Home » Olympische Spiele, Sport-Veranstaltungen, Vorschau

XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi

14 März 2014 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Sotschi 2014_26Abschied aus Sotschi:
Die XXII. Olympischen Winterspiele fanden vom 7. bis 23. Februar 2014 in Sotschi, einer Stadtregion mit ca. 330.000 Einwohnern an der „russischen Riviera“ des Schwarzen Meers in Russland, statt. Es waren die ersten Winterspiele, die in einer subtropischen Stadt ausgetragen wurden, sowie die zweiten Olympischen Spiele in Russland nach den Sommerspielen 1980 in Moskau.

Größte Olympia-Abschlussfeier aller Zeiten
Die größte Olympia-Abschlußfeier aller Zeiten endete als Spektakel der Superlative. Olympia-Gastgeber Russland verabschiedete sich mit pompösem Spektakel und „begrüßte“ in nahezu fließendem Übergang die paralympischen Spiele in Sotschi.
Mit viel Glanz und Bombast wurden die Gäste kurzweilig mit der vom Schweizer Theaterregisseur Daniele Finzi Pasca inszenierten Galafeier unterhalten, die gleich zum Auftakt den Humor des Gastgebers bewies. 700 Mitwirkende in Glitzerkostümen stellten die Panne der Eröffnungsfeier nach, bei der sich der fünfte Ring zunächst nicht geöffnet hatte. Diese Einlage zauberte selbst Wladimir Putin, der den Abend in einer gläsernen Loge genoß, ein Lächeln ins Gesicht.

Russland stärkste sportliche Nation der olympischen Winterspiele
Mit 33 Medaillen (13 x Gold, 11 x Silber und 9x Bronze) stellte der Gastgeber die stärkste Nation bei den Sotschi-Spielen. Zur Belohnung durften alle Olympiasieger die russische Fahne in das voll besetzte Stadion tragen, indem ca. 40.000 Zuschauer anschließend der von einem russischen Kinderchor intonierten russischen Nationalhymne lauschten.
Auch für uns sechstplatzierten deutschen Sportler gab es für Einen den großen Auftritt; für Rodel-König Felix Loch. Mit der deutschen Fahne in der Hand lief er in den Innenraum des Stadions und erhielt damit den Lohn für seine zwei Gold-Fahrten im Bob- und Rodelzentrum Sanki, durch die er zum dreimaligen Olympiasieger avancierte.
Einen emotionalen Höhepunkt erlebte auch Norwegens Ski-Königin Marit Björgen, die aus den Händen von IOC-Boss Thomas Bach die Goldmedaille für den Triumph über 30 Kilometer im Skilanglauf erhielt.
Als Russlands Langläufer und der 50-Kilometer-Champion Alexander Legkow geehrt und von den Zuschauern mit Helden-Rufen gefeiert wurden, bebte die Arena.

Highlights des Galaprogramms
Nach einer opulenten Zirkusnummer zu einem Potpourri der größten „Hits“ aus der russischen Klassik übernahm Lee Seok-Rae, Bürgermeister des nächsten Winter-Olympia-Gastgebers Pyeongchang (Südkorea), die Fahne mit den Fünf Ringen.
Nach Ansicht des Deutschen IOC-Boss Thomas Bachs liegt die Messlatte für die Spiele in vier Jahren hoch. „Unsere Gastgeber hatten versprochen: Exzellente Sportstätten, herausragende olympische Dörfer und eine tadellose Organisation. Heute können wir sagen: Russland hat alle seine Versprechen gehalten.“, so Bach.
Als Thomas Bach die ersten Winterspiele unter Palmen als beendet erklärte, applaudierte Russlands Präsident Wladimir Putin gerührt. Dabei hatte Bach am Ende einer sympathischen, aber keinesfalls euphorischen Show-Zeitreise durch die russische Kultur das 17-tätige Spektakel auf Eis und Schnee nicht einmal als das Beste der Geschichte bezeichnet, wie es viele seiner Vorgänger taten. „Es gibt kein größeres Kompliment als im Namen aller Teilnehmer zu sagen: Das waren die Spiele der Athleten“, rief Bach in die Arena.
Die Abschlußgala der olympischen Spiele war aufwendig und patriotistisch; sie glich einer Inszenierung aus besten Sowjetzeiten. Ein Kinderchor sang die Nationalhymne, die auch schon Hymne der UdSSR war und die Präsident Putin im Jahr 2000 wieder eingeführt hatte. Und wie schon 1980 bei den Spielen in Moskau pustete das Bärenmaskottchen das olympische Feuer aus, welches dieses Mal aber von einem weißen Plüschhasen und einem für mich „Katzenbären“ unterstützt wurde.
Am Ende des aufwendig imitierten Spektakels folgte zu Techno-Pop-Klängen eines in schwarzen Leder und einer in Rot eingefärbten russischen Panzerfahrerhaube gekleideten DJ´s der Einmarsch aller Sport-Teams. Unter tosendem Applaus beschlossen Russlands Olympia-Helden den Athletenreigen; da riss es sogar Wladimir Putin, der mir gegenüber saß, aus seinem Sitz.
Man darf gespannt sein auf die im südkoreanischen Pyeongchang stattfindenen Galaabende.

