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Sonneborn rettet die Welt

8 Oktober 2013 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

martin-sonnebornSatirische Reportagen…

Ab 10. Oktober 2013, startet zdf_neo donnerstags 22.45 Uhr mit drei Folgen

Martin Sonneborn, bekannt als Reporter aus der ZDF-„heute-show“, versucht in seiner neuen, satirischen Reportage-Reihe in ZDFneo die Welt zu retten. Der „Club of Rome“, ein Zusammenschluss Intellektueller, geht von einem Kollaps des jetzigen Staats- und  Finanzsystems im Jahr 2052 aus. Wenn weiter nur nach Gewinnmaximierung und ohne Nachhaltigkeit produziert und konsumiert wird, so prophezeien die Forscher, werden die Systeme, wie sie die jetzige Gesellschaft kennt, zusammenbrechen. Auch Martin Sonneborn ist alarmiert – und verwandelt sich für ZDFneo in einen Superhelden. Mit den Waffen der Satire im Gepäck und einem Superman-T-Shirt unter dem Anzug bricht er auf, um dem Planeten einen letzten Dienst zu erweisen. In drei Folgen nimmt er sich drei Problemen an, die laut dem Bericht der Wissenschaftler in den kommenden Jahrzehnten die Menschheit besonders bedrohen: die Finanzkrise, die Energiefrage und die weltweite Korruption. Wo sonst die Türen verschlossen bleiben, öffnet Sonneborn sie. Er be- und hinterfragt  Politiker, Wirtschaftsvertreter und Experten, testet alternative Lebensformen und löst dabei entstehende Probleme auf seine ganz eigene Art und Weise.

Folge 1: Sonneborn rettet die Welt – vor dem Zusammenbruch der Finanzmärkte
Donnerstag, 10.Oktober 2013, 22.45 Uhr
Die Finanzkrise mit ihren globalen Auswirkungen stellt eine zentrale Bedrohung für die Menschheit dar. Sonneborn recherchiert, was zu tun ist, um die Welt vor den Turbulenzen an den Finanzmärkten zu retten. Er bricht auf zu einer Reise, die ihn in die Finanzmetropole Frankfurt und in die deutsche Hauptstadt führt. Er spricht mit Politikern über Inflationsgefahren, lernt in einem Daytrader-Seminar etwas über die menschliche Natur und erfährt, wie man am besten für den Zusammenbruch der Finanzmärkte vorsorgt.
Darüber hinaus besucht Sonneborn Menschen, die an alternativen Konzepten einer Weltfinanzordnung arbeiten und spricht mit Bürgern auf der Straße über ihr ganz persönliches Verhältnis zum Thema Geld.

Folge 2: Sonneborn rettet die Welt – vor der Umweltzerstörung
Donnerstag, 17.Oktober 2013, 22.45 Uhr
„Ein jeder EU-Bürger soll Co2-Verschmutzungszertifikate kaufen und unter dem Weihnachtsbaum verbrennen“ – klingt ziemlich skurril, wäre aber nach Zukunftsforscher und Mitglied des „Club of Rome“ Prof. Jørgen Randers wirklich eine mögliche Lösung, um die Preise für die Zertifikate hochzutreiben und somit dem Ausstoß giftiger Gase entgegenzuwirken. Weltrettungsreporter Sonneborn macht sich auf den Weg und prüft nach, ob dieser Vorschlag in die Tat umzusetzen ist. Er lässt sich den Emissionshandel
erklären, trifft auf Stromaktivisten und nicht zuletzt auf Bundesumweltminister Peter Altmaier.
Außerdem trifft Sonneborn Menschen, die sich dafür einsetzen, Ressourcen zu schonen und auch ihren ganz persönlichen Lebensstil verändert haben. Er begleitet einen Selbstversorger auf Nahrungssuche, spricht mit den Erfindern eines ressourcenschonenden Verfahrens für den Gemüseanbau und fragt Bürger, was sie selbst gegen den Klimawandel zu tun gedenken.

Folge 3: Sonneborn rettet die Welt – vor Korruption und Intransparenz
Donnerstag, 24. Oktober 2013, 23.00 Uhr
Zukunftsforscher Prof. Jørgen Randers schickt „Weltretter“ Sonneborn erneut auf Mission. Diesmal soll er herausfinden, warum Deutschland bisher noch nicht das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption ratifiziert hat.
Sonneborn kämpft sich auf seiner satirischen Reportage-Reise durch den Berliner Politikbetrieb und konfrontiert Abgeordnete und Bürger mit dem Thema Intransparenz, Lobbyismus und Korruption. „Superheld“ Sonneborn würde seiner Mission aber nicht gerecht werden, wenn er nicht gleich auch eine bahnbrechende Idee präsentieren würde, wie man das politische Berlin und die Öffentlichkeit für sein zentrales Anliegen sensibilisieren kann. Mit Hilfe eines Lobbyisten nimmt er Kontakt zu einem Politiker auf. Sein Ziel: Die Einführung eines bundesweiten Weltrettungstages!

