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EL GRECO

19 Februar 2014 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

El Greco - androgonEL GRECO
Spanien feiert den 400. Todestag des großen Malers der Renaissance

Am 7. April 2014 jährt sich zum 400. Mal der Todestag des weltberühmten Renaissance-Malers El Greco, der ursprünglich als Grieche auf Kreta geboren, nach Spanien kam und dort die letzten 40 Jahre seines Lebens verbrachte.
Spanien gedenkt El Greco mit zahlreichen Sonderausstellungen, Kongressen und Konzerten bis in den Dezember dieses Jahres hinein.

Im Mittelpunkt der Jubiläumsfeiern steht das zentralspanische Toledo, wo er heimisch wurde und auch seine wichtigsten Werke schuf.
Schon Anfang dieses Jahres läuteten daher die Glocken von Toledo das Jahr ihres großen Künstlers mit einem spektakulären Konzert des valencianischen Musikers Llorenc Barber ein.
Höhepunkt der diesjährigen Jubiläumsveranstaltungen in Toledo ist die Sonderausstellung „Der Grieche aus Toledo“ im Museum Santa Cruz von März bis Juni 2014. Insgesamt werden mehr als 100 Werke des Künstlers, die aus den großen Pinakotheken der Welt stammen, von Kunstliebhabern zu besichtigen sein.

El Grecos künstlerischer Weg begann zunächst in Griechenland mit dem Studium der Ikonenmalerei und führte ihn dann weiter nach Venedig und Rom, wo er Schüler von Tizian, Tintoretto und Michelangelo wurde und damit künstlerisch stark von der Renaissance beeinflusst wurde.
Nachdem er sich ab 1577 in Toledo angesiedelt hatte, entwickelte er seinen ihm eigenen Stil, eine Form des Manierismus, d.h. einen Übergang von Renaissance zum Barock.
In seinen lang verzerrten Figuren verkörpert sich etwas vom Geist der Gegenreformation und ihrer  Jenseitsbezogenheit, wie sie Grecos Zeitgenossen Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens in Spanien und andere Gelehrte initiiert hatten.
Entsprechend war seine Malerei; wie in geisterhaftes Licht getaucht und ausgestattet mit nahezu unwirklichen Farben, die die Versenkung ins Überwirkliche akzentuierten. Dieses Charakteristikum kommt besonders in seinem bedeutendsten Gemälde „Das Begräbnis des Grafen Orgas“ zum Ausdruck.
Darüber hinaus zeigen auch seine Landschaften, wie zum Beispiel das berühmte Bildnis „Toledo bei Gewitter“ sowie seine zahlreichen Porträts die in der europäischen Kunst einzigartige Verbindung zwischen byzantinischer Würde und mystischer Inbrunst.

Nachdem der Künstler fast 300 Jahre in Vergessenheit geriet, wurde er später von den Malern der Moderne des 19. und 20. Jahrhunderts wiederentdeckt und geradezu zu einer Leitfigur hochstilisiert. So äußert sich etwa der Organisator der Ausstellung „El Griego de Toledo“, Gregorio Maranon, und weist gleichzeitig auf eine weitere Ausstellung im Prado –Museum in Madrid mit dem Titel „El Greco und die moderne Malerei“ hin, die seinen Einfluss auf den Expressionismus hervorhebt.

Wie Grecos avantgardistische Kunst von damals auch heute noch Künstler inspirieren kann, zeigt ab Februar in Toledo die Sonderausstellung „Toledo Contemporanea“ anhand von international bekannten Fotografen. In Vallodolid präsentieren darüber hinaus zwölf zeitgenössische Künstler wie Cristina Iglesias, Secundino Hernandez oder Pierre Gonnord ihre ganz persönliche Interpretation des großen Malers.

(wz)

 

Quelle: www.salzburg.com | www.drp-kulturtours.de
Bildquelle: : Foto Museum Kunstpalast, Düsseldorf | El Greco: „Laokoon“, 1610–1614, Öl auf Leinwand

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