gelegenheit mit der sympathische Kussexpertin, bzw. Kulturanthropologin Dr. Ingelore Ebberfeld zu sprechen, die ebenfalls in Paris war. Sie erklärte uns bei einem Essen über die Frau-Kuss-Partnerwahl auf und gab wertvolle Antworten und Tipps zum Thema: „Was Sie schon immer über das Küssen wissen wollten“.

1. Was macht Männer attraktiv – was zieht Küsse an?
a. Männliche Gesichtszüge und ein gesundes Hautbild
Ein reines, ebenmäßiges, wenngleich markantes Gesicht ist das A und O eines Mannes. Eine schlechte, ungleichmäßige Rasur erweckt keinen gepflegten Eindruck. Auch vergessene Stoppeln im Gesicht und am Hals sowie längere einzelne Barthaare wirken ungepflegt.
Ein Drei-Tage-Bart wird als sehr männlich empfunden, weil der Bart per se männlich ist. Dennoch, ein Drei-Tage-Bart ist im Großen und Ganzen nur etwas für junge Männer, ältere erscheinen damit oft ungepflegt. Geht es um erotische Anziehung, so phantasieren Frauen keineswegs einen Mann mit Stoppeln, sondern einen frisch rasierten.

b. Eine generell gepflegte männliche Erscheinung
Hierzu gehören gepflegte Kleidung und auch ein gepflegter Körper.
Was den Körper anbelangt, steht Reinlichkeit an erster Stelle. Dies zeigt sich am eindringlichsten am Körpergeruch. Ein sauberer Körper riecht angenehm. Um diesen Eindruck zu verstärken, werden gerne duftende Pflegemittel verwendet.

c. Interessiertes Zuhören und Unterhalten
Außer der körperlichen Erscheinung und der Ausstrahlung ist Frauen wichtig, dass Männer zuhören können, aber auch in der Lage sind, von sich und den „Dingen der Welt“ zu erzählen.
Der Schlüssel für die Augen ist die Erscheinung, der Schlüssel für das Herz ist das Wort. Ein Mann, der eine Frau betören möchte, muss sie mit Worten zu sich führen.

d. Ein kussfreudiger Mund
Wie auch immer der Mund gestaltet sein mag, raue, spröde Lippen laden nicht unbedingt zu einem Kuss ein. Und Lippen, die von Stoppeln umgeben sind, erst recht nicht.

2. Warum küssen wir uns?
Der Kuss gehört zur menschlichen Kontaktaufnahme und zum emotionalen und sexuellen Miteinander. Einerseits gibt es harmlose Küsse, sie sind etwa Teil der Begrüßung oder Bestandteil ritueller Akte. Andererseits gibt es erotische Küsse, sie spielen eine wichtige Rolle in der sexuellen Werbung und öffnen das Tor zur Sexualität. Doch wie unschuldig auch ein Kuss daherkommen mag, niemals handelt es sich bloß um eine Berührung. Denn wir überprüfen beim Küssen nebenbei einiges, beispielsweise ob der andere zu uns passt. Dies geschieht über die Geruchswahrnehmung. Lehnen wir den Körpergeruch ab, lassen wir uns erst gar nicht auf eine sexuelle Beziehung ein. Für eine Frau hat der Kuss einen besonderen Stellenwert in der Beziehung. Er wird zum Gradmesser, wie der Partner emotional zu ihr steht. Die Häufigkeit der Küsse, wie geküsst wird, unter welchen Umständen und mit welchem Ziel – all das gibt Aufschluss über den Stand der Partnerschaft. Am Anfang einer Verbindung wird der Kuss gar als Ehrlichkeitsparameter genutzt, denn Gefühle können beim Küssen schlecht vorgegaukelt werden.

3. Gibt es den perfekten Kuss?
Ja, allemal. Wobei es hier keinesfalls um perfekte Fertigkeiten geht, vielmehr ist die Situation, der richtige Moment und das richtige Vorgehen entscheidend.

 

Küssen

Die richtige Rasur – dann klappt’s auch mit dem Küssen!
Da FRAU sich beim Küssen über schlecht rasierte Männer beschwert – gibt es hier noch eine Erklärung zur Rasur vom Experten, Dermatologe Prof. Dr. Med. Hans Wolff.

1. Aufweichen:
Barthaare vor der Rasur aufweichen, entweder mit Wasser oder, besser, mit Rasierschaum oder -gel.

2. Alkohol:
Rasierschaum oder -gel möglichst ohne Alkohol verwenden.

3. Mehrklingenrasierer:
Effizienter als 1 Klinge sind 3 oder sogar 5 Klingen. Je mehr Klingen, desto besser ist die Druckverteilung bei der Rasur und desto weniger wird der Haarfollikel bei der Rasur gereizt.

4. Rasierklingen:
Um die Schnittkräfte möglichst klein zu halten, sollten dünne, feine Klingen verwendet werden.

5. Mikro-Impulse:
Besser Nassrasierer mit Mikro-Impuls-Funktion verwenden. Sie sorgen dafür, dass die Haut desensibilisiert wird und die Klingen bei der Rasur kaum noch wahrgenommen werden und noch besser durch das Barthaar schneiden.

Wenn MANN diese Kuss- und Rasier-Tipps befolgt, sind schon einmal die besten Vorausetzungen für einen Kuss geschaffen – und der Valentinstag ist doch genau der richtige Tag um diese Anregungen auszuprobieren. Männer, viel Erfolg!

 

Dr. habil. Ingelore Ebberfeld
Kulturanthropologin und wissenschaftliche Beraterin für Gillette
Dr. Ingelore Ebberfeld studierte in England, Spanien und Deutschland Sozialwissenschaften, promovierte an der Universität Bremen über Alterssexualität und habilitierte sich dort mit einer Arbeit über Geruch und Sexualität. Sie doziert, arbeitet und forscht insbesondere zu den Themen Sexualität, Körperkult und Sinneswahrnehmung.Ihre Bücher „Das Kussbuch. Eine romantische Verführung“ und „Küss mich. Eine unterhaltsame Geschichte der wollüstigen Küsse“ sorgten im In- und Ausland für Furore. Zuletzt sind von ihr erschienen: „Blondinen bevorzugt. Eine Kulturgeschichte des weiblichen Balzverhaltens“ sowie „Von der Unmöglichkeit der Liebe“.

Prof. Dr. med. Hans Wolff
Dermatologe und medizinischer Berater für Gillette
Prof. Dr. med. Wolff studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und promovierte mit Bestnote. Im Rahmen eines Stipendiums war er in der Folge an der Harvard Medical School in Boston tätig.
Seit 1989 arbeitet Prof. Dr. Wolff in der Klinik und Poliklinik für Dermato-logie und Allergologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er die Facharztbezeich-nung Dermatologe und die Zusatzbezeichnung Allergologe erwarb. Im Dezember 2000 wurde er zum Universitätsprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München berufen.

 

Quelle: Gillette | Bilder: androgon.com

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