Warum ich die Welt retten muss
Von Martin Sonneborn
Alles begann mit einem Foto. Eine weiße Kugel, aus großer Höhe aufgenommen. Auf den zweiten Blick sah ich, dass es sich nicht um die Glatze von Gregor Gysi handelte. Sondern um die Erde, fotografiert aus 1,5 Milliarden Kilometern Entfernung von der Saturnsonde Cassini. Ich bekam sofort Mitleid.
Ich wusste, dass meine Tante zeitweise Mitleid mit allem und jedem hatte. Im Urlaub in Italien rettete sie den ganzen Tag Ameisen aus der Überlaufrinne des Schwimmbeckens. Sie konnte den Urlaub praktisch nicht mehr genießen, weil die Ameisenrettung sie so in Anspruch nahm, dass sie vollkommen erschöpft nach Hause fuhr. Und Nietzsche war beim Anblick eines gestürzten Pferdes weinend zusammengebrochen. Wahrscheinlich hat es einfach mit dem Alter zu tun, die Empathie nimmt von Tag zu Tag zu. Irgendwann bekommt man Mitleid mit der Erde. Als ich klein war, war die Erde noch gesund. Man machte seinen Ölwechsel auf Amrum am Strand und prahlte mit dem hohen Spritverbrauch seines Autos. Mit sieben Jahren glaubte ich fest daran, dass die Atomkraft alle Probleme
auf einen Schlag lösen würde: Ich sah fliegende Autos, Roboter mit unendlich viel Energie, Toaster, in denen das Toastbrot niemals verkohlt, ein Haus mit Pool für jeden Bürger, mit Ameisenrettungsnetzen an den Überlaufrinnen. Als ich 13 wurde, wusste ich, dass das alles, so wie es damals lief, nicht gut gehen konnte: ewiges Wachstum (ich maß bereits 1,80 Meter), Cola in Dosen, Ikea, eine Fußballnationalmannschaft ohne Paul Breitner …
Keiner hörte auf meine Warnungen. Nicht einmal ich selbst. Aber statt des Systems brach erst einmal die Mauer zusammen und mit ihr die Kategorien von Gut und Böse. Ich musste handeln. Also gründete ich eine Partei in der Hoffnung, Deutschland zu retten oder zumindest mich selbst. Wir kauften graue C&A-Anzüge für 49 Euro und versprachen den Wählern das Graue vom Himmel. Anfangs eroberten wir die Herzen der Menschen im Sturm. Leider hatten wir übersehen, dass Deutschland inzwischen nicht mehr von der Politik regiert wird, sondern von der Deutschen Bank. Und die Deutsche Bank ist global aufgestellt. Kurz vor der Machtübernahme beschloss ich, Politik Politik sein zu lassen und lieber die Erde zu retten. Erstaunlicherweise stieß ich mit diesem Projekt auf eine Marktlücke. Darauf war vor mir noch niemand gekommen. Die deutsche Politik war eh mit – vorzugsweise alternativlosen – Sachzwängen beschäftigt. Für die großen Fragen der Menschheit hatten Politiker gar keine Zeit. Gut, es gab jede Menge NGOs, aber auch die waren untereinander heillos zerstritten. Die einen wollten Wale retten, andere lieber den Pandabären, den Regenwald, Peter Altmaier oder die Menschenrechte. Den Blick für das große Ganze hatten diese Leute vollkommen verloren. Da geriet das Bild von Cassini in meine Hände. Und ich wusste: die Welt retten, das schaffst du gerade noch.

Also legte ich los. Ich fragte mein treues „heute-show“-Kamerateam, ob es mir notfalls bis in die Hölle folgen würde, (Die Antwort lautete: „Natürlich nicht. Die Lausitz ist das Äußerste!“), suchte einen Sender mit vollen Geldspeichern (… und nahm dann mit ZDFneo vorlieb), ordnete die drängendsten Probleme unserer Zeit alphabetisch und knöpfte sie mir vor: Energiekrise, Finanzkrise, globale Totalkrise (inklusive Korruption & Lobbyismus).
Zur Weltrettung schlug ich mich durch römische Eiscafés, internationale Energiegipfel, Vattenfall-Tagebaubaggerlöcher, verruchte China-Club-Séparées, transnationale Republiken und die Geldtürme der Deutschen Bank. Geholfen haben mir dabei u.a. Angela Merkel, Peter Altmaier, Gregor Gysi, Karl Lauterbach, Matthias Miersch, Bärbel Höhn, diverse Hinterbänkler, nigerianische Chauffeure und verrückte Wissenschaftler. All ihnen sei hiermit gedankt.

Weitere Informationen: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1998296/Sonneborn-rettet-die-Welt—Der-Trailer

 

Quelle und Bildquelle: zdf_neo / Andreas Coerper)

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