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Walk On The Wild Side

2 Dezember 2013 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Lou ReedLou Reed –Die Rocklegende ist kürzlich im Alter von 71 Jahren verstorben

Das Gründungsmitglied der “ Velvet Underground“-Band schrieb als Sänger und Songwriter in den 60iger und 70iger Jahren Musikgeschichte und gilt als einer der einflussreichsten Musiker des Rock.

Seinen Tod bestätigte Reeds Agent gegenüber der britischen Tageszeitung The Guardian mit den Worten :“Ja, ich bin sehr bestürzt“. Der Künstler verstarb vermutlich auf Long Island bei New York an den Folgen einer Lebertransplantation, der er sich im Frühjahr unterzogen hatte und die seine Gesundheit stark angegriffen hatte, so berichtete sein US-Agent der New York Times später.

Zahlreiche Kollegen und Prominente betrauerten den Tod des Musikers . „Mein Freund Lou Reed ist am Ende seines Songs angelangt“, schrieb z.B. Bestseller-Autor Salman Rushdie oder Kollege Samuel L. Jackson bemerkte, dass Reeds Musik für dessen Generation immer noch relevant sei und „New York eines seiner größten Geschenke verloren hat.“

Die Rocklegende erreichte zwar nie den kommerziellen Erfolg von anderen Größen seiner Zeit wie etwa Bob Dylan, hatte aber enormen Einfluss auf Generationen von Musikern. Mit seiner Band öffnete er die Rockmusik in Richtung Avantgarde, zum experimentellen Theater, zur Kunst, Literatur und zum Film, wie zum Beispiel zu Kurt Weill, zu John Cage und Pop-Art-Künstler Andy Warhol.

Mit „Walk On The Wild Side“landete er seinen größten Hit, viele weitere Songs wurden zu Klassikern wie etwa „Heroin“, „Sweet Jane“ oder „All Tomorrow’s Parties“.Mit diesen verkörperte er wie kaum ein anderer Musiker die Kultszene von Downtown Manhattan in den Sixties und Seventies.

Anfangs noch ein Musikrebell trat er später sogar im Weißen Haus auf, veröffentlichte Texte im renommierten „New Yorker“ und erhielt 1999 einen Grammy für das beste Langform-Musikvideo. 1996 wurde seine Band The Velvet Underground in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Der Künstler wuchs in einer klassischen amerikanischen Mittelschicht-Familie auf, als Sohn eines Buchhalters in Long Island, östlich von New York. Doch bald rebellierte er gegen seine kleinbürgerlichen Eltern, die ihn sogar von seinen bisexuellen Neigungen befreien wollten. Nach dem Studium der im Staate New York gelegenen University of Syracuse, wo er mit Delmore Schwartz seinem ersten großen Förderer zusammentraf, zog es Reed in die City New York zurück, wo er dann in Bars und Nachtclubs auftrat. Hier kam er schon früh mit der Künstlerszene um Andy Warhol in Kontakt. Für sein Debütalbum „The Velvet Underground & Nico“ 1967 steuerte dieser die berühmt gewordene Banane für das Cover bei, derentwegen Reed und sein Bandkollege John Cale später noch einen Rechtsstreit mit der Andy-Warhol-Stiftung hatten. Infolge von Querelen und Streitereien innerhalb der Band kam es nach vier Alben zur Trennung von Cale und anschließend zum Ende seiner Band. Erst nach 22 Jahren – 1987 nach dem Tod Warhols –kam es zur Versöhnung mit Cale ,ohne dass dies zu einem künstlerischen Neubeginn führte.

Insgesamt war für Reeds Musik charakteristisch der düster-schräge Sound ,der aus den von Großstadt-Erfahrungen inspirierten Texten des Protagonisten über Sex, Gewalt und Drogen sich ableitete sowie aus der Kombination mit den Klangexperimenten seines Bassisten John Cale. Diese stand damit in starkem Gegensatz zu den eher heiteren Klängen der Hippies seiner Zeit.

Sehr erfolgreich und von der Kritik gelobt wurde auch sein Album „Loaded“ mit Hits wie „Sweet Jane“ oder „Rock’n’Roll“ ,die zu echten Klassikern der Epoche wurden. Legendär wurden auch seine Soloalben „Transformer“, „Metal Machine Music“ sowie seine Comeback-CD „New York“. Ein besonderer Höhepunkt war danach 1996 die zuvor erwähnte Aufnahme von Velvet Underground in die Rock and Roll Hall of Fame . Zuletzt widmete er sich verstärkt neuen Projekten und arbeitete mit Künstlern, Theater- und Filmemachern wie Robert Wilson und Wim Wenders zusammen sowie mit der Metal-Band Metallica , schließlich auch mit seiner Ehefrau, der Performance-Künstlerin Laurie Anderson.

Reed hatte über Jahre hinweg mit Drogen- und Alkoholproblemen zu kämpfen, von denen er sich nur schwer befreien konnte und woraus seine problematische Lebertransplantation resultierte. Trotzdem bemerkte er noch kurz vor seinem Tode in einem Interview, dass die Zeit so furchtbar schnell vergangenen sei, und meinte: „Wie konnte das passieren? Das hört nie auf, mich zu verwundern. Gerade war ich doch noch 19.“

(wz)

 

Bildquelle: http://www.loureed.com/inmemoriam/; http://www.loureed.com/go/

 

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