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Getting Tough – The Race 2.0

12 Dezember 2013 2 Kommentare PDF Drucken Drucken

GTR_2013_08Team-androgon das zweite Mal beim Getting Tough – The Race 2013 – ein (Grenz-)erfahrungsbericht

Am 07. Dezember 2013 fand zum 2. Mal das Getting Tough Race in Rudolstadt/ Thüringen statt. Das Getting Tough Race ist ein Hindernis- und Extremlauf und versucht sich hierbei von allem, was in Deutschland und Kontinentaleuropa bekannt ist, abzuheben. Schon im letzten Jahr konnten über 700 Starter hier einen extrem anstrengenden und herausfordernden Lauf erleben und bereits frühzeitig zeichnete sich auch für dieses Jahr ein neuer Melderekord ab. Nachdem der Braveheart-Battle in Münnerstadt die einzig wahrzunehmende „Konkurrenz“ auf dem europäischen Festland dies erkannt hatte und bereits im Frühjahr seine Schwierigkeit erhöht hatte, waren nun die Veranstalter um Markus Ertelt und Michael Kalinowski gefordert, um den Titel als härtester Extremlauf Kontinentaleuropas zu halten. So wurde die Anzahl der Hindernisse auf nun 100 erhöht und auch die Qualität der Hindernisse, gerade zum Ende der Strecke, auf den sogenannten „Killing Fields“, erheblich erhöht. Auf der 24 Kilometer langen Strecke sind über 900 Höhenmeter mit teilweise 32% Steigungen zu überwinden, mit der Saale einen reißenden Fluss zu durchqueren, ein Schwimmbad mit gefühlt 1 Grad kaltem Wasser zu durchtauchen und zahlreiche Hindernisse, die oft nur gemeinsam bewältigt werden können, zu bewältigen. Dabei gelten die extremen Wasserhindernisse, eine alte, aber deutlich erschwerte NVA-Sturmbahn und natürlich die schneckenförmig aufgebauten Hindernisse in der Zielzone, den „Killing Fields“ zu den ultimativen Herausforderungen.

Das androgon-Team reiste bereits am Vortag nach Rudolstadt, um die Atmosphäre und die perfekte Organisation schon frühzeitig zu erfahren. Ein Festzelt und eine strukturierte und aufmerksame Organisation direkt auf der Bleichwiese vor den „Killing Fields“ stimmte alle Sportler frühzeitig auf den Lauf ein. Zu bemerken bleibt der herausgehobene Verweis des Veranstalters auf die Schwierigkeit und Verletzungsgefahr mit einem ungewöhnlich langen und direkt zu unterzeichnenden Haftungsausschuss.

Ritterschlag

Am Veranstaltungstag fanden sich fast 1.300 Extremläufer, darunter 180 Frauen, mit freudiger Erwartung und zum Teil bunt verkleidet im Startbereich ein. Die Starter, darunter auch der ehemalige Boxweltmeister Sebastian Sylvester (später in einer herausragenden Zeit von 2:48:19h als 57. Finisher im Ziel), zogen gemeinsam, unter der Führung eines Dudelsackspielers und einer Rittergruppe, welche direkt aus dem Mittelalter entsprungen sein muss über ca. einen Kilometer zur großen Startwiese, auf welcher in voller Breite (ca. 500m) gestartet wurde. Noch vor dem Start gab es neben der obligatorischen Einstimmung mit Nebelschwaden und einer anheizenden Ansprache auch grüßende Worte vom Organisationsteam. Auch Billy Wilson, genannt „Mr. Mouse“- die Ikone des Extremsports, war unter den Anwesenden.

Für die Rudolstädter Veranstalter kam es einem Ritterschlag gleich – Billy Wilson, der Organisator des Tough Guy Race im englischen Perton (Wolverhampton), kam im klassischen englischen grauen Sakko, rotem Schal und weißen Handschuhen auf die Starterwiese. Er kniete mit den Veranstaltern zusammen nieder und segnete das Rennen während Hubschrauber und andere Luftfahrzeuge am Himmel Flugkunststücke veranstalteten. Besonders seine Anwesenheit unterstreicht die Bedeutung dieses Extremlaufs in ausgezeichneter Weise.

