Home » gesundheit, sport, Training

Laufen & Meniskus-Schaden

19 März 2013 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken
Meniskus des Kniegelenks des Menschen

Meniskus des Kniegelenks des Menschen

Medizinische Kolumne zur sportlichen Gesundheit

Der renommierte Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler, Leiter der sportmedizinischen U-Stelle des Kreises Bergstraße in Heppenheim und Chefredakteur des Fachmagazins “Puls aktiv”, konnte von androgon als medizinischer Berater gewonnen werden. Er betreut seit einem Jahr das Extremsport-Team androgon und stellt aus seiner Sprechstunde wöchentlich für alle Extremsportler und sportlich Interessierten seine medizinischen Tipps vor.

Als nächsten Beitrag stellen wir nun die Beratung eines Läufers mit Meniskus-Schaden vor.

Peter B. fragt:

Gemäß einer orthopädischen Untersuchung vom Dezember 2012 wegen unklarer Beschwerden im rechten Kniegelenk unter Laufbelastung und abgesichert durch Röntgen und Kernspin-Befund habe ich am rechten Kniegelenk eine degenerative Problematik im Bereich des Innenmeniskus-Hinterhorn sowie zusätzlich Abnutzungserscheinungen im Bereich des Retropatellargelenks zw. Kniescheibe und Oberschenkelknochen. Könnten Sie mich bzgl. der aus Ihrer Sicht angezeigten Gegenmaßnahmen etwas unterstützen, vielen Dank vorab?

Sportarzt Dr. med. R. Ziegler aus Heppenheim antwortet:

Wunschgemäß darf ich Ihr Problem kommentieren und mit einem Maßnahmenkatalog zu Ihrer geschätzten Verwendung unter Einbeziehung Ihres behandelnden Arztes abrunden:

  • Ich sehe Ihren MRT-Befund am Innenmeniskus von der Entstehung her im Zusammenhang mit Ihrem O-Bein (varische Beinachse). Die zusätzlich vorhandenen Abnutzungserscheinungen an der Kniescheibenrückfläche könnten durch eine überbewegliche und hochstehende Kniescheibe bedingt sein, evtl. zusätzlich verstärkt durch ein muskuläres Ungleichgewicht zwischen dem vorderen inneren (Vastus medialis) und vorderen äußeren (Vastus lateralis) Oberschenkelmuskel. Gott lob sind Sie ja bisher von schwerwiegenden Knorpelschäden an den beiden Problemzonen verschont geblieben, sodass hier ein überlegtes Zuwarten mit entsprechenden Vorsichts- und Vorbeugemaßnahmen aus meiner Sicht durchaus zu verantworten ist, zumindest vorerst.
  • Was kann ich Ihnen daher jetzt vorbeugend wie auch therapeutisch vorschlagen, um diese 2 Problembereiche im rechten Kniegelenk langfristig zumindest zu verlangsamen bzw. in den Griff zu bekommen:
    1. Jeweils pro Quartal eine 4-Wochen-Kur als kombinierte Knorpelstabilisierungs- und Schutzmaßnahme, bestehend aus 3 in dieser Situation bewährten Präparaten (Orthomol Arthro plus Pulver/Kps./Tbl., artilane-Trinkampullen, Pro-Agil-Kps.), die Sie jeweils abwechselnd ein um den anderen Tag einnehmen, am besten abends nach dem Essen. Die Zusammensetzung dieser Präparate unterstützt die Knorpelbelastbarkeit und verhindert überschießende Entzündungsprozesse an den lädierten Stellen, die sich ungünstig auf den weiteren Gelenkknorpel-Bestand und -Festigkeit auswirken würden. Evtl. bietet sich bei Ihnen ja auch eine Hyaluronsäure-Serie mittels Injektion ins Gelenk an, wie von Ihrem Orthopäden auch ins Spiel gebracht. Das würde ich aber davon abhängig machen, wie sich das Beschwerdebild in Alltag und Sport entwickelt.
    2. Ihren so geliebten Laufsport sollten Sie mit viel Köpfchen weiter betreiben können, d.h. Laufen nur auf weichem Untergrund und unter Verwendung Ihrer Einlagen (regelmäßige Überprüfung deren Funktionalität) und natürlich keine Überlängen (max. 60 Min. pro Einheit). Das Kniegelenk wird Ihnen dabei ganz genau und zwar mittels Beschwerdebild signalisieren, wie es sich mit der Belastungsverträglichkeit verhält und ob Sie „überzockt“ haben. Zu überlegen wäre eine zusätzliche und regelmäßige Gabe von täglich 4 x 2 Traumeel® S Tbl. (erhältlich in der Apotheke) und zwar jeweils an den Trainingstagen. Dieses bewährte naturheilkundliche Kombi-Präparat könnte mit seiner breiten phyto-therapeutischen Zusammensetzung dazu beitragen, die Belastungsverträglichkeit zusätzlich zu stabilisieren. Das Präparat ist gut verträglich, nur bei bekannter Pollenallergie ist Vorsicht geboten und verlangt dann die Rücksprache bei Ihrem behandelnden Arzt.
    3. Desweiteren sollten Sie sich auch mit einer Krankengymnastik-Praxis kurz schließen, die mit Ihnen dann ein gezieltes muskuläres Auftrainieren Ihres M. vastus medialis in Angriff nehmen sollte, um so die Rückfläche der Kniescheibe vor weiterer Fehlbelastung zu schützen.
    4. Sprechen Sie dann auch noch bitte bei Ihrem Orthopäden vor, was er von einer Schuhaußenrand-Erhöhung von ca. 2.5 mm hält, die aber auch in Ihre Alltagseinlagen integriert werden könnte. Damit käme der lädierte Innenmeniskus etwas aus dem „mechanischen Schussfeld“. Was mit der verordneten Genutrain-Bandage bei Ihnen bezweckt werden soll, weiß ich nicht. Da müssten Sie dann nochmals genauer nachfragen, wann Sie selbige tragen sollen und auch warum.

So, dann hoffe ich fürs Erste, dass Ihnen mit dieser Vorschlagsliste eine möglichst lang anhaltende beschwerdefreie Zeit in Alltag und Sport beschieden ist. Eine Operation ist aus meiner Sicht erst dann ohne Wenn und Aber indiziert, wenn die Beschwerden zunehmen bzw. bereits unter Alltagsbedingungen auftreten und das Knie immer wieder entzündlich reagiert. Hier sollten Sie dann aber auch die Entscheidung nicht auf die lange Bank schieben und natürlich in allen Zweifelsfragen stets Rat bei Ihrem behandelnden Orthopäden einholen.

Dr. med. R. Ziegler„Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es!“

Herzlichst
Ihr
Dr. med. Rudolf Ziegler
 
Weitere Informationen: http://www.sportdoktor-ziegler.de/http://www.androgon.com/11055/gesundheit/mannergesundheit/power-ist-essbar
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...