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Doping im Sport

12 Mai 2016 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

FaustkämpferDoping im Sport – Eine kurzes Statement

Nachdem in der Bundesrepublik kürzlich von höchster offizieller Seite zugegeben werden musste, dass im Leistungssport ähnlich wie in der DDR Doping zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Athleten eingesetzt wurde; letzteres geht aus einer wissenschaftlichen Studie mit dem Titel „Doping in Deutschland 1950 bis heute aus historisch-soziologischer Sicht im Kontext ethischer Legitimation“ hervor, möchten wir von androgon ebenfalls zu der derzeitigen Dopingsituation Stellung beziehen. Definitionsgemäß ist dabei nach der „World Anti-Doping-Agency“ Doping: Das Vorhandensein einer verbotenen Substanz in der Probe eines Athleten. Weiterhin ist Doping der Gebrauch oder der Versuch der Einnahme verbotener Substanzen aus den verbotenen Wirkstoffen oder verbotener Methoden.

Die zuvor zitierte Studie liegt bereits seit einiger Zeit vor, wurde aber nicht veröffentlicht, angeblich aus Gründen des Staatsschutzes und wird in Zukunft weiter Diskussionsstoff in der Bundesrepublik zeitigen. Obwohl die neue Situation entgegen den Behauptungen der offiziellen Sportverantwortlichen eindeutig belegt hat, dass von 1970 an nach den sportmedizinischen Forschungen eine Reihe von Anabolika selbst jugendlichen Sportlern zur Leistungsverbesserung verabreicht wurden, muss damit die bisher offiziell vertretene Linie des sauberen Sports in der Bundesrepublik sehr stark in Zweifel gezogen werden.

Da trotz allem in zunehmendem Maße auch im Freizeit-und Extremsport leistungssteigernde Substanzen eingenommen werden, sieht sich androgon als  Vertreter dieses Sports veranlasst, zum Doping wichtige Informationen seiner Leserschaft zur Verfügung zu stellen. Teilweise wird dabei auf einen Artikel des BKK Landesverbandes NRW Bezug genommen.

Doping aus historischer Betrachtung
Die Intention, die menschliche Leistungsfähigkeit durch die Einnahme bestimmter Substanzen zu erhöhen, ist so alt wie die Menschheit selbst. Schon die Naturvölker nutzten zum Beispiel Pflanzen zur Unterdrückung von Schmerzen, zur Steigerung von Aggressionen vor der Jagd oder zur Erhöhung der Wachsamkeit. Auch mit Beginn der ersten sportlichen Wettkämpfe wurde der Einsatz von Mitteln zur Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit praktiziert. So wurden im antiken Griechenland als Ausrichter der ersten Olympischen Spiele schon im dritten Jahrhundert vor Christi den Olympioniken gebratene Stierhoden vor und während der Wettkämpfe dargeboten, um im Pentathlon größeres Durchhaltevermögen und eine höhere Muskelkraft zu erreichen. Später wurden im alten Rom die Spiele dann etwa 300 n. Chr. abgebrochen, weil die Doping- Methoden nicht der römischen Ethik von Fairness im sportlichen Wettkampf entsprachen. Mit der zunehmenden technologischen Entwicklung, insbesondere seitens der Pharma- Industrie in unserer Zeit ,verfeinerten sich die leistungssteigernden Methoden mit Hilfe von chemischen Substanzen, so dass ab Beginn des 20. Jahrhunderts von Doping heutiger Sicht ausgegangen werden kann. Nach neuesten Schätzungen geht man davon aus, dass es momentan allein in Deutschland mehr als 350.000 Anabolika- Konsumenten gibt.

