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Albert Camus

1 Juli 2016 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

MEYER-MARTIN-Albert-CamusAlbert Camus– Der französische Philosoph des Existenzialismus

Albert Camus war neben Jean Paul Sartre  der größte französische Dichter und Philosoph der Moderne sowie Nobelpreisträger der Literatur. Er profilierte sich in seinen Werken zu einem der literarisch und moralisch gewichtigsten Vertreter Frankreichs der Nachkriegszeit. In seinem auf positivem Nihilismus basierenden Humanismus forderte er, dass der Mensch sein absurdes Dasein bewusst a nehmen sollte und auf seinen eigenen ethischen Prinzipien sein Leben in konsequenter Weise führen sollte.

Albert Camus wurde 1913 in Mondovi im heutigen Algerien geboren .Er wächst in ärmlichen Verhältnissen in einem Arbeiterviertel von Al gier auf; sein Vater stirbt früh, so dass die Mutter die Familie kaum ernähren konnte. Sein Grundschullehrer setzte sich später dafür ein, dass der begabte Schüler trotz seiner niederen Herkunft aufs Gymnasium kam. Nach dem Schulabschluss, beginnt Camus 1932 mit dem Studium der Philosophie in Algier und schreibt wenig später erste erzählende Texte und politische Essays. Mit dem Aufkommen der politischen Rechten in Frankreich, wird Camus zunehmend politisiert und tritt der Kommunistischen Partei bei und setzt sich vornehmlich für die Gleichberechtigung der nicht- französischen Algerier ein, jedoch letztlich ohne Erfolg. Nach der Besatzung Frankreichs durch die Deutschen 1941 schließt er sich der französischen Resistance an und erlebt mit seiner in Algerien handelnden Erzählung „Der Fremde“( 1942) seinen ersten literarischen Durchbruch. Im folgenden Jahr tritt er als Lektor ins Verlagshaus Gallimard ein, in dem nahezu alle seine späteren Schriften verlegt wurden.

Der Philosoph des Absurden und Denker der Revolte

Sein erster Roman „Der Fremde“ gilt heute als ein typisch existenzialistisches Werk und wurde zum Klassiker der französischen Literatur. Denn es bringt das Lebensgefühl einer Generation zum Ausdruck, die sich angesichts traumatischer Kriegserfahrungen mit der Grundfrage nach dem Sinn des Lebens konfrontiert sieht. In dem frühen Meisterwerk verkörpert der Philosoph seine Idee des Absurden in der Figur des Antihelden Mersault, der sich weigert, Lüge und Heuchelei in der Gesellschaft zu akzeptieren und dessen Einzelschicksal symbolhaft überhöht wird.

Nachdem Camus während des Zweiten Weltkrieges nach Paris übersiedelte, erschien dort ein weiteres bedeutendes Werk von ihm, der philosophische Essay „Der Mythos des Sisyphos“. In der tragischen Gestalt des Sisyphos“, der als Strafe seines Gottvaters Zeus einen Stein immer wieder den Berg hinaufrollen muss, der jedoch jedes Mal aufs Neue wieder herunter rollte, wird die Klärung nach der Frage der Existenz des Menschen erneut gestellt ,der sein absurdes Schicksal akzeptiert, ohne dass er zu einer Sinnfindung zu gelangen vermag.

Noch während des Krieges publiziert er den Roman „Die Pest“ – sein längstes Werk, das ihn endgültig als einen der wichtigsten zeitgenössischen Autoren etablierte. In den folgenden Jahren schreibt er viele weitere Erzählungen und Dramen und veröffentlicht zahlreiche politische und pazifistische Texte, in denen er vor allem die Freiheitsbestrebungen der Kolonialvölker unterstützt.

Von besonderer Bedeutung für die heutige Moderne ist eines seiner letzten Werke “Der Mensch in der Revolte“, in dem er den Menschen als Maß aller Dinge beschreibt. Es besteht aus einer Sammlung philosophisch- politischer Essays , in denen er unter anderem die großen politischen Utopien für den Tod von Millionen von Menschen verantwortlich macht. Für Camus besteht die Revolte aus dem Aufbegehren des Einzelnen gegen ungerechte Bedingungen seiner menschlichen Existenz in einem Ideologie freien Raum. In den vergangenen Monaten haben wichtige Ereignisse aufgezeigt, wie zeitgemäß seine Ausführungen noch heute sind. So gingen zum Beispiel in den Metropolen Europas und in New York vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise 100 Tausende auf die Straßen. Von besonderer Bedeutung wäre hier die Occupy- Bewegung in Camus Sinne zu nennen; denn sie folgt keiner neuen Ideologie oder Geschichtsutopie und stellt keine finalen Kriterien für ihr Revoltieren auf.

Seine zunächst enge Beziehung zu Jean Paul Sartre und den Existenzialisten scheiterte nach heftigen Kontroversen an diesem seinem letzten Essay über die spezifischen Bedingungen der Revolte. I m Jahre 1957 wurde Camus jedoch verdientermaßen der Literaturnobelpreis verliehen mit der Begründung: “Für seine bedeutungsvolle Verfasserschaft, die mit scharfsichtigem Ernst menschliche Gewissensprobleme in unserer Zeit beleuchtet.“

Drei Jahre danach am 4. Januar 1960 stirbt Albert Camus viel zu früh mit 46 Jahren bei einem Autounfall auf dem Weg nach Paris. Er hat unbestritten auch jetzt 100 Jahre noch nach seiner Geburt mit seinen progressiven Ideen den Zeitgeist der Moderne zu treffen vermocht.

(wz)

 

Bildquelle: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG – http://www.amazon.de/Albert-Camus-Die-Freiheit-leben/dp/3446243534/ref=sr_1_8?s=books&ie=UTF8&qid=1385076848&sr=1-8&keywords=albert+camus

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