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GELITA Trail Marathon 2013

2 November 2013 Ein Kommentar PDF Drucken Drucken

Gilita Trail Marathon 2013_45Eindrucksvolle Premiere des GELITA Trail Marathon in Heidelberg

Team androgon war dabei! „Zwei Mann als Einzelstarter und eine 5er Staffel“

Wir haben uns nach unserem letzten erfolgreichen Wettkampf am 19.Oktober 2013, dem Extremhindernislauf „LimesRun“ in Bad Gögging, beim GELITA Trail Marathon in Heidelberg auf die Staffel konzentriert. Das Team stand bereits am Vorabend des Laufes fest, nur die Streckenabschnitte waren noch nicht final ausgeknobelt.

Zur Premiere des GELITA Trail Marathon waren über 2.100 Teilnehmer angemeldet, davon ungefähr 1.000 für die klassische Marathon-Distanz. Die Konkurrenz in der 5er Staffel-Wertung war groß – mehre Engelhorn Sportmannschaften mit Sprint-Spezialisten aus dem regionalen Mannheim waren mit von der Partie. Unsere Staffel, mit unserem ältesten Läufer (51 Jahre), sollte diesem Niveau aber trotzdem Paroli bieten können.

Trotz eines um Heidelberg tobenden und heftigen Gewitters in der Nacht vor dem Rennen, herrschten zum Zeitpunkt des Starts um 9:00 Uhr bei ungefähr 15 Grad und Sonnenschein beste Laufbedingungen für diese 1500 Höhenmeter Premiere.

Startschuss – unser stärkster Mann als erstes am Start

Schon früh übernimmt Sammy die Gesamtführung. Die Strecke, die nach einer ungefähr drei Kilometer langen Schleife durch die berühmte Heidelberger Altstadt mit ihren vielen historischen Sehenswürdigkeiten über die Alte Brücke hinüber ans andere Neckarufer führt, zweigt nach etwa einem weiteren Kilometer später in die Hirschgasse ab. Die Strecke führt jetzt bergauf über einen malerischen Weg, der seit jeher gerne für romantische Spaziergänge benutzt wird, weiter steil den Berg hinauf, jedoch mit wunderschönem Blick auf das Heidelberger Schloß, die Altstadt und den Neckar. Folgend führt sie uns zum Heiligenberg, einem alten energetischen Ort (439,9 m ü. NHN) wo vor langer Zeit die Kelten ihre Spuren hinterlassen haben.

Von ihrer Besiedelung zeugen noch heute Reste einer doppelten keltischen Ringwallanlage, die einst den Haupt- und den Vordergipfel umschloss. Durch seine herausgehobene Lage bot der Heiligenberg einen weiten Blick in Richtung Rheinebene und ins Neckartal sowie einen natürlichen Schutz.

176 Stufen

Doch vorher müssen noch die 176 Stufen der Heidelberger Thingstätte, einem Bau aus den 30er Jahren und eine nach dem Vorbild antiker griechischer Theater errichtete Freilichtbühne, überwunden werden, bevor es nach ein paar Kilometern weiter durch den schönen Odenwald zur ersten Wechselzone geht. Auf diesen nächsten vier Kilometern geht es stetig bergab und es eröffnen sich auch hier immer wieder wunderbare Ausblicke in Richtung Heidelberger Altstadt und zum Heidelberger Schloss.

Team-Läufer René übernimmt in der WZ „Mühlental“ den Chip und hat noch immer die Gesamtführung. Durch das Mühlental gelangt er zum nächsten steilen Anstieg, der ihn zum Weißen Stein führen soll – es helfen hier auch immer wieder historische, in Sandstein gravierte Wegweiser beim Orientieren weiter. Der Weiße Stein (548 m ü. NHN) ist der zweithöchste Punkt des ganzen Trails. Hier befindet sich ein 20 Meter hoher Aussichtsturm aus dem Jahr 1906.

