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Laufen & Arthrose

30 Juli 2013 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken
Schematische Darstellung der radiologischen Zeichen der Hüftgelenksarthrose:  (1) (Rand-)Osteophyt  (2) subchondrale Sklerosierung (3) Geröllzyste (4) Gelenkspaltverschmälerung

Schematische Darstellung der radiologischen Zeichen der Hüftgelenksarthrose:
(1) (Rand-)Osteophyt (2) subchondrale Sklerosierung (3) Geröllzyste (4) Gelenkspaltverschmälerung

Medizinische Kolumne zur sportlichen Gesundheit

Der renommierte Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler, Leiter der sportmedizinischen U-Stelle des Kreises Bergstraße in Heppenheim und Chefredakteur des Fachmagazins “Puls aktiv”, konnte von androgon als medizinischer Berater gewonnen werden. Er betreut seit einem Jahr das Extremsport-Team androgon und stellt aus seiner Sprechstunde wöchentlich für alle Extremsportler und sportlich Interessierten seine medizinischen Tipps vor.

Als nächsten Beitrag stellen wir nun die Beratung eines Läufers mit Arthrose vor.

Reinhard H. fragt:

Sehr geehrter Sportarzt Dr. med. R. Ziegler,

ich bin 69 und regelmäßiger Läufer. Meine Probleme mit der Hüfte fingen im September 2012 an. Suchte daher einen Orthopäden auf, die Diagnose „Arthrose“ wurde dann durch das Röntgenbild bestätigt. Als Behandlung bekam ich Spritzen für die Entzündungen. Nach mehreren Behandlungen ließen die Schmerzen nach. Durch den Winter kamen die Schmerzen wieder und ich befinde mich wieder in Behandlung. Bevor ich mich zur Op entschließe, möchte ich es zunächst konservativ versuchen. Seit Dezember 2012 mache ich regelmäßig Krafttraining für den Muskelaufbau. Weiterhin habe ich festgestellt, dass Nässe und Kälte mir starke Schmerzen verursachen. Beim langen Sitzen habe ich keine Schmerzen, aber wenn ich mich wieder aufrichte, treten die Schmerzen sehr stark in Erscheinung. Durch Zufall bin ich auf den Tee Cistus incanus aufmerksam geworden. Diesen Tee habe ich mir gekauft und trinke seit ein paar Tagen den Tee über den Tag. Dieser Tee soll unter anderem auch entzündungshemmend wirken. Soweit mein Problem. In dieser Mail habe ich einige Präparate aufgeführt, welche bei Arthrose helfen sollen. Wie beurteilen Sie diese Mittel? Sind diese Mittel von Nebenwirkungen frei? Im Moment mit den Schmerzen leben zu müssen, ist keine Lebensqualität mehr. Wäre Ihnen sehr dankbar für Ihren Rat. Mit freundlichen Grüßen

Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler aus Heppenheim antwortet:

Wie bei allen Anfragen über das Netz muss ich herausstellen, dass meine Vorschläge stets nur grundsätzlicher Natur sein können, die dann nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden sollten. Es würde auch den Rahmen einer online-Stellungnahme sprengen, Ihre angeführten Produkte im Detail abzuarbeiten.

Daher hier meine grundsätzlichen Anregungen:

