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Wols Photograph. Der gerettete Blick

20 März 2014 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Selbstporträt, Silbergelatinepapier, Modern Print, Reproduktion ohne Jahr, 110x78mm/116x85mm, SKD Kupferstich-Kabinett Dresden, Reproduktion: Herbert Boswank © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Seit 15 März bis einschließlich 22. Juni 2014 zeigt der Martin-Gropius-Bau in Berlin die Ausstellung

„Wols Photograph. Der gerettete Blick“

 

Wolfgang Schulze, genannt Wols, wurde 1913 in Berlin geboren. Der Maler und Grafiker gilt als wichtiger Wegbereiter des Informel. Erstmals präsentiert der Martin-Gropius-Bau in Berlin das weitgehend unbekannte fotografische Œuvre von Wols. In diesen Arbeiten lässt sich die Entwicklung hin zum Gegenstandslosen bereits erahnen.

Wols wächst in Dresden auf, wo er durch ein Praktikum im Atelier der Dresdner Fotografin Genja Jonas schon früh professionell mit der Fotografie in Kontakt kommt. Nach kurzem Aufenthalt im Umkreis des sich bereits in Auflösung befindlichen Berliner Bauhausʼ, bricht der junge Wols künstlerisch ambitioniert 1932 nach Paris auf.

Schnell kommt er in die Kreise der dortigen Surrealisten und lernt weitere Persönlichkeiten der Theater-, Literatur- und Kunstszene kennen. Wols arbeitet in dieser Zeit überwiegend als Fotograf. 1937 werden seine Arbeiten in der renommierten Pariser Galérie de la Pléiade zum ersten Mal ausgestellt und bescheren ihm eine gute Reputation als Fotograf. Aus dieser Zeit stammt sein Pseudonym Wols. Er erhält u.a. den Auftrag, den Pavillon de l’Elégance auf der Pariser Weltausstellung 1937 zu dokumentieren.

Daneben entstehen außergewöhnliche Schwarz-Weiß Serien von Persönlichkeiten wie Max Ernst, Nicole Boubant oder Roger Blin. Im Laufe der Jahre wird Wols‘ Bildsprache zunehmend radikaler. Die gegenständlichen Motive gewinnen zunehmend eine abstraktere Dimension und fordern zu einer neuen Wahrnehmung der dargestellten Objekte auf. Nicht zuletzt bestätigt eine außergewöhnliche Gruppe von Fotogrammen sein Interesse an einer Ablösung von gegenständlichen Motiven hin zur Gegenstandslosigkeit in der Fotografie; was ihn später mit Blick auf seine Malerei zum Wegbereiter der informellen Kunst machen wird.

Unmittelbar nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verbringt Wols über ein Jahr in verschiedenen südfranzösischen Internierungslagern. In dieser Zeit entstehen vermehrt Aquarelle, die zum großen Teil auf der Flucht vor dem Naziregime verloren gehen.

Neben ärmlichen Lebensumständen kämpft Wols zunehmend mit einer Alkoholabhängigkeit und leidet unter gesundheitlichen Problemen. Aufgrund seiner schlechten gesundheitlichen Verfassung erliegt Wols 1951 in Paris mit nur 38 Jahren einer Lebensmittelvergiftung.

Nach seinem Tod ist Wols auf den ersten drei documenta-Ausstellungen (1955, 1959, 1964) und 1958 auf der Biennale in Venedig vertreten. Am 27. Mai 2014 wäre er einhundertundein Jahre alt geworden.

Die Schau führt durch sein fotografisches Gesamtwerk, darunter Mehrfachportraits von namhaften Künstlern, Schauspielern und Schriftstellern, Aufnahmen des „Pavillon de l´Élégance“, zahlreiche Stillleben und viele bislang unbekannte Motive.

Weitere Informationen:

Öffnungszeiten Martin-Gropius-Bau:
MI bis MO 10:00–19:00| DI geschlossen
Ab 20. Mai: Täglich 10:00–20:00

Eintrittspreise:
Einzelticket € 9 – ermäßigt € 6,50
Gruppen (ab 5 Personen) p. P. € 6,50
Kombi-Tickets zum vergünstigten Preis an der Kasse erhältlich
Eintritt frei bis 16 Jahre

Tickets online bestellen:
Ticket online „Wols Photograph. Der gerettete Blick“

Martin-Gropius-Bau:
Berliner Festspiele, Schaperstraße 24. 10719 Berlin | www.berlinerfestspiele.de

Besuchen Sie den Martin-Gropius-Bau auch bei Facebook: www.facebook.com/martingropiusbau

 

Quelle und Bildquelle: Berliner Festspiele | Martin-Gropius-Bau

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