Noch ist die nächste Wechselzone aber nicht erreicht. Es geht weiter in Richtung „Dossenheimer Kopf“, einer nächsten markanten Höhe (538 m ü. NHN), bevor unser zweiter Läufer die Wechselzone erreicht. 800 positive Höhenmeter sind nun geschafft und tendenziell geht es jetzt ganz lange bergab.

 

Berg ab

Läufer „Jesus“ übernimmt – ein gutes Omen – leider kann jedoch die Gesamtführung nicht gehalten werden – in der Staffelwertung liegen wir aber noch auf Platz 2. Es folgt ein langes Gefälle zum Neckar, wo richtig Tempo gemacht werden kann. Durch den Wald geht es hinunter nach Ziegelhausen und dort direkt über die neue Neckarbrücke (1945 gesprengt und seit 1954 wieder aufgebaut), die Ziegelhausen und Schlierbach auf der anderen Seite des Neckars verbindet. Jesus ist in seinem gelben Team-Shirt schon von weitem auf der Brücke zu erkennen, bevor es in die nächste Wechselzone geht. Nur noch einmal unter den Bahnschienen am Schlierbacher S-Bahnhof hindurch, an der Verpflegungszone vorbei, hinein in den Wechselbereich.

Wehe dem, der keine Reserven hat

Der Staffelstab wird an Raffael übergeben. Nur ein Staffelläufer ist schon durchgekommen. Nummer zwei, drei und vier laufen nun fast zeitgleich aus der Wechselzone hinaus und den nächsten positiven 520 Höhenmetern entgegen. Das 4. Teilstück hat es in sich – es geht fast ausschließlich bergauf. Der Streckenverlauf steigt ab Kilometer 28 langsam aber stetig bis zum Einstieg in die sog. „Himmelsleiter“ bei Kilometer 35 an (s. auch Video).

Diese ist ein steiler gut 800 Meter langer Anstieg, bei dem auf unregelmäßigen Naturstufen ca. 130 Höhenmeter bewältigt werden müssen; hier gilt es noch einmal die letzten Kräfte zu mobilisieren. Über Naturstufen, Felskanten und Geröllsteine balancierend geht es jetzt ein Teilstück der Himmelsleiter hinauf zum Königstuhl, der Bergstation der Heidelberger Bergbahn. Hier befinden sich unter anderem auch mehrere Radio-, Fernseh- und Richtfunk-Sendeanlagen und eine ehemalige Abhörstation der US-Amerikaner. Der Königstuhl ist mit seinen 548 m ü. NHN der höchste Punkt des GELITA Trail Marathons.

Gesamt umfasst die „Himmelsleiter“ mehr als 1200 Stufen, eine vom Heidelberger Schloss direkt zum Gipfel des Königstuhles führende unregelmäßige Treppe aus grob behauenen ungleichen Sandsteinen. Sie wurde ab 1844 unter Bezirksförster Adam Laumann gebaut und 1994 fast vollständig saniert.

Schöne Überraschung: es liegt Schnee da oben – aber nicht wirklich. Zusätzlich zur topografischen Herausforderung erwartet die Teilnehmer auf dem Königstuhl die angekündigte alpine Überraschung: Ein Entsorgungspartner hatte aus der SAP Arena einige Kubikmeter Schnee, die bei der Eispräparation anfallen, herbei geschafft und damit den höchstgelegenen Abschnitt der gesamten Strecke ausgestattet. Eine witzige Idee, die gleichwohl für Erheiterung und Irritationen sorgte.

