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Der neue Keen „Verdi II Mid WP“ im androgon Test

17 Dezember 2013 Ein Kommentar PDF Drucken Drucken

keen

Der neue Keen Verdi II Mid WP | Getestet am Königsstand (1453 m), Bayern

Meine Lauf- und Trailschuhe laufe ich in der Regel ca. eine Woche vorher im Alltag ein, bevor ich sie im Terrain einsetze, für welches sie vorgesehen sind. Die Zeit ist jetzt auch reif für unseren Testschuh, den neuen “ Verdi II Mid WP“ von Keen. Die ersten kalten und nassen Wintertage stehen vor der Tür und ich bin gespannt auf die ersten Eindrücke.

Der Alpha-Test

Die Optik ist überzeugend – Tolles Design, warme, sehr bequeme, wasserfeste und atmungsaktive Schuhe seit der ersten Sekunde, die den Fuß gut umfassen und bei jedem Einsatz ein bequemes und sicheres Gefühl vermitteln.

Und jetzt kann es richtig los gehen und ich habe mir für den scharfen Einsatztest eine besondere Strecke ausgesucht. Da es in Bayern mittlerweile schneit und ab einer gewissen Höhe der Schnee auch liegen bleibt, kann der Schuh in verschiedenen Vegetationen scharf getestet werden. Zudem sind kleine begehbare Pfade mit Höhenmetern immer gut um Halt und Gripp zu prüfen.

Das Ziel der Testtour heißt: Königsstand auf 1453 m Höhe – schon Maximilian II. Joseph, König von Bayern schätze diese Gegend. Und auch die Teststecke hat einen Namen: Der Maurersteig.

Die Aussicht vom Königsstand auf Garmisch-Partenkirchen, Wetterstein und Karwendel ist einfach königlich! Mit dem Maurersteig gibt es neben dem Normalweg zum Königsstand auch eine unmarkierte, wilde und beeindruckende Route für Trittsichere. Um eine Rundtour zu machen, erfolgt der Abstieg über die Berggasstätte St. Martin (Normalweg), welche wiederum an einem traumhaft schönen Platz liegt. Ein richtiger Gipfel wird bei dieser Rundtour allerdings nicht erreicht, was dem Reiz dieser Bergtour keinen Abbruch tut.

Der Beta-Test

Die Schuhe sind angezogen und fest geschnürt, sie warten auf ihren Einsatz, wie ein Stier kurz vor seinem Einsatz in der Stier-Arena. Der Ausgangspunkt der Tour ist der Wanderparkplatz Pflegersee auf 845 m, bei Garmisch-Partenkirchen.

Die Route beginnt bei der großen Übersichtstafel für Wanderer. Man folgt dem ausgeschilderten, flachen Kellerleitensteig ca. einen Kilometer bis zu einem kleinen Brückerl. Unmittelbar davor zweigt rechts der Maurersteig, ein schmaler, relativ unscheinbarer, unmarkierter und unbeschilderter Pfad ab. Diesem folgt man, zu Beginn ein kurzes Stück parallel zum Bachbett empor, ehe der Pfad nach rechts abdreht und in nördlicher Grundrichtung bis zu einer Felswand ansteigt. Der Pfad ist wechselhaft, nasses Laub und Schnee im Wechsel. Da wo die Sonne den Pfad erreicht, liegt so gut wie kein Schnee. Der Schuh und sein Träger haben keine Probleme. Der Gripp ist gut, der Tritt auch. Kein Rutschen oder Wegknicken, auch da wo es steil bergauf geht – sicherer Halt auch in den Schneepassagen.

Angekommen in einer Höhle mit Kreuzen und Wegspuren in zwei entgegengesetzte Richtungen. Zum Königsstand hält man die nördliche Grundrichtung bei (wenn man also auf die Höhle blickt, geht es rechts weiter). Der Steig führt nun unter eine beeindruckende, überhängende Felswand, die wie eine Apsis über einem thront. Man quert an ihr vorbei und kann anschließend im steilen Grashang mit lichtem Kiefernbestand völlig neue Eindrücke sammeln. Danach geht es über eine einfache und zudem gut gesicherte Felsstufe empor. Der Steig führt um ein Geländeeck herum und erreicht etwas flacheres Terrain mit zum Teil urwaldähnlicher Vegetation: Farne und hohes Gras überwuchern den Pfad wenn kein Schnee vorhanden ist. Dann erreicht man mit dem Königsstand eine nordöstlich vorgelagerte Schulter des Kramer-Massivs, und einen wahrhaft königlichen Aussichtspunkt mit Rastbänken. GESCHAFFT!

