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Men Importance

20 März 2013 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Maenner

Wozu sind Männer eigentlich überhaupt noch gut? – Wie Kulturen davon profitieren, Männer auszubeuten

In den Bücherregalen stapeln sich zur Zeit  wieder zahlreiche Neuerscheinungen zum Gender Mainstreaming, dem ewigen Themenkomplex zur Lösung der Männer- und Frauenfrage. Auf der Bestseller-Liste befindet sich dazu der amerikanische Sozialpsychologe Roy Baumeister mit dem obigen provokanten Titel nach einem zuvor Aufsehen erregenden Vortrag „Is there anything good about men?“. Denn für den Fortbestand der Menschheit wäre jede Frau von eminenter Bedeutung, während  man dazu nicht so viele Männer benötigt, zumal einige wenige Spermien dazu ausreichen würden. Daher lebt „Mann“ mit wesentlich höherem Risiko, setzt oftmals sein Leben deutlich aufs Spiel, muss sich ständig beweisen und schließlich darum kämpfen, die weiblichen Artgenossen von seiner Qualität zu beeindrucken, damit sie mit ihnen ihren Nachwuchs späterhin zeugen.

Der Autor stellt allgemein aus seinen wissenschaftlichen Recherchen fest, dass Männer im Beruf sehr viel erfolgreicher sind, zumal sie ihr Leben lang daran arbeiten, herausragende Positionen zu erreichen und dabei bedeutend risikoreicher ans Werk gehen. Kehrseite der Medaille ist jedoch: Männer haben eine kürzere Lebenserwartung,  darüber hinaus eine Selbstmordrate, die dreifach höher ist, als die von Frauen. Männer erleiden  95 % von allen schweren Arbeitsunfällen und sind  bei kriegerischen Auseinandersetzungen besonders hoch gefährdet zu fallen bzw. schwer verwundet zu werden. Außerdem sitzen in den Gefängnissen fast ausschließlich Angehörige des männlichen Geschlechts. So resümiert der Autor schließlich: „Zwar ist es richtig, dass  Spitzenpositionen überwiegend mit Männern besetzt sind. Aber wenn wir uns das untere Ende der Gesellschaft ansehen, finden wir auch da vor allem Männer. Sie genießen nämlich nicht nur das Beste, was die Gesellschaft zu bieten hat, sondern auch das schlechteste.“

Nach Baumeister sind es bei historischer Betrachtung  immer nur wenige innovative, kreative Männer gewesen, die unsere Kultur, unser Wissen und Wohlstand zur Blüte gebracht haben und wohl auch in Zukunft dafür in Betracht kommen werden. Diese haben von jeher die sozialen Strukturen geschaffen, in denen sie auch nach wie vor die Führungsrolle  spielen. Er sieht daher die überall in der westlichen Welt zumeist von den Feministinnen in Gang gesetzte politische Zielsetzung, eine bevorzugte Behandlung von Frauen per Gesetz durchzusetzen, mit großer Skepsis und hält es aus sozialpsychologischer Sicht durchaus für möglich, dass dieses Privileg aufgrund fehlender ökonomischer Effizienz in Zukunft wieder abgeschafft wird. Er führt weiter aus: „Denn die Gesellschaft könnte beispielsweise erkennen, dass Frauen im Durchschnitt ein geringeres Einkommen haben, weil sie bestimmte Entscheidungen treffen, und nicht, weil sie unterdrückt und diskriminiert werden. Daher könnte die Gesellschaft zu dem Schluss kommen, dass keine weiteren Korrekturen nötig sind. Dieser Tag liegt allerdings noch in weiter Ferne, zumal die Debatte um die Gleichberechtigung heute von Frauen und vor allem von Feministinnen bestimmt wird. Sie werden die Behauptung vermutlich noch eine Weile lang aufrecht erhalten, dass Frauen von einer Verschwörung des Patriarchats unterdrückt werden. Aber dieses Märchen wird sich nicht für immer aufrecht erhalten lassen.“

Er plädiert daher, wie es bisher in der Geschichte der Menschheit immer schon war, für ein harmonisches Miteinander und nicht für den Geschlechter-Kampf; denn erst durch eine funktionierende Partnerschaft von Mann und Frau und deren gegenseitiges Verständnis ist ein zunehmendes Wohl der Gesamtgesellschaft zu erwarten, welches  daher auch in Zukunft weiter zwischen den Geschlechtern bestehen sollte.

Durch die sozialpsychologische Betrachtung des Autors zeigt das hier vorgestellte Buch einen neuen interessanten Aspekt im Gender Mainstreaming auf und kann daher von Seiten unseres Magazins sowohl dem modernen Mann, wie auch der ihrem Partner gegenüber aufgeschlossenen Frau durchaus zur Lektüre empfohlen werden.

(wz)

Weitere Informationen: www.verlag-hanshuber.com/index.php/wozu-sind-maenner-eigentlich-ueberhaupt-noch-gut.html
  • Autor: Roy F. Baumeister
  • Titel: Wozu sind Männer eigentlich überhaupt noch gut? Wie Kulturen davon profitieren, Männer auszubeuten
  • Gebundene Ausgabe: 302 Seiten
  • Verlag: Huber, Bern
  • Sprache: Deutsch
  • Preis: EURO 24.95

 

 

Bildquelle: www.verlag-hanshuber.com

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