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Redbull Dolomitenmann 2013

6 Oktober 2013 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

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Redbull Dolomitenmann 2013

Team-androgon war wieder dabei

Am 7. September fand im österreichischen Lienz zum 26. Mal die inoffizielle Weltmeisterschaft der Extremsportler statt und zum zweiten Mal war auch das Team androgon mit dabei. Die unveränderte Mannschaft von 2012 setzte sich aus dem 38- jährigen Gleitschirmflieger und Teamkapitän Sidney Diniert aus Steinbach bei Ottweiler, Bergläufer Sammy Schu (20) aus Tholey, Michael Winn (25) aus Saarbrücken und Frank Schnur aus Aschbach, mit 40 Jahren der Älteste im Quartett, zusammen. Auch dieses Jahr waren es wieder 120 Teams aus 16 Nationen, darunter 31 Profiteams.

Um die einzelnen Strecken am Vortag des Events noch einmal in Augenschein nehmen zu können, reisten wir schon Donnerstag Abend an. So konnte ich bei hervorragendem Wetter am Samstag noch einmal den neuen Schirm testen, den Startplatz in Augenschein nehmen und das Verhalten des Schirmes bei thermischen Bedingungen testen. Sammy und Frank fuhren die Radstrecke zusammen ab und Michael nutzte den Tag um die Schlüsselstellen der Kajakstrecke mehrmals zu befahren.

 

Wettkampftag

Das heisst für die Gleitschirmpiloten morgens um 7 Uhr mit gepacktem Schirm am Europaplatz in Lienz zu stehen, um mit dem Shuttle ins Hallebachtal gebracht zu werden. Ab dort geht es dann nur noch zu Fuss weiter bis auf das 2500 m hoch gelegene Kühbodentörl, dem Übergabepunkt der Bergläufer.

Wie auch schon letztes Jahr herrscht beim Aufstieg der 120 Gleitschirmpiloten eine sehr kameradschaftliche Atmosphäre – alte Hasen und Debütanten, die sich immer wieder fragen, warum sie sich darauf eingelassen haben. Dabei gibt es doch einfachere Wege, sich umzubringen – diese sind aber bei weitem nicht so aufregend, wie der Dolomitenmann.

Um 10 Uhr fällt der Startschuss für die Bergläufer auf dem Lienzer Hauptplatz und im Startbereich steht ein hoch motivierter Sammy; bereit seine ohnehin schon gute Vorjahreszeit zu verbessern.

Auf einer Länge von elf Kilometern wird Sammy in schroffem Gelände 2000 Höhenmeter zurücklegen und einige Anstiege bewältigen, die mit Laufen eigentlich nichts mehr zu tun haben. Mit ihm auf der Strecke die amtierenden Berglauf Welt- und Europameister, sowie absolute Spitzenathleten wie Andreas Goldberger und Mitglieder der Biathlon-Nationalmannschaft. Die Besten werden dieses Jahr nur 1:20 Stunden benötigen.

Berglauf & Gleitschirm

Mittlerweile sind die Gleitschirmpiloten auf dem Kühbodentörl angekommen, bereiten die Gleitschirme vor und werden mit kompletter Ausrüstung gewogen, denn es sind nur zugelassene Schirme erlaubt, die auch nur im angegebenen Gewichtsbereich geflogen werden dürfen. Dann der erste Dämpfer beim Wiegen…der Pilot vor mir bringt mit kompletter Ausrüstung gerade mal 77 kg auf die Waage. Das wird doch zu schaffen sein… 100,3 kg zeigt das Mistding an, dazu der Kommentar des Offiziellen: „Ah, der dritte 100er heute, das schaut nicht gut aus.“ Danke! Aber 185cm Länge mit 88 kg Abtropfgewicht ist natürlich keine Idealfigur, um mit dem Gleitschirm zweimal einen Berg hochzurennen, in unmöglicher Lage zu starten und dann so schnell wie möglich wieder ins Tal zu kommen.