Zum Doping verwendete leistungssteigernde Substanzen
Die im Freizeitsport hauptsächlich verwendeten leistungssteigernden Substanzen finden hauptsächlich unter den Begriffen Stimulanzien, Anabolika, Narkotika und Nahrungsergänzungsmittel Verwendung. Einige dieser Substanzen sind besonders gefährlich, da sie eine Abhängigkeit erzeugen können, wie z. B. Schmerzmittel, Kokain oder Koffein . Nachfolgend werden Wirkungsweise und Risiken der einzelnen Substanzgruppen näher vorgestellt:

Stimulanzien: Hierzu gehören zum Beispiel das Koffein, Kokain, Ephedrin und die Amphetamine. Diese Stoffe wirken vor allem auf das zentrale Nervensystem und lösen verschiedene Effekte aus ,wie z.B. eine Steigerung der motorischen Aktivität, eine Unterdrückung des Müdigkeitsgefühls bis zur Einschränkung des Gefühls für die Leistungsgrenze sowie eine Erhöhung der Risikobereitschaft. Die Stimulanzien werden besonders in Ausdauersportarten, wie dem Radsport und den Laufstrecken eingesetzt. Die Risiken dieser Substanzen, die vor allem auf das zentrale Nervensystem sowie das Herz einwirken, führen zu erheblichen physiologischen Störungen bzw. wirken negativ auf die Psyche . Zusammenfassend sind es folgende negative Effekte : Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Nieren versagen, schwere Gliederschmerzen bis hin zu epileptischen Anfällen und der Gefahr des körperlichen Zusammenbruchs; in psychischer Hinsicht Angstzustände und Halluzinationen.

Anabolika: Diese Mittel -Abkömmlinge von männlichen Sexualhormonen- fördern das Muskelwachstum, die Knochenstruktur- und Stabilität und führen zum Fettabbau. Sie werden am häufigsten beim Bodybuilding verwendet. Risiken bestehen vorwiegend bei Männern in einer eingeschränkten Fruchtbarkeit, der Schrumpfung von Hoden und bei Frauen in Menstruationsstörungen bis zu einer Vermännlichung und Unfruchtbarkeit. Hinzu kommen deutliche Beeinträchtigungen in der Funktion der Leber bis hin zum Leberkrebs.

Narkotika: Diese Mittel lähmen das zentrale Nervensystem, unterdrücken den Muskelschmerz und können außerdem das Bewusstsein ausschalten. Sie werden vorwiegend von Extremsportlern verwendet, um Schmerzen zu unterdrücken bzw. zu reduzieren. Das Risiko besteht in einer körperlichen Überforderung, da eine sonst von Schmerzen hervorgerufene Verletzung nicht mehr registriert wird. Hinzu kommt, dass dem Körper keine Möglichkeit der Erholung gegeben ist , so dass als Folge weitere Schäden auftreten können.

Nahrungsergänzungsmittel: Diese als vielfach harmlos betrachteten Mittel werden in Form von Vitaminen, Proteinen oder Mineralien vielfach in Apotheken, Drogerien und Internet-Shops angeboten. Der Sportler verspricht sich durch die Einnahme ein schnelleres Muskelwachstum und insgesamt eine deutlich Leistungsfähigkeit. Das Risiko besteht darin, dass diese an sich harmlosen Substanzen mit Dopingmitteln verunreinigt sein können; so hat zum Beispiel die Sporthochschule Köln 2002 in ihrem biochemischen Labor in einer Reihe von Produkten Substanzen gefunden, die auf der Doping -Liste standen.

Resümee
In Folge der zunehmenden Globalisierung des Sports ist es auch dem Freizeit-und Extremsportler relativ leicht möglich an Substanzen zur Leistungssteigerung zu kommen. Häufig werden entsprechende Tabletten oder Spritzen auch in Fitness-Centern angeboten. Es sollte daher vor allem bei jugendlichen Sportlern dem frühzeitigen Missbrauch entsprechender Substanzen vorgebeugt werden, um sie vor den zuvor dargestellten gesundheitsschädigenden Effekten schützen.

Nach Bekanntmachung der Ergebnisse der Doping Studie im Deutschen Sport von 1950 bis heute von Seiten des Bundesinnenministerium und des Deutschen Olympischen Sportbundes erscheint es dringend erforderlich, dass eine umfassende Aufklärung und Aufarbeitung der Doping-Situation in der Bundesrepublik baldmöglichst erfolgt, um die negativen Auswirkungen des Dopings in Zukunft vor allem bei der Jugend zu vermeiden.

(wz)

 

 

Quelle: BKK Landesverband Nordrhein –Westfalen: „Doping im Freizeitsport“

www.bkk-nrw.de

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