Wilson, der seit 1987 das härteste Rennen der Welt in Mittelengland organisiert und das gemeinhin als inoffizielle Weltmeisterschaft unter den Extremläufern gilt, kam auf Einladung des Vereins Getting Tough zum Rudolstädter Lauf in die Saalestadt. „Als wir ihn im September einluden, hätten wir nicht gedacht, dass er zusagt“, so Markus Ertelt, einer der Cheforganisatoren. Denn der bei den Extremsportlern vor allem unter dem Psyeudonym „Mr. Mouse“ bekannte Wilson verlässt nur ausgesprochen selten die Insel: „Dass die Ikone des Extremsports zu uns kommt, hat uns vor Freude die Tränen in die Augen getrieben.“

Team-androgon startete mit Raffael Zeller, Bernadt Krinke, Sebastian Kurch, Stefan Peters, Matthias Weber und dem international bekannten Ultrasportler Stefan Schlett. Das Team war durch den Hersteller „Sealskinz“ mit wasserdichten Ultra-Grip-Handschuhen, wasserdichten Socken (Thin Ankle Length Sock) und einer wasserdichten, wärmenden Mütze (Hi Vis Beani Hat Yellow) ausgestattet und testete diese Ausrüstung auf ihre Tauglichkeit bei solchen Extremveranstaltungen. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: die Ausrüstung von Sealskinz zeichnet sich durch eine sehr gute Wärmesicherung und als einen idealen Schutz aus. Die Handschuhe bieten hervorragenden Grip auch bei glitschigem und nassem Untergrund, können problemlos auch unter Wasser getragen werden. Die Finger werden erst nach langer Zeit im Wasser tatsächlich nass. Die Socken bieten beste Absicherung gegen Nässe von unten, speichern sehr gut die Wärme und waren sogar nach Nässeeintritt ein Garant für warme Füße . Die Mütze speichert die Wärme und lässt kaum Nässe an den Kopf. Jedoch sollte man eine Größe mehr als gewöhnlich wählen, sonst wird die Mütze zu knapp.

Schon wenige Meter nach dem Start mussten erste mit Wasser geflutete Schlammlöcher überwunden werden, welche aufgrund ihrer Höhe nur gemeinsam im Team bewältigt werden konnten. Nach einigen weiteren Hindernissen, wie einer Saalequerung auf versenkten Panzerplatten und einem alten Weinberg, an dem mehrere Male von jedem Läufer ein schwerer Autoreifen bergauf und bergab geschleppt werden musste, ging es hoch hinauf in die Berge und auf matschigem Boden tief in den Forst. Das Organisationsteam war fortlaufend an der Strecke zu finden, so dass jede Verletzung frühzeitig versorgt und jede Unregelmäßigkeit zeitnah gemeldet werden konnte. Die Strecke war hervorragend ausgezeichnet, führte aber sehr lange über relativ wenige Hindernisse, dass einige Sportler schon enttäuscht, ob der Leichtigkeit des Laufes waren. Bei Kilometer 20 erwarteten jedoch die Hindernisse die Läufer und zwar direkt hintereinander und in gehäufter Form. Jeder Sportler wurde auf den letzten Kilometern an seine Grenzen herangeführt und zur absoluten Erschöpfung getrieben. Zwar sorgten Rettungsschwimmer und Sanitäter für beste Versorgung, jedoch konnten sie den Ausstieg von nahezu 400 Sportlern im Laufe des Rennens nicht verhindern.

