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Legpower downunder

14 Januar 2015 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Mit einem 25 Jahre alten Fahrrad 14000 km durch Australien

Dr. Ruzzu und die Kraft der Pedale – In einer fernen Welt kurz vor Kilometer 10000

Australien, ein Kontinent, der durch seine Beschaffenheit immer wieder Männer herausgefordert hat, wie einst auch einen Blacky Fuchsberger oder Mister Malcolm Douglas. Kontinentale Weitläufigkeit, Land mit extremer Natur und von einer faszinierenden Menschenleere.Dass Physiker zu einem bestimmten Schlag Menschen gehören, denen ein eher rationales Wesen nachgesagt wird, ist ein nicht ganz korrektes Vorurteil. Sicherlich ist diese Aussage nicht der Grund gewesen, warum Herr Ruzzu mit einem Fahrrad quer über den 7ten Kontinent radelt. Zur Zeit reduziert sich Herr Ruzzu jedoch stark auf sich und sein 25 Jahre altes Rad und führt einen Kampf gegen Ödnis, Wassermangel und seinen inneren Schweinehund – sicherlich auch eine Reise zu sich selbst.

Kein moderner Schnickschnack – kein Zeitdruck – kein Stress – keine Hektik –  nur die Reinheit der Natur und die Weite des großen Kontinents.

A. Ruzzu ist promovierter Physiker und ehemaliger Manager eines international aufgestellten Elektrotechnikkonzerns. Der Reserveoffizier der Fallschirmjägertruppe und langjährig erfolgreiche militärische Fünfkämpfer (CIOR) ist fern von Heimat, Haus und Hof. Den inneren Schweinehund hat er mit seinem letzten Job begraben – egal wie weh es tut, DAS ist Leben !

BEFINDEN

Vor der Reise: voller Tatendrang während der Reise: noch besser! Fühle mich wieder 10 Jahre jünger! Im Kampf gegen Wind, Wetter, Hunger und Durst manchmal etwas müde, doch am nächsten Tag das großes Gefühl, immer wieder wie neu geboren zu sein, FREI !

AUSSEHEN

Vor der Reise: kurze Haare, etwas angegriffen von zu viel Stress der alten Welt…während der Reise: die Haare acht Monate nicht geschnitten…seit letzter Woche die Mähne wieder auf Null reduziert. Der Körper intakt, alles wohlauf, außer dem kleinen Rückschlag durch den herabstürzenden Baum, der fast das Leben kostete, keine nennenswerten Einschränkungen, Maschine läuft wieder auf allen Zylindern.

MOTIVATION

Job und Karriere: an den Nagel gehängt, um seine Träume zu erfüllen und endlich das Reisen angefangen. Erster Traum: West-Ost- und Süd-Nord-Durchquerung des 7.Kontinents.

STATIONEN

Start in Perth, letzten Dezember – auf Nebenstrassen durch den eukalyptusbewaldeten Südwesten bis Walpole, dann Albany – Esperance – Nullarbor Plain – entlang der Küste der Eyre Halbinsel – Port Augusta – Adelaide – Flinders Ranges – Coober Pedy – Alice Springs; oft Strecken von 300km mit buchstäblich NIX außer Sand, Steine und vereinzelte Grashalme zwischen den ‚roadhouses‘; hier bei km 7.000, halbe Strecke; weiter nach Darwin und dann an die Ostküste, Brisbane, bis ca. km 14.000, Ankunftsdatum ungewiss…

WETTER

0 – 50 Grad, fast immer Gegenwind (6.500km von 7.000km !!!), meistens sengende Sonne, manchmal Gewitter mit Temperaturstürzen von 30 Grad innerhalb weniger Minuten

Ruzzu´s IMPRESSIONEN

„Mit der alten Ausrüstung und Drahtesel von Perth entlang der Südküste durch Eukalyptus-Urwälder, traumhafte Strände, ein Stelldichein mit Delphinen, Seelöwen, Schlangen, Dingos, Emus und Kangaroos…endlose weiße Strände mit azurblauem Wasser, dann wieder endlose Durststrecken, max. Temperatur 48 Grad mit heißem heftigem Gegenwind, starken Gewittern (zum Glück nur selten). Schlafen unter dem Sternenzelt, ausschließlich! Wenn nicht gerade ein Aufenthalt in einer größeren Stadt, von denen es ja hier nur sehr wenige gibt…Endlose Strecken ohne Vegetation, durch die berüchtigte Nullarbor Plain, und das “Red Centre” (wie Meditation, “keine Grenzen, nur Horizonte” – der Geist ist endlich frei) , faszinierende, erholsame Einsamkeit, Begegnung mit ultralangen Roadtrains, dann 1200km mit kaum einem Baum oder Strauch und nur einer Handvoll „Roadhouses“,und meist nix zu futtern, dann bis Adelaide, weiter nach Norden ins rote Zentrum. Die letzten 800km ohne irgendeinen Baum, Strauch, Hügel, wie auf dem Mond, sengende Sonne und Hitze, glühend heißer Wind, eiskalte Gewitter mit heftigsten Windböen. Nun bei km7000 kurz vor Alice Springs, fiel mir ein Baum auf den Kopf, brach mir fast das Genick; war drei Monate in Alice Springs, nun wieder alles beim Alten, seit Wochen hat mich der Sattel wieder…“

(rz)

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