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Limes Run 1.0

26 Oktober 2013 5 Kommentare PDF Drucken Drucken

Limes Run 2013_10Cursus certamen legionariorum bei Kaiserwetter in Niederbayern

Die Premiere des Limes Runs unter besten Bedingungen – Team-androgon war dabei!

Zur Premiere des ca. 24 Kilometer langen Sportics Limes Run Parcours mit seinen rund 40 natürlichen und künstlichen Hindernissen, bestritten bei schönstem Kaiserwetter 1240 Teilnehmer, darunter 136 Frauen, Durchhaltevermögen, Kraft und Ausdauer.

Die Premiere des anspruchsvollen Cross-Hindernis-Laufs führte die Sportler durch Moorfelder, über Naturwege in das Kurgebiet sowie den Stadtbereich von Bad Gögging sowie entlang dem Fluss Abens bis zum „Nassen Limes“ in Eining und führte über das historische Römerkastell Abusina zurück nach Bad Gögging.

 

Gladius ultor noster

Die Gegend um das niederbayrische Bad Gögging ist bezaubernd – das wussten auch die Römer schon vor über 2000 Jahren. Damals rückten diese unter Kaiser Trajan immer weiter ins Land vor. Zur Sicherung der Grenzen errichteten sie das heutige UNESCO-Welterbe, den Limes und bei Bad Gögging das Kastell Abusina.

Auch brachten die Römer ihre Badekultur mit in die Region und erbauten im heutigen Ortskern eines der größten Staatsbäder nördlich der Alpen. Dies hatte einen ganz bestimmten Grund; wussten sie bereits um die heilende Wirkung des Schwefelwassers, das hier aus der Erde sprudelt. Heute greift der Kurort die Zeugnisse dieser untergegangenen Kultur wieder auf. Dass das auch ein gutes Omen für einen Extremhindernislauf sein könnte, haben wir hier erleben dürfen.

Citius, altius, fortius

Die Strecke war, wie im Vorfeld vom Veranstalter angedeutet, anders als bei der Schwesterveranstaltung dem Braveheart Battle in Münnerstadt, ausgelegt. Federführend war auch dieses Mal das PAS-TEAM unter der Regie von Joachim von Hippel, der hier einen neuen wie anderen Extremhindernislauf ins Leben rufen wollte. Und dies ist ihm gelungen! Auch die Starterzahlen zeugten bei der Premiere von gutem Marketing.

Die Stecke war bewusst abweichend zum Braveheart Battle mit anderen Schwerpunkten geplant worden. Keine Höhenmeter, weniger anspruchsvolle Hindernisse, sehr viel mehr gut zu laufende und längere reine Laufabschnitte, bei denen richtig Tempo gemacht werden konnte – dafür aber intensive Schwimmpassagen und Wasserstellen.

Ja, wären da nicht die vielen Schwimmpassagen und Wasserstellen gewesen… Diese hatten es in sich, denn nicht das Schwimmen an sich war anspruchsvoll, sondern die Minuten danach. Es war für die Muskulatur nach den längeren Wasserpassagen schwierig, aufs Neue richtig in Gang zu kommen bzw. Tempo aufzunehmen. Und kaum war man wieder auf Touren, erreichte man den nächsten Schwimm-Abschnitt oder das nächste Wasserloch.

Die Abens, ein momentan hochwasserführender Nebenfluss der Donau, drohte den Teilnehmern zudem nicht nur mit ihrem gewaltigen Rauschen, nein sie wollte insgesamt auch noch acht-mal durchquert werden. Doch Petrus war auf Sportlerseite, die Sonne schien strahlend und die Temperaturen waren angenehm bis fast etwas zu warm, wenn längere Laufstrecken in der Sonne zu absolvieren waren – somit wurden die Schwimmpassagen fast zur angenehmen Abkühlung.

Nil mortalibus ardui est

Um Punkt 11:00 Uhr fiel der erste Startschuss in Form eines Böllerschusses und das erste Starterfeld, in dem auch wir uns als Team befanden, setzte sich schnell in Bewegung. Auffällig in der ersten Reihe, 4 fast nackte Männer mit Borat-Schwimmanzügen, Perücken und festgeklebten Bärten. Auffallend auch deren rasierte Beine und Trailrunningschuhe, die hier trainierte Triathleten vermuten ließen – ein mutiger Auftritt. Meine Gedanken waren „hoffentlich verlieren sie unterwegs nicht etwas „WICHTIGES“ und kommen wieder vollständig ins Ziel zurück“.

Wir starteten direkt hinter ihnen und den Jungs der uns bekannten Gesichter von „Getting Tough“ mit denen ich vor dem Start noch ein paar Worte wechselte. Wir als Team-androgon waren zu dritt – einmal unser Urgestein Stefan Schlett der schon 1997 als erster deutscher Teilnehmer beim „Tough Guy“ diese ganz spezielle Form des Hindernislaufes, gepaart mit typisch englischem Humor, durch eine 7-seitige Reportage in dem Schweizer Magazin „Fit For Life“ auf dem Kontinent bekannt machte. Er wollte es an diesem Tag aber etwas langsamer angehen.