INFRASTRUKTUR
Olympia-Park – Bezirk
Krasnodar

Mit Blick auf die Olympischen Winterspiele wurde die Verkehrsinfrastruktur erneuert und ausgebaut. So entstanden neue Straßen, Brücken und Tunnel, die den Gesamtverkehr beschleunigen sollten. Die XXII. Olympischen Winterspiele sollten die teuersten Spiele aller Zeiten werden. Man konnte sich im Vorfeld der Winterspiele nicht vorstellen, wie hier fast 50 Milliarden USD verbaut werden sollten.

Doch nachdem man vor Ort die überdimensionalen Ausmaße des Olymiaparks mit seinen vielen immensen aus Beton gebauten Arenen, der neuen Infrastruktur von Sotschi (Adler) und dem Austragungsort der Schnee-, Bob- und Rodelwettbewerbe Krasnaja Poljana, gesehen hatte, fiel einem die Vorstellung der Investition von knapp 50.000 Millionen USD ein klein wenig leichter. Das Ganze erinnerte in seiner Vielseitigkeit etwas an die EXPO 2000 in Hannover. Auf dem Großgelände mussten lange Strecken zurücklegt werden, man benötigte viel Zeit um von einem zum anderen Ort zu gelangen.
Neben den neu errichteten Aussteller-und Sponsorenhallen der Spiele wie z.B. VW, Audi, Samsung, Procter & Gamble, Bosko sowie russische Mobilfunkanbieter und russische Erdölfirmen hatten einzelne Länder ihre Pavillons und Dependenzen auf dem Gelände des Olympiaparks errichtet.

Ich besuchte natürlich auch das Proctor & Gamble Haus, welches außen einem hölzernen Kubus glich, und innen wie außen eine Sichtschalung aus Holz besaß. Im Inneren erwarte mich fast das komplette Produktportfolio des Weltunternehmens und Namen-Sponsors der Winterspiele. Neben mir bekannten Marken wie Gillette, Braun, Ariel, Head & Shoulders und Pampers waren auch viele Marken vertreten, die auf dem deutschen oder europäischen Markt nicht vertreten waren. Zudem befand sich eine große Tafel in den heiligen Hallen des Gebäudes mit allen gesponserten Spitzenathleten und weltweiten Partnern. Unter anderem auch Rosi Mittermaier und ihr Sohn Felix Neureuther sowie deren Original Unterschiften. Besonderes Interesse genoß bei diesen Spielen speziell Felix Neureuther, der als Gillette-Markenbotschafter mit dem Slogan „Die innere Stärke“ und rasiermesserscharfen Skikanten durch russischen Schnee und Eis glitt.


Ich erhielt abschließend noch eine persönliche Führung durch alle Themen-Räume; von Gillette-Tischkicker, eigenem Beauty Raum mit Friseuren, Chill-Area für Athleten und Mitarbeiter bis hin zu einem ansprechenden und kleinfeinen Kasino, in dem es an keinerlei kulinarischen Köstlichkeiten fehlte.

Leider gewährten sonst nur die Schweizer freien Eintritt für Jedermann und boten landestypische erlesene Genüsse aus heimatlichen Gefilden an. Teilweise befanden sich die „Länderhäuser“ aber auch in der Bergregion Krasnaja Poljana, welche die alpinen und schneebedingten Disziplinen austrug. Hier hatte ich die Möglichkeit, das deutsche und österreichische Haus zu besuchen.

