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Gutenberg Marathon Mainz

17 Mai 2013 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Gutenberg Marathon Mainz 2013_02Novo Nordisk Gutenberg Marathon Mainz – ein närrischer Marathon

Am Sonntag, den 12. Mai fand in Mainz der mittlerweile 14. Stadtmarathon statt. Nachdem der Veranstalter zwischen 2007 und 2010 vier Deutsche Marathonmeisterschaften ausrichtete und die schon legendäre Stimmung in jedem Jahr hochgelobt wird, nahm sich androgon-Redakteur und Läufer Sebastian Kurch diese Veranstaltung in diesem Jahr vor. Ist die Stimmung wirklich so toll? Ist der Zwei-Runden-Kurs nicht langweilig? Wie ist die Veranstaltung nach vier Deutschen Meisterschaften organisiert? Diesen Fragen ging Sebastian „laufend“ auf den Grund.

Der erste Fokus liegt selbstverständlich auf der Marathonmesse in der Rheingoldhalle direkt am Rhein, die sicherlich klein im Vergleich mit den großen deutschen Marathonveranstaltungen ist, aber trotzdem alle relevanten Messestände beherbergt. Beim Empfang der Unterlagen bekommt der Starter einen pfiffigen Motto-Rucksack als Geschenk, auch das Finisher-Funktionsshirt kann sich wirklich sehen lassen. Die Pasta-Party findet in der großen Vortragshalle statt, dort gibt es reichlich Sitzgelegenheiten, die Teller werden auch reichlich mit guter Pasta befüllt. Dazu gibt’s ein Freigetränk und so lassen sich die Speicher vor der Veranstaltung sehr gut aufladen. Extras im Rahmen der Veranstaltung am Marathonvortag machen den Tag kurzweilig und interessant (Mainzer Mini Lauf der Kinder über 550m oder 1.100m, zahlreiche Events zum Thema Gesundheit, Sportmedizin und Diabetes, ökumenischer Marathongottesdienst im Mainzer Dom, Vorstellung der Spitzensportler).

Am Folgetag erwachen sicherlich alle Sportler mit einem mulmigen Gefühl. Ein monsunartiger Regen und Temperaturen um gefühlte 5 Grad Celsius verderben den Weg zum Start gehörig mit einer alptraumhaften Vorstellung des anstehenden Marathons. Doch der Veranstalter hat offensichtlich einen guten Draht zu Petrus und direkt vor dem Startschuss klart der Himmel auf und es werden Temperaturen um 14 Grad Celsius erreicht. Bestes Laufwetter also!

Insgesamt nahmen über 7.700 Läufer an dieser Großveranstaltung teil. Unter den Finishern waren „nur“ 1.116 Marathonis, allerdings 5.567 Halbmarathonis und –sicherlich besonders erwähnenswert- 424 2/3-Marathonis. Der Veranstalter bot somit mit einer 28,13km langen Strecke eine interessante Alternative für viele Läufer an. Alle Läufer starteten zeitgleich und nahmen die erste Runde durch die Stadt gemeinsam in Angriff. Das Feld verteilte sich aber sehr schnell und so konnte ein Jeder relativ schnell frei laufen. Unbenommen davon: Marathonläufer werden leider bei einem gemeinsamen Start zu oft verleitet, etwas zu schnell zu starten – schließlich will man sich im Vergleich mit den anderen Läufern nicht lumpen lassen!