Weiter Felix, der auf Sieg laufen wollte und hochmotiviert war und ich, der eine Platzierung in den Top 10 anstrebte, da die Konkurrenz bei dieser Premiere nicht allzu groß war.

Viele namenhafte Läufer waren nicht am Start. Ein Knut Höhler (erster deutscher Extremhindernislaufprofi), ein Florian Reichert oder ein deutscher Meister im Crosslauf etc. waren im Teilnehmerfeld nicht zu finden. Parallel fand das Tough Mudder Race in (Berlin-Brandenburg) und das StrongmanRun in Luxembourg statt, vielleicht war hier ein Grund zu suchen. In jedem Fall war die neue Geheimwaffe „Charles Franzke“ von Getting Tough e.V. vertreten, den wir in jedem Fall auch bei seinem eigenen Event am 7. Dezember 2013 auf dem 2. Getting Tough Race in Rudolstadt wiedersehen werden.

Ibi semper victoria est, ubi concordia est!

Nach ca. 1 km ging es durch die „Moorfields“ zum ersten richtigen Hindernis, einer über 3m tiefen Grube, aus der man alleine schwer wieder herauskommen würde – hier machte unserer schnellster Läufer leider gleich zu Anfang einen Fehler und nahm das Hindernis nicht Reglement-gerecht und musste so im Ziel seinen 3. Platz leider wieder abtreten und wurde disqualifiziert! Doch dies soll die gute Atmosphäre und die eigenen sportlichen Leistungen bei dieser schönen Extremhindernislauf-Premiere nicht trüben.

Weiter ging es mit einer relativ kurzen Laufpassage und ein paar kleinen Hindernissen wie dem „Monarch Hill“, der sich hinter dem gleichnamigen Hotel befand, weiter zu einer regelrechten Kette von Schwimm- und Wasserhindernissen.

Natare

Die erste Schwimmstrecke war mit ca. 100m extrem lang, danach folgte ein kurzer Landgang, um sofort wieder in den See zu springen, der erneut mit ca. 60 Meter schwimmend durchquert werden musste. Und weitere Gewässer würden folgen.

Auf den nächsten Kilometern warteten dann Hindernisse mit den Namen wie „Eisvogel-Wand“, „Abens Jump“, „Treibsand“, „Hedge“, „Bad Wood“ oder „Abusina“ oder einfach nur Sumpf in Form von Kriechstrecken, Sprüngen über Traktoren-Anhänger und Strohballen, Robben durch Röhren und das Queren von schier undurchdringlichen Passagen durchs Unterholz der Wälder sowie Flussläufen.

Bevor wir auf das (auf dem höchsten befindlichen Punkt der Strecke) Kastel Abusina, einem alten Römerbauwerk trafen, mussten wir einen extrem nassen und matschigen Bereich mit umgefallenen Bäumen, das sog. „Labyrinth“ durchqueren. Vor dem Kastel erwartete uns eine Kriechpassage über eine Wiese mit Brennnesseln.

Die Gebäude und Wehranlagen dort, die in den Jahren 1879–1919 ausgegraben wurden, zeigen die wechselnden Strategien auf, mit denen die Soldaten Roms fast 400 Jahre lang die Nordgrenze des Reiches schützten. Ich lief an vielen verschieden Tafeln mit Aufschriften vorbei, die ich während des Laufens leider nicht lesen konnte. Schade eigentlich, ein bißchen Bildung während des Laufes hätte nicht geschadet; aber ein guter Grund wiederzukommen. Es folgte eine lange Laufpassage und dann traten wir ab dem „Campingground“ den Rückweg an. Von dort mussten alle Hindernisse der 1. Hälfte noch einmal absolviert werden.

Hinter Hindernis 25 „Campingplatz“, verbarg sich allerdings ein sumpfiger Wassergraben mit Schilf. Die wohl härteste Passage des Laufes. Man sackte teilweise so tief ein, dass man fest wie in einem Vakuum steckte und das Schilf zu Hilfe nehmen musste, um sich Stück für Stück im Schlick vorwärts zu bewegen, jedoch war ein Vorwärtskommen, egal ob rechts, links oder durch die Mitte kaum möglich. Hoffentlich würden die Schuhe und der Chip hier nicht auf immer und ewig verloren gehen. Geschafft! Aber richtig Federn gelassen. Die letzten 4 Kilometer mit 15 mir inzwischen bekannten Hindernissen lagen nun vor mir.

Noch machten einige der Wettkämpfer, die mir entgegen kamen noch kleine Witze wie „Du läufst in die falsche Richtung“ usw.; es handelte sich hier wohl primär um Starter des vierten und letzten Startblocks, doch Ihnen würde spätestens in einer Stunde bei Hindernis 25 das „Witzeln“ wahrscheinlich vergehen.

