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Richard Wagner zum 200. Geburtstag

13 Mai 2013 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken
Richard Wagner Lithografie, Cäcilie Brandt (1843) Städtische Galerie Dresden

Richard Wagner, Lithografie, Cäcilie Brandt (1843), Städtische Galerie Dresden

Richard Wagner in Dresden – Mythos und Geschichte

Sonderausstellung vom 27. April bis 25. August

Richard Wagner – ein umstrittenes Genie. Nahezu ein Drittel seines Lebens verbrachte er in Dresden. Er revolutionierte die Oper und beteiligte sich am Maiaufstand 1849. Die Flucht in die Schweiz rettete ihn vor dem Gefängnis. Die Ausstellung folgt dem Mythos und der Geschichte des Komponisten. Sie zeigt die Dresdner Orte, an denen er gelebt und gearbeitet hat.

Richard Wagner, dessen Geburtstag sich im Mai zum 200. Maljährt, ist ein Mythos. Viele Episoden und Ereignisse seines bewegten Lebens haben – auch dank seiner  eigenen Mithilfe – geradezu anekdotenhatte Züge angenommen und verstellen nicht  selten den Blick auf die historische Verortung dieser umstrittenen Persönlichkeit.

Die Sonderausstellung im Stadtmuseum Dresden will die historischen Fakten vorstellen und den Bezügen des Komponisten zur Dresdner Stadtgeschichte nachspuren.  Gegliedert in 10 Themenabschnitte verfolgt die Ausstellung die Dresdner Jahre Wagners und hinterfragt auch dessen widerspruchliche Rezeptionsgeschichte.

Ein einleitender Abschnitt ist der Kindheit Richard Wagners in Dresden gewidmet. Am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren, übersiedelte er im zweiten Lebensjahr in die Königliche Residenzstadt. Nach dem Tode des Vaters hatte seine Mutter den dort lebenden Schauspieler und Maler Ludwig Geyer geheiratet. Er Wuchs in einem Umfeld auf, das dem musisch begabten .Jungen Vieltaltige Anregungen bot. Zum Freundeskreis Geyers gehörte auch Carl Maria von Weber – später das verehrte Vorbild Richard Wagners. Zudem förderten gebildete Erzieher wie der Pfarrer Christian Ephraim Wetzel und sein Lehrer an der Kreuzschule Karl Julius Sillig frühzeitig seine vielfältigen Anlagen. 1827 endete Wagners Kindheit in Dresden, als er mit seiner Familie wieder nach Leipzig zog.

Die Ausstellung nimmt die Spuren Wagners dann in seiner Zeit als Königlicher Kapellmeister in Dresden erneut Anfang 1843 hatte er – Wenige Monate, nachdem er mit der Uraufführung der Oper Rienzi in Dresden seinen kunstlerischen Durchbruch erzielte – eine lebenslange Anstellung erhalten.

Die erste Semperoper, die kurz zuvor [1841] fertig gestellt worden war, wurde die Wirkungsstätte seiner Triumphe der kommenden Jahre. Anhand eines Modells und zeitgenössischer Darstellungen werden Architektur und Innenausstattung dieses weithin gerühmten Theaterhaus, der 1869 durch einen Brand zerstört wurde, vorgestellt. Die Dresdner Opernwerke Wagners dieser Jahre, die Uraufführungen des Rienzi 1842, des Fliegenden Holländers 1843 und des Tannhäusers 1845 und die Entstehung des Lohengrin, dessen Uraufführung aber erst durch Franz Liszt 1850 in Weimar erfolgte, sind für immer mit der Elbestadt verbunden. Verehrte Opernstars jener Jahre vvie Wilhelmine Schröder-Devrient oder Joseph Tichatscheck werden Vorgestellt. Aber auch Weniger bekannte Kompositionen wie das Liebesmahl derApostel oder Choratgesange zu Ehren Sächsischer Könige werden erwähnt. Insgesamt Zahlen die Dresdner Jahre zu der produktivsten Schatfensphase im Leben Richard Wagners.

Nach weiteren Etappen zu Wagners Wirken in Dresden schließt der Rundgang durch die Ausstellung mit der höchst divergenten Rezeptionsgeschichte des Wagnerschen Werkes. Nach der Reichseinigung 1871 war das Werk Wagners mehr und mehr für die nationale Sache und Mythenbildung in Anspruch genommen worden. Diese dem ganzheitlichen Kunstverständnis seines Schöpfers nicht gerecht werdende Vereinnahmung fand unter der NS-Diktatur ihren Höhepunkt. Die Ausstellung verdeutlicht die Instrumentalisierung Wagners als lnbegriff des deutschen Künstlers während der Reichstheaterwoche 1934 in Dresden anhand von Fotos und Plakaten.

Während die antisemitischen Äußerungen Wagners den ldeologen des Dritten Reiches hervorragend zupass kamen, wurden sie in der DDR weitestgehend ausgeblendet. Wagner galt als wertvoller Bestandteil des kulturellen Erbes, das der sozialistische Staat zu bewahren verpflichtet sei. Gehörten Wagners Opern bald schon wieder zum Standartrepertoire auf den Bühnen, so wurden in der offiziellen Historiographie die soziairevolutionaren, antikapitaiistischen und progressiven Aspekte seiner Biografie in den Vordergrund gestellt. Plakate und Aufnahmen der Wagner-Ausstellungen 1963 und 1983 in Dresden veranschaulichen diese Interpretation.

Auch im Jubiläumsjahr 2013 ist Richard Wagner erneut in aller Munde. Nach vvie vor regen Werk und Person zu Kontroversen in Kunst und Wissenschaft an. Man kann es auf die Formel bringen: Man ist für oder gegen Wagner, gleichgültig lasst er niemanden! Man denke nur an die aktuelle Skandal-Inszenierung des „Tannhäusers“ am Theater Düsseldorf.

Weitere Informationen:
 
Sonderausstellung
vom 27. April bis 25. August
Stadtmuseum Dresden
www.museen-dresden.de
 
 
Quelle: Stadtmuseum Dresden
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