  • Einbau von Pufferabsätzen an Ihre Alltagsschuhe (Kassenleistung), wird von einem orthopädischen Schuhmacher erledigt.
  • Verbesserung der Knochen-Stabilität über ausreichende Kalzium-Zufuhr in Kombination mit den Vitaminen D3 und K1. Daher lassen Sie sich bitte umgehend Ihren 25-OH-Vitamin D-Plasmaspiegel sowie den Blutspiegel an freiem Parathormon bestimmen lassen. Selbst bei Outdoor-Sportlern/-Sportlerinnen findet sich überraschender Weise nicht selten ein Vitamin D-Mangel, obwohl diese Sportler im Trainingslager sowie während des einheimischen Sommers ja eigentlich ausreichend Sonnenlicht plus UV-Licht im wirksamen UVB-Bereich tanken müssten, was ja nun ’mal entscheidend für die körpereigene Vitamin D3-Bildung in der Haut ist. Und nicht zu vergessen: Im Alter nimmt die Vitamin D-Produktion in der Haut generell ab, obwohl doch gerade in dieser Lebensphase Vitamin D eine ganz wichtige Rolle bei der Sturzprophylaxe, zur Verbesserung der Psyche und bei der Schmerzmodulation spielt. Vitamin D-reiche Lebensmittel sind v.a. fetter Seefisch, Pilze, Eigelb, Leber und Bio-Milchprodukte von freilaufenden Rindern. Ihr 25-OH-Vitamin D-Plasmaspiegel sollte daher gemäß neuester Vorgaben zumindest bei 40 ng/ml liegen. Falls nicht, sollten Sie umgehend Ihr Vitamin D-Depot auffüllen, am besten mittels des Präparats Dekristol® 20000 IE in Kapselform, Details hierzu möge Ihnen Ihr Hausarzt darlegen. Wichtige Kalziumquellen sind u.a. fetter Seefisch, dann Hülsenfrüchte (dazu zählen auch Süßlupinen, Soja & Erdnüsse) sowie jegliches Grüngemüse, Salat, Milch und Milchprodukte sowie bestimmte Mineralwasser-Sorten.
  • Zur gezielten Unterstützung und Behandlung des Knorpelgewebes hat sich bei mir eine Dreier-Kombination im täglichen Wechsel bewährt, die Sie am besten und konsequent für zunächst 3 Monate durchziehen sollten. Bei diesen 3 Präparaten handelt es sich um:
    • Orthomol Arthro plus® (abends 1 Tagesration, nach dem Essen)
    • Artilane® Trinkampullen (abends den Inhalt einer Trinkampulle, nach dem Essen)
    • Proagil® Kps. (1 x täglich 1 Kps.).

    Nach dieser Zeit können Sie ermessen, inwieweit die konservative Therapie bei Ihnen angeschlagen hat, wobei natürlich das Ausmaß der Arthrose von vorneherein und grundsätzlich die Frage der Erfolgsaussichten bestimmt. Bei Erfolg können Sie diese Kur jeweils einen Monat pro Quartal wiederholen.

  • Mittlerweile ist auch seit einiger Zeit ein Hyaluronsäure-Präparat (Ostenil® mini) auf dem Markt, das zur gezielten Knorpelbehandlung und ohne Wirkungsverlust direkt in den Gelenkspalt gespritzt wird, natürlich nur durchführbar unter standardisierten Bedingungen.
  • Wg. Ihrer starken Schmerzen sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt Rücksprache nehmen. Nur er kann entscheiden, welche Präparate hier für Sie und für einen bestimmten Zeitraum, geeignet und verträglich sind, bis die Knorpelergänzungstherapie hoffentlich greift.
  • Auch die hochdosierte Einnahme von langkettigen Omega-3-Fettsäuren macht in Ihrem Fall Sinn, um die schwelende Entzündungsproblematik gezielt zurückzudrängen. Hier habe ich seit Jahren gute Erfahrungen mit dem Produkt Omega-3-Power®-Pulver der Fa. KyraMed Biomol Naturprodukte gemacht, das angenehm nach Nuss-Caramel schmeckt. Die empfohlene Dosierung liegt hier bei einem Messbecher täglich abends, eingerührt in Joghurt, Wasser oder Fruchtsäfte.
  • Flankierend zur Einnahme von anti-entzündlich wirkenden Schmerzmitteln könnten Sie auch noch Traumeel® S Tabletten einnehmen, tägliche Dosierung 4 x 2 Tbl., am besten langsam unter der Zunge zergehen lassen. Das Präparat ist gut verträglich, nur bei bekannter Pollenallergie ist Vorsicht geboten.
  • Ihren Cistus incanus-Tee können Sie unbedenklich genießen, durchaus 3 Tassen pro Tag, auf Grund seines hohen Gehalts an bestimmten Pflanzenstoffen (Polyphenole) wirkt er ebenfalls anti-entzündlich und dadurch ebenfalls schmerzlindernd.
  • Zusätzlich sollten Sie aber unbedingt und konsequent tierische Produkte aus Mastbetrieben, Zuchtfarmen und Legebatterien sowie auch nicht Bio-Milchprodukte meiden, die ebenfalls die Entzündungsprozesse im Gelenk unterhalten und forcieren, wie wir heute aus zuverlässigen wissenschaftlichen Quellen wissen.

Ja, jetzt hoffe ich natürlich, Ihnen auf diesem Wege ein paar wichtige und effektive Ratschläge vermittelt zu haben, was mich sehr freuen würde. Alles Gute weiterhin

Ihr Dr. Ziegler

Dr. med. R. Ziegler„Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es!“

Herzlichst
Ihr
Dr. med. Rudolf Ziegler
 
 Weitere Informationen: http://www.sportdoktor-ziegler.de/http://www.androgon.com/11055/gesundheit/mannergesundheit/power-ist-essbar
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