Natavi

Das Schwimmen tat mir gut, es war ein anderer Bewegungsablauf und ich merkte hier, dass ich heute kein reiner Läufer sondern Mehrkämpfer war, denn ich überschwamm noch einen Mann vor mir. Ich bewegte mich schnell raus aus dem Wasser – wusste ich ja um die nächste 100 Meter Schwimmeinlage-, die zu meiner Überraschung aber von der DLRG wegen mehrerer Rettungseinsätzen gesperrt worden war.

Zu diesem Zeitpunkt spätestens war mir jedoch klar, dass ich mit langer Winterlaufhose mit Teflon-Beschichtung hier bestimmt nicht noch einmal antreten würde. 100 kg Kampfgewicht reichen, da sollte man nicht noch zusätzlichen Ballast mit sich herumschleppen. Aber wer konnte im Vorfeld schon ahnen, dass sich die Temperaturen im Oktober wirklich so sommerlich halten würden.

Ich zog die triefnasse Hose also noch einmal hoch und gab Gas. Ich hatte kein Gefühl wie weit das Ziel noch entfernt sein würde. Ich lief einfach weiter, der Mann hinter mir konnte nicht mehr folgen und fiel weiter zurück. Der Rückweg schien auf den letzten Kilometern doch etwas anders als der Hinweg zu sein.

Dann hörte ich aber die Lautsprecher und die vielen Zuschauerstimmen im Hintergrund und mir wurde klar, dass das Ziel direkt um die Ecke sein musste. Noch eine letzte wassergeflutete Röhre unter einer Brücke und ich sah den Zielbereich durch einen Wasserregen, den die Feuerwehr künstlich erzeugt hatte, vor mir.

Im Ziel wartete Felix bereits auf mich, der es mit einer reinen Laufzeit von 1:58:00 als dritter ins Ziel geschafft hatte, schon auf mich. Ein schöner Lauf war zu Ende.

Perfektor

Primus Perfektor wurde Charles Franzke mit 1:57:28 Std. und Prima Perfiva Lisa Mehl mit 2:21:19 Std.

Bestes Team waren die Jungs von Getting Tough in 02:25 Std.

Ich kam nach 02:13:40 Std ins Ziel (10). Stefan folgte mit seinen stolzen 51 Jahren in 02:50:03 Std. (138) und der letzte Finisher überquerte die Ziellinie in Bad Gögging nach 05:00:15 Std.

Für den Start- und Zielbereich stellte das Marc Aurel Spa und Golf Resort Bad Gögging sein Gelände zur Verfügung. Hier war auch das Festzelt aufgestellt, in dem sich Teilnehmer, Einheimische und Touristen schon am Vorabend des LimesRuns bei einer Pasta-Party auf den verrückten Lauf einstimmen konnten. Am Wettkampftag, den, 19. Oktober 2013 fand dann die Siegerehrung um 18:00 Uhr im Festzelt statt. Bis dahin amüsierten sich Läufer und Nicht-Läufer auf dem Gelände ausgiebig bei Speis und Trank sowie noch immer strahlendem Sonnenschein.

Ein Gelungene und schöne erste Primäre – bis zum nächsten Jahr!

Wir werden 2014 am Samstag, den 18. Oktober 2014 wieder mit von der Partie sein!!

Weitere Informationen: www.limesrun.de

 

Unsere nächsten androgon-Wettkämpfe in 2013:

Gelita-Trail-Marathon: http://www.androgon.com/20672/sport/gelita-trail-marathon

Raid Commando Calais: http://www.unor-reserves.fr/ressources_agenda/R%C3%A9glement%20Raid%20Gu%C3%AEnes%202013.pdf

Getting Tough Race 2013: http://www.androgon.com/15172/vorschau/gtr-2012

 

Über die PAS-TEAM Ltd.

Der Name PAS-TEAM leitet sich von den Begriffen POWER, ACTION und SURVIVAL ab. POWER steht für den Willen, die Kraft und die methodischen Fähigkeiten des Trainerteams, die Ausbildungsinhalte zu vermitteln. ACTION steht für die Inhalte der Trainings, die die Teilnehmer nicht nur an ihre Grenzen, sondern über diese hinaus führen. SURVIVAL steht für das Überleben in und mit der Natur und das Reduzieren der Ausrüstung auf das Wesentliche. Das Angebot des PAS-TEAM umfasst Sicherheitstrainings als Vorbereitung für den Aufenthalt in Krisengebieten, Outdoor Trainings für Erwachsene, Kinder und Jugendliche sowie Team Trainings, die je nach Bedarf individuell zusammengestellt werden. Zudem veranstaltet die PAS-TEAM Ltd. die Extrem-Läufe BraveheartBattle und LimesRun. Website: www.pas-team.de

 

Bildquelle: androgon; Getting Tough e.V.

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