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Letzte Bilder – Von Manet bis Kippenberger

26 Februar 2013 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken
Georgia O`Keeffe, The Beyond (Das Jenseits), 1972, Öl auf Leinwand 76,2 x 101,6 cm © Georgia O’Keeffe Museum / Artists, Rights Society (ARS), New York 2013, © Foto: Georgia O'Keeffe Museum, Santa Fe/Art Resource/Scala, Florence

Georgia O`Keeffe, The Beyond (Das Jenseits), 1972, Öl auf Leinwand

LETZTE BILDER – VON MANET BIS KIPPENBERGER

28. Februar – 2. Juni 2013

Mit der Ausstellung „Letzte Bilder. Von Manet bis Kippenberger“ widmet sich die Schirn Kunsthalle Frankfurt vom 28. Februar bis 2. Juni 2013 herausragenden Werken und Werkgruppen, die Künstler in der allerletzten Phase ihres Schaffens hervorgebracht haben und die – auf jeweils ganz unterschiedliche Weise – das Ende eines künstlerischen Lebenswerks markieren. Die Frage nach dem möglichen Abschluss eines Œuvres wird dabei anhand einer konzentrierten Auswahl von 14 künstlerischen Positionen vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart beleuchtet.

Die Ausstellung präsentiert rund 90 Werke von Édouard Manet, Claude Monet, Alexej von Jawlensky, Henri Matisse, Francis Picabia, Ad Reinhardt und Georgia O’Keeffe bis hin zu Giorgio de Chirico, Bas Jan Ader, Walker Evans, Willem de Kooning, Andy Warhol, Stan Brakhage und Martin Kippenberger in poetischen Konstellationen. Ob berühmte Alterswerke oder nahezu unbekannte letzte Werke – alle ausgewählten Künstler haben zum Ende ihres Schaffens eine Gruppe von Werken hervorgebracht, die in ihrer Qualität als „letzte Bilder“ einen besonderen, manchmal neuartigen Blick auf das Gesamtwerk des Künstlers ermöglichen und unterschiedliche Fragen hinsichtlich des bevorstehenden Endes der künstlerischen Tätigkeit aufwerfen.

Die Präsentation in der Schirn ist nicht chronologisch aufgebaut, sondern erzeugt, aufgeteilt in sieben Räume, spannungsvolle Konstellationen, bei denen jeweils zwei Künstler in einen zumeist unerwarteten Dialog treten. So werden Claude Monets berühmte Seerosen der späten 1910erJahre den Blumenstillleben gegenübergestellt, mit denen Édouard Manet 1882/83 noch wenige Wochen vor seinem frühen Tod zu einem Ausdruck ungeminderter Lebensbejahung fand. Willem de Koonings abstraktes Spätwerk tritt in Dialog mit den Scherenschnitten der Mappe Jazz, mit denen Henri Matisse im Alter von fast 80 Jahren seine berühmte letzte Werkphase der „papiers découpés“ einleitete. Für seinen letzten Film Chinese Series kratzte der US-amerikanische Experimentalfilmer Stan Brakhage kurz vor seinem Tod 2003 mit den Fingernägeln zeichenhafte Formen in einen schwarzen Filmstreifen. In der Schirn trifft er auf eine kleine Auswahl der als Meditationen bekannten, rund 1000 kleinformatigen Bilder, die der 1864 in Russland geborene Künstler Alexej von Jawlenskys, von Krankheit gezeichnet und nahezu gelähmt, in den Jahren 1934 bis 1937 unter äußerster Kraftanstrengung anfertigte.

In der Kunstgeschichte wurde und wird der Begriff des „Spätwerks“ bislang fast ausschließlich im Hinblick auf die Existenz eines sogenannten Spät- oder Altersstils diskutiert. Jenseits solch stilorientierter Fragestellungen geht die Ausstellung in der Schirn von einer einzigartigen Vielfalt letzter Bilder aus, ohne allzu leichtfertig nach einem gemeinsamen Nenner zu suchen. Neben berühmt gewordenen Werkgruppen wie den späten Seerosenbildern Monets oder Andy Warhols O’Keeffe, welche die für sie in den 1960er-Jahren neue Erfahrungsdimension des Fliegens wiedergeben, auch die radikal reduzierten „Punktebilder“ von Francis Picabia zu sehen, deren Minimalismus und willentlich schlechte Malweise bei ihrer ersten Präsentation 1949 in Paris als regelrechte Provokation empfunden wurden.

Insgesamt erhellen die präsentierten Arbeiten ganz unterschiedliche Facetten des bevorstehenden Endes der künstlerischen Tätigkeit: neu gewonnene Freiheit und Souveränität, gesteigerte Produktivität, Neuausrichtung aufgrund physischer Einschränkungen, Rückbesinnung auf die eigenen Anfänge oder stoisches Beharren auf dem eingeschlagenen Weg tun sich ebenso auf wie Aspekte der Schicksalsverachtung, des Zufalls und der Wiederholung. Anhand der von 1960 bis 1966 entstandenen schwarzen quadratischen Bilder von Ad Reinhardt wird schließlich auch die ästhetische Auseinandersetzung mit dem „letzten Bild“ und dem Ende der Malerei thematisiert.

Weitere Informationen:

SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
RÖMERBERG
60311 FRANKFURT

www.schirn.de

 

Quelle: Schirn Kunsthalle

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