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Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

24 Februar 2010 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Wir stellen vor:  Traditionelle Chinesische Medizin

Traditionelle Chinesische Medizin: was ist das eigentlich?

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist ein etwa 6000 Jahre altes eigenständiges Heilkundesystem, das vor dem Hintergrund der daoistischen Lehre entstand. Sie durchlief im Verlaufe ihrer langen Geschichte Phasen unterschiedlicher Qualität. In den fünfziger Jahren wurde die bis dato im Niedergang begriffene CM von der chinesischen Regierung stark gefördert und Akademien für TCM gegründet. In dieser Zeit der „Revitalisierung“ der TCM wurde jedoch eine pragmatische Kurzversion der TCM kompiliert. Ab den 70er Jahren spielten die Verfahren der TCM, allen voran die Akupunktur, auch als Exportartikel eine Rolle. Die Grundlage der an Ausländer „verkauften“ Kurse waren und sind hingegen die zumeist schon verkürzten, stark schematisierten und irrationalen chinesischen Ausbildungsgänge der Revitalisierungsphase.

Nach neueren Erkenntnissen werden die Begriffe der TCM nicht als philosophisch-mystische Kategorien, sondern als termini technici der Regulation verstanden. Sie sind danach geeignet, den regulativ bedingten Zustand des Menschen zu beschreiben und so ein funktionelles Zustandsbild zu erheben. Hier ergänzt die TCM die westliche Medizin auf ideale Weise, da die vegetativen Funktionen und deren Anteil am Krankheitsgeschehen präzise beschrieben und eingeschätzt werden können (funktionale Diagnose der Chinesischen Medizin). Auf diese Weise werden sonst kaum oder gar nicht messbare Krankheitsursachen erfasst und einer Therapie zugänglich gemacht. Dieser funktionalen Diagnose liegen genaue regulative Physiologiemodelle zugrunde, die mit gleichsam mathematischer Stringenz, vergleichbar einer Computersprache, die physiologischen und pathologischen Funktionen des Menschen beschreiben können.

In dieser wissenschaftlichen Chinesischen Medizin nach dem Heidelberger Modell können die wesentlichen neuro- und humorovegetativen Mechanismen plausibel postuliert werden. So entmystifizieren und versachlichen sich die chinesischen, mit den westlichen Medizinbegriffen zunächst unvereinbaren Termini. Begriffe wie der „Leberfunktionskreis“ (orbis hepaticus) und andere als „Organe“ missverstandene Grundlagenbegriffe stellen sich als spezifische neurovegetative Grundverschaltungen dar. Auch Krankheitsauslöser wie beispielsweise „Wind“ (ventus) stellen sich physiologisch als Derivate eines Zugluft-Abwehrreflexes dar. Sie können über den Mastzell-Substanz-P Mechanismus zur Schwellung von Augen, Nase und Tonsillen, durch Auslösung motorischer Reflexe aber auch zu Tortikollis oder Myogelosen führen. Nach dem Prinzip „form follows function“ äußern sich Funktionen schließlich auch in der Struktur des Körpers und werden so allmählich „organisch“ (Strukturveränderung). Die TCM kennt eine systematische Lehre von Funktions- und Strukturdefizienzen.

Die der chinesischen Medizin zugrundeliegenden neurologischen Verschaltungen werden über eine ausgeklügelte systematische Symptomenlehre ermittelt. Das Symptom wird dabei als unmittelbarer differenzierter Ausdruck der Funktion systematisch gewertet. Chinesische Medizin wird daher hier als Systematik der Befindlichkeiten und Befunde eines Patienten definiert, die das Ziel hat, einen neurovegetativen funktionellen Status des Patienten zu entwickeln. Patientennah ausgedrückt bedeutet dies, dass die Empfindungen des Patienten im Mittelpunkt einer funktionalen Bestandsaufnahme stehen.

Die Effizienz der Behandlung hängt ganz wesentlich von der Qualität der chinesischen funktionellen Diagnosestellung ab. Vorläufige Zahlen der Universität Heidelberg belegen, dass die Effizienz beispielsweise der Akupunktur im Vergleich zu den schematischen Behandlungskonzepten, die in Deutschland das Gros der Therapien ausmachen, um ein Mehrfaches gesteigert werden kann, wenn sie auf der Grundlage einer definierten chinesischen Diagnose erfolgt. Nur mit Hilfe der chinesischen funktionalen Diagnose kann man kompetent entscheiden, welche der Therapieverfahren im Einzelfall angezeigt sind. Darum hat die DGTCM in der Lehre eine logische und stringente Darstellungsform der Diagnose entwickelt, die den Kursen der Therapie gleichsam vorangestellt wird. Dann entwickeln wir die verschiedenen Therapieformen, die in unserem Kursprogramm unterrichtet werden.

Weitere Informationen unter:

http://www.dgtcm.de/index.php?option=com_content&task=view&id=12&Itemid=107

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin e.V.

(rz)

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