Der Abstieg

Der Abstieg führt über St. Martin. Vom Gipfel auf dem Wanderweg (Wegweiser) ganz kurz nach Westen; dann quert der Weg nach Südwesten. An der Abzweigung zum Kramer vorbei, geht es bald in Serpentinen hinunter zur Berggaststätte St. Martin am Grasberg. Bei der Gaststätte links und auf dem breiten Wirtschaftsweg in Serpentinen abwärts. Auf ca. 930 m findet man den Wegweiser zum Pflegersee. Über den Kellerleitensteig geht es zurück zum Ausgangspunkt.

Der Pfad ist ähnlich wie bei Aufstieg, allerdings nicht so steil. Der „Verdi II Mid WP“ ist dafür ideal ausgelegt. Allerdings hätte er bergabwärts wohl bei der gleichen Aufstiegsstrecke leichte Problem mit dem Gripp bekommen. Durch das nasse Laub, den weichen Boden und die vielen Schneefelder wäre man voraussichtlich ins Rutschen gekommen. Hier wäre ein anderer Keen-Wanderschuh mit tieferer markanterer Sohle empfehlenswerter.

Fazit

Die Keen Verdi II Mid WP ist leicht und dennoch stabil, besitzt einen speziellen Zehenschutz – das abriebfeste Obermaterial wurde aus feinmaschigem Polyester-Mesh und Leder gefertigt, und eine fixierte Zunge lassen Schmutz und Geröll nicht nach innen dringen. Das griffige Sohlenprofil bietet sehr gute Trittsicherheit für technisch anspruchsvolles Gelände. Er ist wasserfest und als komfortabel zu bezeichnen. Er eignet sich bestens für Wochenendausflüge und Tageswanderungen.

 

Spezifikationen/Eigenschaften:
Gewicht: 354 g
Modell: Wanderstiefel, Wasserfest
Hinweis zur Passform: Dieses Modell fällt etwa eine 1/2 Nummer kleiner aus.
Futter: Feuchtigkeitsabsorbierende Textilien
Obermaterial: Gewebe
Gummi: Abriebfeste Gummi-Außensohle
Sohle: 4mm Flexionskerben in der Sohle
 
– Abriebfeste Gummi-Laufsohle
– Feuchtigkeitsabsorbierendes Futter
– Formgepresste „Dual Density“-EVA-Zwischensohle
– langlebiege Overlays aus Leder
– Obermaterial: atmungsaktives Netzgewebe
– Patentierter Zehenschutz
– TPU-Stabilitätsplatte
– Wasserfeste, atmungsaktive „KEEN.DRY ®“-Membran
 
 Weitere Informationen zum Schuh: http://www.keenfootwear.com/de/de/product/shoes/women/outdoor/verdi%20ii%20mid%20wp/brindle!arabesque

  (rz)

 

Weitere Informationen zum Maurersteig:

Beim Maurersteig handelt es sich um einen nicht markierten Pfad, der – obwohl technisch nicht schwierig – wegen einiger steiler, ausgesetzter Hangquerungen wirklich Trittsicherheit erfordert. Oft ist der Pfad auch von hohem Gras überdeckt, so dass man genau schauen muss, wo man hintritt. Dieser Teil der Tour entspricht also durchaus einer anspruchsvollen Bergwanderung. Dafür ist der Maurersteig einsam, bietet absolut wilde Natur und großartige Eindrücke. Der Abstieg über St. Martin erfolgt über einen ehemaligen Reitweg und ist daher ein ganz bequemer Wanderweg. Dieser Abschnitt entspricht also eher einer leichten bis mittelschweren Wanderung. Auch dieser Weg wartet mit schönen Impressionen – hier sind es vor allem die fantastischen Ausblicke! Wer sich also im unwegsamen, einsamen Gelände nicht wohl fühlt, macht keinen Fehler, wenn er über St. Martin aufsteigt. Die Aussicht vom Königsstand auf Garmisch, Wetterstein und Karwendel ist so oder so einzigartig schön!

Gehzeit: Aufstieg: 1,5 Stunden; Abstieg: 1,5 Stunden. (Aufstieg über St. Martin: ca. 2 Stunden)

 

 

Bildquelle: androgon men’s Magazine

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