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Den Sehenden die Augen öffnen

10 Oktober 2010 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Wir stellen vor: Balanceakt, Blind auf die Gipfel der Welt

An schneebedeckten Steilwänden werden Eisäxte zu seinen Fingerspitzen. Die voran tappenden Teleskop-Wanderstöcke sind wie eine Verlängerung seiner Hände, die vorsichtig über Geröllmoränen, Gletscherspalten und Schneefelder tasten. Manchmal werden sie auch zu einem zweiten Paar Beine, die zusätzliche Standfestigkeit verleihen, wenn der schmale Felsgrat gefährlich vibriert. Wenn sich Steinbrocken lösen und ins Tal donnern, kann er den Schwindel erregenden Abgrund hören. Sehen kann er ihn nicht, denn Andy Holzer ist blind.

Dass der von Geburt an blinde Kletterer dennoch alles wahrnimmt, beweist er auf seinen Expeditionen auf die höchsten Gipfel der Erde. Ohren, Nase, Mund und Hände reichen ihm, um sich ein präzises Bild von der Welt zu machen. Sein Erfolg und sein ansteckender Optimismus haben viel mit seiner Lebensgeschichte zu tun. Er wuchs wie ein ganz normaler Junge auf, besuchte keine Blindenschule und behauptete sich schon früh in der Welt der Sehenden. Grenzen, die sein Handicap mit sich bringt, überwindet er mit mentaler Stärke, Vertrauen und einer unbändigen Leidenschaft für steile Felswände. Höhenangst hat Andy Holzer dabei nicht: „Man darf nur nicht nach unten schauen, so mach ich’s auch immer.“

Ein Blinder, der senkrecht den Fels hochklettert, berührt die Menschen, regt zum Träumen und Taten an. Es sind nicht nur die vielen interessanten Geschichten, vielmehr ist es die Botschaft, die er allen mit Nachdruck vermittelt: „wenn Du wirklich willst, dann findest Du auch die Lösung dafür

Quelle: Patmos

Walter-Verlag; Auflage: 1 (15. September 2010)

ISBN-10: 3530506133

ISBN-13: 978-3530506136

http://www.andyholzer.com/index.php

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