Die Strecke führte vom modernen Rathaus entlang an der Rheinallee, vorbei am imposanten Kurfürstlichen Schloss, am Containerhafen und an der modernen Kunsthalle Mainz, bevor man bei Kilometer Vier über das Werksgelände der SCHOTT AG laufen kann. Sicherlich ein Highlight, auch aufgrund der tollen Stimmung auf dem Gelände (mit Bühne!), aber auch aufgrund der Verbindung die man vor vielen Jahren zum Röhrenfernseher, zum Cerankochfeld oder zu modernen Solarzellen (jeweils von SCHOTT) hat. Anschließend dreht man eine relativ unspektakuläre Runde durch Mainz-Mombach, bevor man bei Kilometer 10 die Innenstadt wieder erreicht. Hier passiert man die beeindruckende Christuskirche, das historische Landesmuseum, das Staatstheater und das Gutenberg Denkmal, bevor man den Dom und die Altstadt erreicht. Hier quälen ein paar Kilometer Kopfsteinpflaster bevor man sich auf einen Schlenker entlang des Rheines Richtung Süden begibt. Dieser Streckenabschnitt wäre sicherlich relativ unspektakulär, wäre da nicht das Mainzer Publikum, welches durchweg in einer Art Karnevalstimmung die Läufer durchweg motiviert. Das zeichnet den Mainz Marathon generell aus – nur wenige Marathonveranstaltungen in Deutschland vermitteln eine derart gute Laufatmosphäre und Stimmung auf der Strecke! Nach dieser kleinen Verlängerung, welche in der zweiten Runde auch gar nicht mehr gelaufen werden muss erreicht man den Holzturm des „Schinderhannes“ und schließlich das Rathaus. Für die Halbmarathonis endet die Strecke hier, die 2/3-Marathonis und die „Voll“-Marathonis müssen zweimal den 80-Meter Anstieg über die Rheinbrücke ins Hessenland und zurück laufen. Hier ist die Stimmung weniger gut und ein jeder freut sich wieder auf die quirlige Mainzer Innenstadt. Nach dem wiederholten Überqueren der Brücke erreichen die 2/3-Marathonläufer ihr Ziel. Die Marathonläufer laufen nun, leider recht einsam auf der Straße die 2. Runde durch Mainz. Ein positiver Split ist unter den gegebenen Voraussetzungen nur für die Wenigsten (wie dem Gesamtsieger Tola Bane Edea (Äthiopien, 2:11:17) möglich.

Nur 45 Männer und 4 Frauen liefen schneller als 3 Stunden, was nicht etwa für eine schwierige Strecke, sondern vielmehr für die Chance spricht, selbst als Hobbyläufer eine sehr gute Platzierung zu erreichen. Bei den Frauen siegte Valary Jemeli Aiyabei aus Kenia in 2:39:44. Der Extremsportler Joey Kelly lief den Halbmarathon während seiner derzeitigen Fastenzeit – daher mit 2:37:12 sicher mehr eine Extrem-, als eine Bestleistung. androgon-Läufer Sebastian finishte in 3:06:17.

Im Ziel wartete ein sehr gutes Verpflegungsdorf bei der Rheingoldhalle, eine provisorische, aber stets warme Dusche am Rheinufer und eine noch offene Läufermesse auf alle Teilnehmer. Soforturkunden und eine hübsche Medaille versüßten sicherlich jedem Läufer den Tag.

Markant für diesen Marathon ist vor allem die gute Stimmung, bei welcher man leicht vergisst, dass man die Strecke bereits zum zweiten Mal sieht. Ferner gibt es im Schnitt alle 3 Kilometer Verpflegungsstationen, mehr als reichlich bei dem Wetter am Veranstaltungstag. Insgesamt eine wirklich gelungene Veranstaltung die ich vor allem „Genussläufern“ empfehlen würde. Bestzeiten sind aufgrund der bereits erwähnten Voraussetzungen sicher nicht selbstverständlich, aber wurden von zahlreichen Läufern beim diesjährigen Marathon erreicht.

Ausrüstung: Sebastian lief diesen Marathon auf Mizuno Musha mit Yankz-Schnellschnürsystem. Eine empfehlenswerte Kombination, vereinigt Sie die Leichtigkeit eines aggressiven Wettkampfschuhes mit einem sicheren und bequemen Schnellschnürsystem.

(SK)

Weitere Informationen unter: http://www.mainz.de/WGAPublisher/online/html/default/hthn-7qfbdx

 

 

 

Bildquelle: androgon; Sebastian Kurch

 

 

 

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