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Laufen & Vorhofflimmern

Quelle: Jakov [1]

Quelle: Jakov

Medizinische Kolumne zur sportlichen Gesundheit

Der renommierte Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler, Leiter der sportmedizinischen U-Stelle des Kreises Bergstraße in Heppenheim und Chefredakteur des Fachmagazins “Puls aktiv”, konnte von androgon als medizinischer Berater gewonnen werden. Er betreut seit einem Jahr das Extremsport-Team androgon und stellt aus seiner Sprechstunde wöchentlich für alle Extremsportler und sportlich Interessierten seine medizinischen Tipps vor.

Als nächsten Beitrag stellen wir nun die Beratung eines Läufers mit Herzrasen vor.

Franz-Josef W. fragt:

Sehr geehrter Herr Dr. Ziegler

bin kurz vorm 65. Lebensjahr und mache seit ca. 15 Jahren Triathlon, von Sprint bis Ironman. Meine letzte Mitteldistanz lief problemlos im September letzten Jahres. Mein aktuelles Problem: Ich leide seit Sommer letzten Jahres an Herzrasen. Es trat plötzlich nach einer Trainingseinheit auf und zwar in der Ruhephase am Abend, Puls über ca. 24 Std. zw. 130-160 Schläge pro Min. und dies 2-3mal in der Woche. Die Komplett-Untersuchung beim Kardiologen ergab zunächst keine konkreten Ergebnisse. Mitte November 2012 dann Einweisung ins Krankenhaus wg. diagnostiziertem Vorhofflimmern. Als Ursache für mein Problem fand man ein sogenanntes Sick-Sinus-Syndrom mit paroxysmalem Vorhofflimmern und intermittierender Tachyarrhythmie sowie einen frequenzabhängigen Schenkelblock. Zusätzlich läge bei mir auch eine diffuse Koronarsklerose (1-Gefäßerkrankung mit 80%iger Verengung) vor, die Auswurfleistung meines linken Herzens sei aber okay, desweiteren fanden sich krankhaft veränderte Blutfette (Hyperlipidämie). Trotz der verordneten Medikamente (Rhytmonorm, Beloc Zock, ASS 100, Simvastatin 20) habe ich weiterhin Herzrasen. Warum also Medikamente, wenn es trotzdem nicht besser wird? Habe daher seit 14 Tagen die Medikamente abgesetzt und mit Sport aufgehört, um zu testen, ob es am Sport liegt. Hatte nur noch einmal Herzrasen. Jetzt meine Frage an Sie: Kann ich noch weiterhin Leistungssport betreiben, welche Klinik können Sie mir empfehlen, um eventuell noch eine elektrophysiologische Untersuchung (EPU) durchführen zu lassen? Gibt es alternative Medikamente. Für Ihre Antwort im Voraus vielen Dank.

Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler aus Heppenheim antwortet:

Vorausgeschickt sei der Hinweis auf ein statistisch hochinteressantes Phänomen, wonach speziell ältere Hochleistungs-AusdauersportlerInnen wesentlich häufiger als die Normalbevölkerung von Vorhofflimmern betroffen sind. Wieso dies:

So, jetzt dann aber gleich konkret zu Ihnen, wobei ich mich aus der Entfernung verständlicher Weise auf einige wenige und grundsätzliche Aussagen beschränken möchte, da es sich bei Ihnen nun einmal und ohne falsche Übertreibung um ein durchaus dramatisches Krankheitsbild handelt, das im worst-case-Fall lebensbedrohlich werden kann. 2 Komplikationen sind hier besonders gefürchtet:

Was ist unter diesen Voraspekten aus meiner Sicht im Einzelnen zu tun bzw. Ihnen zu raten:

Und nochmals: Sie leiden an keiner Bagatelle. Alle meine Empfehlungen sollten Sie in enger Abstimmung mit Ihrem Kardiologen umsetzen.

Alles Gute

Dr. med. R. Ziegler [3]„Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es!“

Herzlichst
Ihr
Dr. med. Rudolf Ziegler
 
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