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Autopionier Henry Ford

5 August 2013 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Ford_modelle_1924

Zum 150. Geburtstag des US-Amerikanischen Pioniers des Automobils

Der am 30. Juli 1863 geborene Gründer der Ford Motor Company – wohl einer der bedeutendsten Industriellen aller Zeiten – hat zu seiner Zeit den Automobilbau derart revolutioniert, dass er durch Einführung des Fließbandes das Auto zu einem Massenartikel machte. Damit gelang es ihm die Welt wie kaum ein anderer zu verändern; denn noch heute produzieren die größten Autohersteller dieser Welt nach der von ihm erfundenen industriellen Fertigungsmethode.

Henry Ford wurde in der Kleinstadt Wayne County, in der Nähe von Dearborn, westlich von Detroit, auf der Farm seiner Eltern, William Ford (1826—1905) und Mary Litogot O’Hern (1839-1876), geboren, die aus der Grafschaft Cork in Irland eingewandert waren. Henry war das älteste von insgesamt sechs Kindern und konnte in der ländlichen Gegend nur die Dorfschule besuchen. Schon als kleiner Junge war er sehr interessiert an mechanischen Konstruktionen und zeigte hohes handwerkliches Geschick, so dass er bereits mit fünfzehn Jahren seinen ersten Verbrennungsmotor entwickelte.

1879 verließ er sein Elternhaus und zog in das nahe Detroit, um dort seine Lehrzeit als Maschinist zu absolvieren. Nach seiner Ausbildung fand er eine Beschäftigung bei der Westinghouse Electric Corporation, wo er sich mit Ottomotoren befasste. 1891 wurde Ford als Ingenieur bei der Edison Illuminating Company eingestellt, benannt nach dem Gründer und Direktor Thomas Alva Edison, mit dem er in späteren Jahren noch weiter freundschaftlich verbunden war. Nach seinem Aufstieg zum Chefingenieur 1893 fand Ford dann genügend Zeit, um sich intensiv mit seinen persönlichen Forschungen an Verbrennungsmotoren zu befassen. Seine Experimente fanden ihren Höhepunkt 1896 in der Fertigstellung eines selbst-angetriebenen Fahrzeugs, des Quadricycle. Mit diesem erstmals vierrädrigen Automobil mit zwei Zylinder- Viertakt-Motorund vier PS, das irrtümlicherweise als erstes Automobil apostrophiert wurde, konnte Ford seinen ersten großen Coup landen. Als Erfinder des Automobils bleibt jedoch Carl Benz mit seinem ersten dreirädrigen Fahrzeug bestehen.

Im Jahre 1899 machte Ford dann den ersten Versuch einer Unternehmensgründung, die jedoch bereits zwei Jahre später durch Insolvenz scheiterte, da sein entwickelter Lieferwagen mit einem Preis von nahezu 1000 $ zu teuer war. Drei Jahre später gründete er dann sein legendäres Unternehmen, die Ford Motor Company, das er bis zu seinem Tode mit größtem Engagement und Erfolg zur Weltspitze führte. Vor allem mit dem 1908 kreierten Ford Modell T, der legendären „Tin Lizze“ , in Deutschland abfällig als Blechliesel benannt, machte er bis in die 70iger Jahre zum am meisten verkauften Autotyp der Welt, mit mehr als 15 Millionenverkauften Fahrzeugen allein zwischen 1908 und 1928. Erst der VW Käfer stellte 45 Jahre später einen neuen Stückzahl-Weltrekord auf. Zu Hilfe kam ihm dabei die Erfindung des Fließbandes, mit dem er den Autotyp zu einem sehr geringen Preis von 300 $ unters Volk bringen konnte. Hinzu kam, dass die Bauzeit des Autos von 14 auf weniger als 2 Std. sank, so dass der Preis von 850 auf die besagten 300 $ reduziert werden konnte. Seine weiteren Modelle, die weltweit als Verkaufsschlager großen Anklang in der Motorwelt fanden, waren:

• Ford Shelby GT500: Erster Verkaufsschlager nach Tin Lizze
• Ford Model A: Auto das Ford rettete
• Ford Taunus 12 M: Einstieg in die Moderne
• Ford Granada: Favorit in der Mittelklasse
• Ford Capri: Sport mit Ford
• Ford Mustang: Der Legendäre Sportwagen
 

Trotz der modernen Produktionsmethoden und ökonomischen Dominanz war Henry Ford ein erbitterter Gegner der Gewerkschaften; zahlte jedoch deutlich höhere Löhne als die Konkurrenz, wodurch er seine Arbeiter selbst zum Konsumenten seiner Autos machte und damit die besten Facharbeiter in seiner Detroit an sich binden konnte.

Somit konnte Ford als Produzent Weltruf erreichen, weniger von Bedeutung wurde dagegen sein politisches und publizistisches Werk, zumal er sich auf stark antisemitische Töne einließ, unter anderem mit der Schrift :“ Der internationale Jude – ein Geldproblem“. Unrühmlich war auch seine ab 1940 existierende Verbindung zum Deutschen Reich und Hitler, für den er seit den 1940iger er Jahren Lastwagen und Kettenfahrzeuge für den Zweiten Weltkrieg produzierte. Auch die industrielle Fließbandproduktion fand zunehmend scharfe Kritiker, wie etwa durch Charlie Chaplin 1936 in seinem Film „ Moderne Zeiten“, in dem die Effizienz und die damit sinkenden Produktionskosten durch die bedingungslose Unterordnung des Menschen unter den Produktionsprozess problematisiert wurde. Und auch Detroit, die Stadt, die seit Henry Ford zum Symbol für den Erfolg der amerikanischen Auto- Industrie wurde, ist heute durch Insolvenz bedroht und wirft damit einen dunklen Schatten auf die industrielle Moderne ihres Schöpfers Henry Ford und seiner Mitstreiter.

Der Auto-Tycoon verstarb 1947 im Alter 83 Jahren in seinem Heimatort Dearborn und wurde in der Autostadt Detroit auf dem von ihm gegründeten „Ford Friedhof“ begraben.

(wz)

 

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