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Radfahren & Achillessehnen-Teilruptur re.

9 Mai 2013 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Achilles-tendon

Medizinische Kolumne zur sportlichen Gesundheit

Der renommierte Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler, Leiter der sportmedizinischen U-Stelle des Kreises Bergstraße in Heppenheim und Chefredakteur des Fachmagazins “Puls aktiv”, konnte von androgon als medizinischer Berater gewonnen werden. Er betreut seit einem Jahr das Extremsport-Team androgon und stellt aus seiner Sprechstunde wöchentlich für alle Extremsportler und sportlich Interessierten seine medizinischen Tipps vor.

Als nächsten Beitrag stellen wir nun die Beratung eines Sportlers mit Achillessehnen-Teilruptur vor.

Dietmar D. fragt:

Sehr geehrter Herr Doktor Ziegler,

bin Radsportler und habe mir beim Seilspringen vor vier Monaten, lt. meiner behandelnden Ärzte (incl. des Chefarztes des Krankenhauses für Orthopädie in Herten) und gemäß klinischer Untersuchungen plus Sonografie, einen Muskelfaserriss zugezogen. Die Behandlung erfolgte mittels Friktionsmassage und Ultraschall. Nach ca. 6 Wochen wurde wg. ausbleibender Besserung auf mein Betreiben hin eine MRT-Untersuchung gemacht. Nach Auswertung des MRT sagte der Chefarzt, ich solle mich nicht so anstellen, da kaum Einblutungen zu sehen seien. Die Schmerzen nahmen aber weiter zu. Ich ließ daher die Behandlung mit Ultraschall absetzen, Vor knapp einem Monat Abbruch der gesamten Behandlung und in der letzten Woche Vorstellung meinerseits beim früheren Mannschaftsarzt von Schalke 04 vor. Der guckte sich das MRT an und meinte „völlig falscher Ansatz der MRT-Untersuchung“. Guckte sich meine geschwollene Achillessehne an, befühlte diese auch, äußerte den Verdacht auf einen Teilabriss der Achillessehne. Vor einer Woche wurde erneut ein MRT und zwar der Achillessehne angefertigt, wo sich der Verdacht (Teilabriss der Achillessehne) bestätigte. Ich bin jetzt wirklich fassungslos. Montag habe ich einen Termin bei dem mich jetzt behandelnden Arzt, der aber das neue MRT-Ergebnis noch nicht kennt, diesen Kontakt vermittelte mir der Radiologe. Nach 3,5 Monaten weiß ich jetzt endlich, warum ich immer noch unter Gehbeschwerden, mit teilweise großen Schmerzen leide. Mir fehlen einfach immer noch die Worte. Gerne würde ich jetzt auch Ihre Meinung zu meinem Fall einholen, vielen Dank vorab.

Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler aus Heppenheim antwortet:

Vorausgeschickt sei, dass auch bei einer Kernspin-Untersuchung (MRT) der ebenfalls in die Achillessehne einstrahlende kleine Plantarmuskel (Abspaltung des großen Wadenmuskel-Pakets) als noch stehengebliebener „Rest“ der eigentlich komplett gerissenen Achillessehne fehlgedeutet werden kann. Daher hier mein sportärztlicher Rat wie folgt, mit allem Vorbehalt, da nun einmal aus der Entfernung:

  • Zunächst klinischer Test, ob bei Ihnen ein Zehenspitzenstand auf der betreffenden Seite uneingeschränkt möglich ist. Wenn das nicht der Fall ist, spricht dies automatisch für eine zumindest massive Funktionsbeeinträchtigung der lädierten Achillessehne bzw. sogar für einen subtotalen Abriss.
  • Auch bei einer kompletten Ruptur der Achillessehne kann sowohl ohne wie mit einer Operation ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden. Allerdings geht beim nicht operativen Vorgehen einiges an Vorspannung verloren, da die Achillessehne etwas länger wird, was die Funktionalität erheblich beeinträchtigen kann. Bei sportlich aktiven Menschen, wie Sie jemand sind, rate ich daher in solchen Fällen stets zu einem operativen Vorgehen.
  • Gewährleisten doch die derzeit von Spezialisten praktizierten Operationstechniken mit hoher Gewissheit eine völlige Wiederherstellung und damit auch wieder eine volle Belastbarkeit, was ja beruflich wie sportlich für Sie von großer Bedeutung sein dürfte.
  • Falls Sie eine kompetente orthopädisch-unfallchirurgische Adresse im Nordwesten Deutschlands benötigen, die Sie dann auch evtl. kurzfristig operativ versorgen kann, so lassen Sie dies mich bitte nochmals wissen.

Ja, dann hoffe ich für Sie nur das Beste und baldige Wiederherstellung

Dr. med. R. Ziegler„Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es!“

Herzlichst
Ihr
Dr. med. Rudolf Ziegler
 
Weitere Informationen: http://www.sportdoktor-ziegler.de/http://www.androgon.com/11055/gesundheit/mannergesundheit/power-ist-essbar
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