Selbst der Thüringer Spitzensportler Christian Seiler (2:13:08h) musste auf den letzten Metern (!), noch in Führung liegend, der Schwierigkeit dieses Rennens Tribut zollen und den heißbegehrten Sieg Charles Franzke vom Team Getting Tough e.V. in 2h 09min 27sec überlassen. Auch Fabian Hirt (Team „il pastore famiglia“ aus Berlin in 2:13:03h) konnte Christian Seiler auf den letzten Metern noch überholen und sich den zweiten Platz sichern. Erste Frau wurde Friedericke Feil vom Brooks Running Team souverän in 2h 31min 31sec vor Anna Bucholz vom getting Tough e.V. in 3h 07min 41sec. Wenige Sekunden später überquerte die dritte Frau Lisa Helm vom Team „Muddy Fox Running Rocks“ aus Neustadt/Aisch in 3h 08min 18sec die Ziellinie.

Top Ten

Team-androgon konnte sich hervorragend platzieren und erreichte in voller Mannschaftsstärke und glücklicherweise ohne Verletzungen das Ziel. Raffael Zeller wurde in 2:34:12h 27. in der Männerklasse. Bernadt Krinke folgte ihm in 2:36:06h auf Platz 31 und auch Sebastian Kurch 2:54:22h, Platz 80. blieb noch unter den besten Hundert Finishern. Aber auch Stefan Peters (3:01:37h, Platz 115 ), Matthias Weber (3:25:26h, Platz 228) und Stefan Schlett (3:26:55h, Platz 238 Männer – sicherlich mit der größten Extremlauferfahrung im gesamten Läuferfeld) erreichten das Ziel im vorderen Feld der 904 Finisher. Diese hervorragenden Platzierungen bedeuteten auch einen sehr guten 5. Platz in der Teamwertung (14:31:43h). Der Teamsieg ging an das Getting Tough e.V. Team in 12:25:36h vor dem team Fitness Todtmoos Racing Team (13:21:52h) und dem Getting Tough e.V. Team 2 (14:06:52h). Der letzte Finisher überquerte nach (05:51:12h) die Ziellinie.

Mit Sicherheit ist das Getting Tough Race das härteste Rennen Deutschlands und Kontinentaleuropas, die hervorragende Infrastruktur und gut zu erreichende Lage in Mitteldeutschland, sowie die Gastfreundschaft der Thüringer lassen diesen Lauf zu einem Muss für jeden Sportler werden, der Grenzerfahrungen liebt und sich, seinen Körper sowie die Psyche wirklich herausfordern will!

Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder, beim Getting Tough – the Race that destroys you!

(SB) Sebastian Kurch

 

Weiter Informationen: http://www.gettingtough-race.de/

Letzter Wettkampfbericht: http://www.androgon.com/15172/vorschau/gtr-2012

Bundeswehr: Karriere in der Bundeswehr

powerd by Sealskinz

powerd by Captain Pain

Unsere nächsten Extremhindernis-Wettkämpfe:

ECCO Indoor Trail: http://www.indoortrail.de/news.217425.htm

VIKING Heroes Challenge: http://heroes-challenge.de/

Wir möchten uns hiermit auch noch einmal herzlich für die sehr gute Zusammenarbeit im Vorfeld mit Getting Tough e.V. (Markus Ertelt, Michael Kalinowski, Dirk Zellmann u.a ) bedanken. Bedanken möchten wir uns auch bei der Deutschen Bundeswehr  für die freundliche Aufnahme und Unterstützung in ihren Karriere-Fahrzeugen. Bei unserem Sponsor Montane, der uns für das Race Laufbekleidung zur Verfügung gestellt hat und unserem Sponsor Sealskinz für die wasserdichten Socken, Mützen und Handschuhen (haben uns sehr geholfen – wir hatten auf jeden Fall alle warme Füße) sowie bei CAPTAIN PAIN! Außerdem ein dickes Lob an meine Teamkameraden – es hat mal wieder großen Spaß gemacht – Ihr wart SPITZE – und nicht vergessen: nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf!

 

http://youtu.be/C_WE9gC7I-k

 

Bildquelle: androgon.com

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