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Dorothy Iannone

24 Februar 2014 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Museum-Beriln_Dorothy-Iannone_Morocco_Serie_Movie_People_2Dorothy Iannone | This Sweetness Outside of Time

Gemälde, Objekte, Bücher 1959-2014

 

Die Berlinische Galerie zeigt seit 20.02.2014 bis 02.06.2014 eine große Retrospektive der in Berlin lebenden Künstlerin Dorothy Iannone (*1933, Boston) mit dem Titel „This Sweetness Outside of Time. Gemälde, Objekte, Bücher und Filme von 1959 bis 2014″.

Das zentrale Anliegen der Ausstellung ist es, die radikale Subjektivität dieses einzigartigen künstlerischen Lebenswerks zu veranschaulichen sowie die innovative Kraft und das Zeitgenössische der Kunst Dorothy Iannones einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Die Berlinische Galerie wird sich mit dieser großen Einzelausstellung, die Leihgaben aus deutschen wie europäischen Museen und Privatsammlungen zusammenführt, zum ersten Mal allen Aspekten dieses so reichen Lebenswerks widmen und damit eine der ungewöhnlichsten Künstlerinnen des 20./21. Jahrhunderts wieder in den Fokus rücken.

Dorothy Iannone nimmt in der Kunst des 20. Jahrhunderts eine besondere Stellung ein. Sie vereinigt in ihrem Werk, das sich inzwischen über fünfzig Jahre erstreckt, Malerei und Bilderzählung, autobiografisches Schreiben und Filmen. Seit den 1960er Jahren gilt sie als eine Pionierin im Kampf gegen Zensur, für freie Liebe und weibliche Sexualität. Künstlerisch und konzeptuell geht sie bis heute kompromisslos ihren eigenen Weg.

Dorothy Iannones großes Thema ist die extatische Liebe. Die Gemälde, Bilderzählungen, Texte und Bücher dieser Vorreiterin für die sexuelle und intellektuelle Emanzipation der Frau speisen sich kompromisslos aus dem eigenen Leben. Iannones Kunst wurde immer wieder wegen angeblich pornografischer Inhalte zensiert. Doch dabei ist unübersehbar, dass ihre Darstellungen der geschlechtlichen Vereinigung von Frau und Mann eine mysthische Dimension besitzen, die von einer geistigen wie körperlichen Einheit der Gegensätze ausgeht. Hier verankert sich ihre Bildwelt in der Kulturgeschichte und interpretiert auf eine moderne, und persönliche Weise Aspekte vorderasiatischer Religionen, etwa des Buddhismus und Tantrismus sowie Traditionen christlicher Extatik, etwa aus dem Barock des 17. Jahrhundert.


Dorothy_Iannone_Portraitt_4Biographie:
Dorothy Iannone wird 1933 in Boston geboren. Nach dem Studium der amerikanischen Literatur und zahlreichen Reisen durch Europa, Afrika und Asien, beginnt Dorothy Iannone Anfang der 1960er Jahre künstlerisch zu arbeiten. Es entstehen abstrakte Gemälde mit Collageelementen. Beeinflusst von japanischer Papierkunst, orientalischen Ornamenten und der Malerei der New York School verbinden sich in ihren Werken verschiedenste Formen und Kulturen. Ab 1963 tauchen inmitten der All-Over-Texturen in ihren Gemälden die ersten menschlichen Figuren auf. 1967 lernt Dorothy Iannone den Künstler Dieter Roth kennen und eine siebenjährige intensive Liebes- und Arbeitsbeziehung entsteht. Ihre Figuren tragen jetzt die Züge von Dieter und Dorothy.

1968–1974 lebt das Paar in Düsseldorf und mischt sich unter die dortige Fluxus-Szene. Dorothy Iannone experimentiert mit Film- und Musikaufnahmen. Sie entwickelt Singing Boxes, Holzkästen, die bemalt oder mit Texten beschrieben sind und in denen ein Kassettenrecorder ihre Lieder abspielt. 1976 erhält sie ein Stipendium des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Seither lebt sie in Berlin. In den 1980er und 1990er Jahren ist Iannone in internationalen Ausstellungen vertreten und stellt immer wieder auch in Berlin aus. Im New Museum (New York) findet 2009 ihre erste Einzelausstellung in den USA statt. 2014 werden ihre gesammelten Schriften bei Siglio Press, Los Angeles erscheinen.

 

Quelle und Bildquelle:
BERLINISCHE GALERIE | Landesmuseum für moderen Kunst, Fotografie und Architektur www.berlinischegalerie.de

 

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