Letzer Wechsel

Stefan übernimmt als erfahrener alpiner Bergläufer auf dem Königstuhl den finalen Teilabschnitt. Die etwa 1,5km langen Bergab-Passagen, die mit Wurzeln und Steinen gespickt sind, stellen eine letzte schwierige Prüfung dar; zudem geht es auf diesem Abschnitt 180 Höhenmeter hinunter. Stefan setzt alles auf eine Karte um die Top-3-Wertung zu erreichen – doch er stürzt auf dem anspruchsvollen Bergab-Trail. Zum Glück schlägt er sich nur das Knie und die Hand äußerlich auf und es bleibt bei kleinen Platzwunden und keinen größeren Verletzungen, die nach dem Zieleinlauf sehr professionell vom ASB-Sanitätsdienst-Team versorgt werden. Aber das ist Wettkampf!

Danach wird das Gelände wieder einfacher, ein letzter Anstieg folgt. Vorsicht ist aber trotzdem geboten, ehe bei Kilometer 40 wieder asphaltierter Untergrund auf die Läufer wartet.

Durch das Gelände des Schlosses geht es an verdutzten Touristen vorbei – eine regelrechte Welt-Uraufführung: der erste Marathon-Lauf durch den Heidelberger Schlossgarten! Wer bis jetzt noch keinen „Tunnelblick“ hat, kann dieses weltberühmte Bauwerk im wahrsten Sinne des Wortes durchlaufen und genießen. Weiter geht es hinunter in die Heidelberger-Altstadt, über historisches Kopfsteinpflaster der Heidelberger Hauptstraße zurück zum „Ziel“, dem Universitätsplatz, welcher an der Ost- und Südseite von Universitätsgebäuden umgeben ist.

Mit toller Stimmung geht hier ein Sportevent mit touristischem Flair bei wunderbarem Sportlerwetter für uns fast schon zu schnell zu Ende. Alle zusammen überqueren wir mit unserem Schlussläufer, der noch einmal alles gibt, die Ziellinie.

Es war ein anspruchsvoller und zugleich wunderschöner Trail um und durch Heidelberg. Der GELITA Trail Marathon Heidelberg ist ein absolutes „Muss“ für jeden Trail-Läufer, der die zweite Ausgabe im nächsten Jahr auf keinen Fall verpassen sollte.

Die Veranstaltung brillierte durch ihre wundervolle Streckenführung, wurde organisatorisch hervorragend umgesetzt, die Verpflegungsstände und Streckenposten waren gut besetzt und es gab keinerlei Dinge, die uns gestört haben.

Wir werden nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein und einen neuen Angriff auf die Top 3 starten.

Primus Perfector

Die einzigen, die die Strecke unter drei Stunden bewältigten, waren die beiden Männerteams des Engelhorn Sports Teams. Die „erste 5-Staffel-Mannschaft“ siegte in 2:55:47 vor der zweiten (2:58:17) und der Mannschaft SG Walldorf Astoria Leichtathletik (3:06:35). Team-Androgon wurde vierter mit 3:08:35.

Bei den Frauenstaffeln lag ebenfalls das Engelhorn Sports Team vorne (3:20:28). SV Nikar Heidelberg (3:43:06) und „Die Bergziegen“ (3:55:30) folgten.

Marco Sturm siegte als Einzelstarter auf der Marathondistanz bei dieser Premiere und sicherte sich den Siegespreis in Höhe von 1.000,- Euro in Form einer Anleihe der Deutschen Rohstoff AG. Den zweiten Platz belegte Tobias Hegmann in 3:05:16 Stunden. Dritter wurde Marcus Biehl (LG Lage-Detmold) in 3:06:30 Stunden.

Bei den Frauen siegte die Triathletin Almuth Grüber (Engelhorn Sports Team) in 2:13:46. Den zweiten Platz erlief sich Tatiana Mitkina (Die Wuerfels) in 3:46:37. Simone Raatz beendete den Lauf als Dritte in 3:55:30.

Weitere Informationen unter: http://www.trailmarathon-heidelberg.de/

(jm)

 

http://www.youtube.com/watch?v=pNJFakdnD0o

 

 

 

Bildquelle: androgon.com; GELITA Trail Marathon Heidelberg

 

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