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Gondo Event

16 Oktober 2013 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Gondo-Event 03Gondo Event – kein Lauf wie jeder andere!

Am Wochenende des 2. und 3. August 2013 fand im Schweizer Kanton Wallis ein unvergleichbar schöner, aber auch kaum vergleichbar anstrengender Doppelmarathon statt. Einigen Extremsportlern ist der Lauf bereits bekannt, für viele liegt hier aber ein Juwel, welcher entdeckt werden möchte!

Der Internationale Gondo Event fand, als einziger Schweizer Doppelmarathon, in diesem Jahr bereits zum 12. Mal statt. Der Lauf wurde im Anschluss an einen gewaltigen Erdrutsch am 14. Oktober 2000, bei dem Teile des Dorfes Gondo verschüttet und 13 Menschen ihr Leben ließen, ins Leben gerufen. Die Trauer war groß und viele dachten sicher daran, das exponiert in einer steilen Schlucht liegende Dorf Gondo für immer zu verlassen. „Gondo soll wieder leben“ riefen sich ein paar Mutige zu und starteten mit der Planung für einen Laufevent, mit welchem der Opfer gedacht und wieder Freude in das Bergdorf gebracht werden kann. Mittlerweile wird der Gondo Event immer populärer und zog in diesem Jahr bereits 210 Läuferinnen und Läufer, sowie 11 Staffeln über die verschiedenen angebotenen Distanzen in den Bann. Gewählt werden kann dabei zwischen dem Doppelmarathon über insgesamt 85km (gem. Garmin Forerunner 310GXT), zwei Kurzdistanzen als Einzelläufe über jeweils 28km, einem Staffellauf (bei dem sich die Staffelläufer die beiden Marathontage aufteilen – ein Läufer am Samstag, der Zweite am Sonntag) und einem Kidslauf. Die Strecke der Hauptveranstaltung verläuft vom Dorf Gondo (auf 855 Metern) an der italienischen Grenze im Schweizer Wallis am ersten Tag hinauf am Simplonpass vorbei über den fast 2.500 Meter hoch gelegenen Bistinenpass (Kilometer 23) und anschließend steil bergab durch das Nanxtal und die Saltinaschlucht zu einem letzten steilen Anstieg nach Ried-Brig. Brig bietet sich für viele Teilnehmer aus Deutschland als Übernachtungsmöglichkeit an, da eine Direktverbindung nach Basel (nur 2h Zugfahrt) besteht und Brig sehr gut als Ausgangsort für weitere Unternehmungen im Rahmen eines Kurzurlaubes genutzt werden kann (Aletschgletscher, Zermatt, Matterhorn). Insgesamt sind am ersten Wettkampftag bereits über 2.650 positive Höhenmeter zu bewältigen (gem. Garmin Forerunner), bei denen man sich darauf einstellen muss, steile Berge emporzusteigen, kühle Bergflüsse zu durchwaten und den Atem vom wunderschönen Panorama verschlagen zu bekommen.

Am zweiten Tag startet man in Ried-Brig und kämpft sich über 3 Gipfel (auch insgesamt 2.820 positive Höhenmeter gem. Garmin Forerunner) im Laufe des Marathontages empor, diesmal überquert man den Simplonpass direkt und klettert 9 Kilometer vor dem Ziel den steilsten Anstieg der Veranstaltung hinauf bis man endlich hinab in das Dorf Gondo laufen kann, um glücklich mit den Dorfbewohnern eine schöne Abschlussfeier zu zelebrieren. Der zweite Tag kann etwas anspruchsvoller als der erste Tag bewertet werden, so benötigen die Läufer im Schnitt ca. 30 Minuten mehr für den zweiten Tag.

Das Wochenende vom 3. und 4. August war natürlich geprägt von warmem, sommerlichem Wetter. Temperaturen um 30 Grad Celsius zur Mittagszeit verlangtem jedem Läufer eine ordentliche Portion Kondition ab. So waren auch die Siegerzeiten in diesem Jahr deutlich langsamer als in den Vorjahren. Der Veranstalter sorgte jedoch mit reichlich und ausgiebigen Verpflegungsstationen für beste Rahmenbedingungen. Insgesamt muss man dem Veranstalter für eine perfekte Organisation, die familiäre und sympathische Atmosphäre und eine tolle Stimmung danken – weiter so! Die meisten Teilnehmer richteten sich zudem mit Camelback oder Trinkgurt entsprechend ein, so dass die Ausfälle sich in den Grenzen hielten und nicht ausschließlich temperaturbedingt waren.

Bei den Männern siegte Martin Schmid aus Zermatt mit einer Gesamtzeit von 8h 16min 42 sec (1.Tag: 3h 51min 08sec; 2. Tag: 4h 25min 34sec). Bei den Damen siegte Anita Lehmann aus Langnau i.E. in der Schweiz in9h 37min 26sec (1. Tag: 4h 28min 12sec; 2. Tag: 5h 09min 14sec). Beste Läufer aus Deutschland waren Matthias Ihler aus Heimenkirch mit einer Gesamtzeit von 8h 49min und 13sec (1.Tag: 4h 15min 55sec; 2.Tag: 4h 33min 18sec) und Kathrin Litterst aus Offenburg in einer Gesamtzeit von 12h 29min und 43sec (1.Tag: 5h 56min 09sec; 2.Tag: 6h 33min 34sec).

Wie erlebte der Autor den Lauf? Sebastian Kurch genoss den ersten Tag in vollen Zügen, nutzte zahlreiche Fotopausen, um die Landschaft festzuhalten und erreichte das Ziel in Ried-Brig natürlich ziemlich müde und platt. Die Hitze verlangte reichliches Trinken – ganze 6,5 Liter während des Laufes am ersten Tag! All die Sorge über den Verlauf des Folgetages verflüchtigte sich am Morgen sehr schnell, da der körpereigene Cocktail aus Adrenalin und Endorphin dafür sorgte, dass es zunächst leichter lief als der Vortag. Bei Kilometer 38 meldete sich der Körper aber erneut, nun wurden die letzten Kilometer wirklich anstrengend. Sebastians Garmin Foreunner zeigte im Übrigen eine längere Streckenlänge an. So lief Sebastian laut Garmin am Samstag 42,88 Kilometer, am Sonntag ganze 43,92 Kilometer. Sebastian lief auf dem Mizuno Waver Rider, ein echter Trailschuh wäre jedoch aufgrund des Profiles und schwierigem Untergrundes besser zu empfehlen. Die eingesetzten kurzen CEP-Kompressionssocken und CEP-Stutzen sorgten für beste Durchblutung und erlaubten keinen Krampf in der Wadenmuskulatur. Schade, dass man die CEP-Socken nicht über die Oberschenkel ziehen kann – hier hatte es doch nach den langen Bergabstrecken schon das ein oder andere Mal gezuckt. Ein Rucksack mit Verpflegung und Camelback, bzw. Trinkflasche ist bei einem Ultramarathon generell zu empfehlen.

Der 13. Gondo Event findet am 2. und 3. August 2014 statt – Extrem- und Genussläufer sollten sich diesen Termin vormerken. Der Gondo Event ist ein wirkliches Highlight im Leben eines Ausdauersportlers!

Weitere Informationen:http://www.gondoevent.ch/

(SB) Sebastian Kurch

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Bildquelle: androgon /Sebastian Kurch

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