Der erste Bergläufer ist schon zu sehen und es wird Zeit sich fertig zu machen. 1:20:12 Stunden benötigte Pietro Mamu aus Eritrea für diese mörderische Strecke und das ist auch neuer Streckenrekord. Nach 1:38 Stunden ist Sammy auch schon oben, 2 Minuten besser als letztes Jahr und mit einem wahnsinnigen 22. Platz in der Gesamtwertung. Damit ließ er mehrere Weltklassesportler hinter sich.

Nach der Übergabe heißt es für mich erstmal äußerste Vorsicht. Denn der Weg zum ersten Startplatz führt zunächst nach unten, eine Geröllhalde hinunter; ein falscher Schritt und der Wettkampf wäre vorbei, bevor er für mich begonnen hätte. Trotzdem gilt es, nicht zu viel Zeit zu verlieren, also rennt man doch hinunter.

Dann geht es nur noch schweißtreibend bergauf, der Weg führt entlang an den Lienzer Dolomiten zu einem Startplatz, den sich kein Gleitschirmflieger als Startplatz aussuchen würde, wenn er dürfte. Aber der Dolomitenmann wäre nicht der Dolomitenmann, wenn es einfach wäre.

Der erste Start klappt auf Anhieb und ich bin auf dem Weg zur Moosalm und ersten Landung. Doch schon unterwegs fliegen die ersten Schirme an mir vorbei und hier macht sich der Material- und Gewichtsunterschied bemerkbar.

Auf den letzten Metern zur Moosalm heisst es Schirm klein machen und Höhe abbauen, um so schnell wie möglich zu landen. Nach der Landung geht es ca. 1km mit zusammen gerafftem Schirm bergauf zum zweiten Startplatz. Doch dieses Jahr muss ich dem steilen Anstieg mit Schirm Tribut zollen. Mein Puls ist am Anschlag und ich versuche nicht zu viel Zeit zu verlieren. Direkt nach dem Start geht es knapp über die Bäume Richtung Leisach und es gilt den von hohen Bäumen umgebenen Sportplatz zu treffen. Hier gibt es jedes Jahr abenteuerliche Landungen zu sehen, von denen auch schon einige in Bäumen oder Zäunen endeten. Auch dieses Jahr wird es mit einer Zeit von 0:29:12 einen neuen Streckenrekord von Paul Guschlbauer geben. Alles klappt und mit einem letzten Sprint übergebe ich mit einer Zeit von 0:52:43 Stunden an Michael, der schon in voller Montur wartet.

Kajak

Doch auf dem Weg zum Kajakstart heißt es erstmal durch die Isel zu schwimmen. Anschließend Kajak unter den Arm, zum Start, Spritzdecke schließen und schon geht es 7m im freien Fall nach unten.

Dieses Jahr hat Michael Pech, denn durch den Aufprall auf dem Wasser geht seine Spritzdecke auf und er hat erhebliche Mengen Wasser im Boot. Er entscheidet sich so weiter zu fahren, um keine Zeit zu verlieren.

Die ohnehin schon kräfteraubende Strecke mit, wie sich später herausstellte, 15 Litern Wasser im Boot zu fahren, kostet Michael all seine Kräfte. Die reißenden Fluten und die Aufwärtspassagen meistert Michael mit all seiner Routine und erreichte eine immer noch hervorragende Zeit von 0:41:50 Stunden.