Persönliche Highlights – Besuch diverser sportlicher Wettbewerbe

Ich besuchte neben den einzelnen Häusern, Aussteller-und Sponsorenhallen natürlich auch die sportlichen Wettbewerbe. Unter anderem hatte ich Karten für das Halbfinale im Eishockey zwischen Finnland und Schweden. Weiter konnte live dabei sein, wie unsere Jungs in der ca. 30 Kilometer entfernten Schnee- und Wintersportregion Krasnaja Poljana die Silbermedaille in der Nordischen Kombination holten und hatte auch eine Karte für die pompöse Abschlußgala im Olympia-Park. Leider waren Karten für weitere Finals vor Ort in Russland nicht mehr zu bekommen. Der „Run“ auf Eintrittskarten löste Warteschlagen von unglaublicher Länge und Geduld aus.

Es waren beeindruckende Winterspiele!

Folgende Hallen wurden eigens für die XXII. Olympischen Winterspiele errichtet:

Olympiastadion:
Das 2013 fertiggestellte Stadion stellt eine Kapazität von 40.000 Zuschauern. Hier wurden die Eröffnungs- und die Schlussfeier der Spiele ausgetragen.

Bolschoi-Eispalast:
Die Multifunktions-Arena bot 12.000 Zuschauern Platz und wurde 2012 fertiggestellt. In der Arena fanden die Finalbegegnungen im Eishockey statt.

Schaiba-Eisarena:
In der Multifunktionshalle für 7000 Zuschauer fanden die Eishockeyspiele statt.

Adler-Arena:
Die Halle mit einer Kapazität von 8000 Zuschauern bot Platz für eine 400-Meter-Eisbahn. Die Veranstaltungen im Eisschnelllauf fanden hier statt.

Eisberg-Eislaufpalast:
Die Multifunktions-Arena wurde 2012 fertiggestellt und fasst eine Kapazität von 12.000 Plätzen. In der Halle fanden Eiskunstlaufen und Shorttrack statt.

Ice Cube Curling Center:
In der Multifunktionshalle für 3.000 Zuschauer wurden die Curling-Wettkämpfe ausgetragen.

 

Die Schnee- und Wintersportregion Krasnaja Poljana:
Die Schnee-, Bob- und Rodelwettbewerbe wurden in dem Gebiet um das knapp 4000 Einwohner zählende Gebirgsdorf Krasnaja Poljana (dt. Rote Lichtung), das 30 km nordöstlich von Adler auf etwa 600 Meter Höhe im Tal der Msymta liegt, ausgetragen. Diese Region wurde im Zuge der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele zu einem exklusiven Wintersportresort ausgebaut.

Diese „Schneeregion“ beheimatete folgenden Wettkampfstätten:

RusSki Gorki Skisprung-Zentrum:
Die Skisprunganlage wurde im 400-Einwohner-Dorf Esto-Sadok erbaut, das an den nördlichen Hängen der Aibga-Bergkette liegt. Die Anlage fasst eine Kapazität für 7500 Zuschauer und wird nach den olympischen Spielen sie das nationale Trainingszentrum der russischen Skispringer sein.

Bob- und Rodelbahn Sliding Center Sanki (dt. Schlitten):
Die vom Ingenieurbüro Gurgel + Partner konzipierte Bob- und Rodelbahn wurde in Rschanaja Poljana gebaut und bot Platz für 5000 Zuschauer. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 138 km/h begrenzt.

Laura Biathlon- und Skilanglaufzentrum:
Die Anlage wurde auf dem Psechako-Bergkamm (Chrebet Psechako) errichtet, der rund sechs Kilometer von Krasnaja Poljana entfernt ist. Das Langlauf- und Biathlon-Stadion bot Platz für jeweils 7500 Zuschauer. Der Name „Laura“ stammt von einem wilden Gebirgsfluss des Kaukasus.

„Rosa Chutor“ Free-Style- und Snowboard-Park:
Auf dem schneesicheren Bergplateau Rosa Chutor fanden die Freestyle- und Snowboard-Wettkämpfe statt. Die Anlagen im Park boten Platz für 4000 bzw. 6250 Zuschauer.

Rosa Chutor Alpin-Zentrum:
Im etwa acht Kilometer von Krasnaja Poljana entfernten Rosa Chutor wurden sämtliche alpinen Skientscheidungen ausgetragen. Die Skipisten lagen an den steilen Hängen der Aibga-Bergkette und wurden vom ehemaligen Schweizer Skirennläufer Bernhard Russi konzipiert. Die Gesamtpistenlänge betrug rund neun Kilometer.

(rz)

Weitere Informationen: http://www.sotschi-2014.ru/news-sotschi-2014/

Procter & Gamble

androgon Facebook

 

 

Quelle/Bildquelle: androgon men’s magazine

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...