Mountainbike

Vierte und letzte Disziplin ist die Mountainbike-Strecke. Hier wird Frank wie auch schon 2012 die 17,4 Kilometer bergauf und 9,4 Kilometer bergab angehen und dabei knapp 1700 Höhenmeter mit 26,4 Prozent Gefälle im Durchschnitt bewältigen müssen. Die ersten km durch Lienz geht es noch flach, doch dann folgt der unerbittliche Anstieg aufs Hochsteinkreuz. Die nächsten 13 km geht es nur noch bergauf, zum Teil nicht mehr befahrbar und es heisst nun immer wieder das Rad zu tragen. Nach 1:47:08 Stunden hat Frank das Hochsteinkreuz und den damit höchsten Punkt passiert. Jetzt geht es die ehemalige H2000, die Herren Ski Abfahrt hinunter ins Tal. Ein Fehler hier wäre verheerend, denn es geht mit knapp 80 km/h gnadenlos bergab. Die Bremsen müssen Höchstleistung vollbringen, aber Frank ist ein Abfahrer und hat sich auf diese Abfahrt schon ein ganzes Jahr lang gefreut. Kurz vor der Moosalm dann eine kurze Schrecksituation. Auf der Schotterstrecke hat Frank einen Platten. Jetzt heisst es keine Zeit verlieren. Nach 4 Minuten hat Frank den Schlauch gewechselt und ist auf den letzten Kilometern unterwegs zum Hauptplatz nach Lienz. Dort warten schon Sammy, Michael und ich im Ziel auf Frank, der mit einer Gesamtzeit von 05:22.06 Stunden das Team-androgon auf Platz 37 der Amateure fährt.

Trotz technischer Probleme konnten wir unsere Zeit von 2012 halten, alle sind wohlauf und es war wieder ein super Wochenende. Und auch dieses Jahr zählen wir wieder zu den Härtesten unter der Sonne.

 

Weitere Informationen: http://redbulldolomitenmann.com/

http://www.redbull.com/at/de/adventure/stories/1331610409058/red-bull-dolomitenmann-leiden-mit-neuem-rekord

Die vier Einzel-Disziplinen:

HOCHALPINER BERGLAUF

Einer der schwierigsten Bergläufe der Welt, gespickt mit Rhythmuswechseln und Passagen die nur auf allen Vieren zu bewältigen sind. Der Start befindet sich auf 674m, das Ziel auf 2.441m über dem Meerespiegel. Die Gesamtsteigung beträgt 2.000 Höhenmeter – dabei verlaufen die ersten Kilometer flach bis zum Fuße des Berges, der in den nächsten 1,5-2,5 Stunden zur ultimativen Herausforderung für die Athleten wird.

ALPINES GLEITSCHIRMFLIEGEN

Start in extremster Lage auf 2.441m Seehöhe, gleiten entlang der Dolomiten und überqueren des Talbodens. Nach einer Zwischenlandung 500m Aufstieg erneuter Start und Flug nach Leisach zur Punktlandung. Atemberaubend, spannend und spektakulär für Piloten und Zuschauer!!! Start: Kuhbodentörl – Zwischenlandung: Taxer Moos (‚Moosalm’) – Ziel: Fußballplatz Leisach

ALPINES WILDWASSERKAJAK

Nachdem Start Sprint mit Flußdurchquerung zu den Booten, Klippenstart aus 7m Höhe, 5 km Wildwasserregatta mit Slalom und extremsten Kampf flussaufwärts. Im Ziel, nach fast 30 Minuten Kampf gegen die Strömung von Drau und Isel, sind die Athleten am Ende ihrer Kräfte. Start: Sportplatz Leisach – Ziel: Lienz

CROSS COUNTRY MOUNTAINBIKE

Die Strecke führt durch das Stadtgebiet von Lienz und dann über Schotterstrassen, Hängebrücken und Waldwege hinauf zum Hochsteinkreuz, Tragepassagen inbegriffen. Anschließend geht es über einen Singletrail und dann über die ehemalige Weltcupabfahrt H2000, die mit einem Durchschnittsgefälle von 26 Prozent Richtung Ziel am Lienzer Hauptplatz führt. Start: Lienz (Tiroler Brücke) – Bergwertung: Hochsteinkreuz (2062m) – Ziel: Lienz (Hauptplatz)

 

 

 

 

Bildquelle: Bildquelle: androgon; Red Bull – www.redbull.at

 

 

 

 

 

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