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Fünfter BraveheartBattle in Münnerstadt

21 März 2014 5 Kommentare PDF Drucken Drucken

Braveheart Battle 0085. BraveheartBattle am 08.03.2014 in Münnerstadt

Der fünfte BraveheartBattle – der erste für mich!

Jahrelang hatte ich schon versucht, einen Startplatz zu bekommen; dieses Jahr sollte es zum 1. Mal klappen. Also machte ich mich samt meiner Familie auf den Weg.

Am Vortag des Events (Freitag), gg. 15.00 Uhr, erreichten wir das Stadiongelände des Battles und wurden hier auch schon vom Master-Chief, der gerade mit seinem Papamobil um die Ecke bog, begrüßt.
Nachdem ich mich dann ein wenig auf dem Stadiongelände umgesehen und auch meine Startunterlagen abgeholt hatte, gingen wir die komplette Strecke durch und legten verschiedene Supportpunkte fest, die wir uns dann auch gleich „live“ ansahen.

Am Samstagmorgen um 6:00 Uhr hieß es dann aufstehen, frühstücken und schon ging es los ins Stadion in den Start/Ziel Bereich.

Ich stellte mich mit noch anderen Gleichgesinnten, die eine schnelle Zeit herauslaufen wollten, frühzeitig im Startbereich auf, was auch weiter kein Problem war, da Petrus an diesem Tag den Braveheartern nicht allzu wohlgesonnen war und uns im Laufe dieses Tages mit Temperaturen von 17°C und Sonnenschein beglücken würde.
Beim immer Vollerwerden des Startbereiches entdeckte ich auch endlich Stefan Schlett, international bekannt und ebenfalls Läufer im Team androgon, der sich einige Meter neben mir aufstellte. Nach einem kurzen Smalltalk konzentrierten wir uns dann aber Beide wieder auf die Startvorbereitung.

Nach dem obligatorischen Einzug der Teams, die der Master-Chief mit einem geliehenen Dudelsackspieler (sein eigens Engagierter steckte im Stau fest) anführte, dem Highlight einer live gesungenen Nationalhymne, der Gedenkminute für die gefallenen Soldaten und dem bekannten Braveheartgebet fiel um 11:00 Uhr dann der Startschuss zum 5. Braveheartbattle.
Nun galt es, auf 28km rund 50 Stationen (Hindernisse) zu meistern.

Ich kam am Start relativ gut weg und fand mein Lauftempo kurz nach dem ersten Hindernis. Die Strecke wurde dieses Jahr etwas abgeändert, mehr Höhenmeter fielen an, mehr Wasserhindernisse waren zu überwinden und zum ersten Mal ging der Lauf durch die Altstadt. Nach gut einem Kilometer erwartete uns der „Killing Drill“, ein ca 35° steiler Abstieg, gefolgt von 35° steilem Aufstieg und weiterem Abstieg. Kurz danach folgte auch schon der „Lauer Walk“, die erste Überquerung der Lauer; dies war das 1. von insgesamt 14 Wasserhindernissen.

Ab Kilometer 4 bis 6 ging es durch die Altstadt, durch Container die mit Wasser gefüllt waren, sowie über die „Schäfer Wall“, eine Strohpyramide, die überstiegen werden musste. Es folgte eine Unterführung entlang der Lauer, die uns dank einer Nebelmaschine derart die Sicht nahm, dass wir nur als händchenhaltende Schlange dieses Hindernis nehmen/überwinden konnten. Dies alles dicht gefolgt von diversen Krabbelhindernissen und den vier Meter tiefen Matschlöchern, die nicht alleine, sondern nur mit kameradschaftlicher Hilfe zu überwinden waren.
Der bekannte „Hangman“, ein Hindernis, an dem man sich entlanghangeln musste, wurde dieses Jahr verschärft. Wie angekündigt gab es hier keine „Pussylane“, was heißen soll, man musste!! sich entlanghangeln oder eine erneute Schwimmeinlage hinnehmen.

Nach dem 13ten Hindernis ging es dann erstmal auf eine längere Laufstrecke, bergauf und natürlich um den „Master-Chief Hill“, bei dem man schon fast auf allen Vieren hochkrabbeln musste, um ihn zu erreichen.
Mehrere Auf- und Abstiege quer durch den Wald, die wiederum sehr steil und mit liegengebliebenen Einschlagrückständen wie Ästen und Bäumen gespickt waren, trennten nun das führende Feld voneinander.

Das größte Wasserhindernis folgte nach dem letzten Abstieg mit einer kurzen ebenen Laufstrecke, das sog. „Loch Ness“. Matschkuhlen, gefolgt von angebranntem Holz, wieder Matschkuhlen und schließlich die Abkühlung im Weiher, der nicht ohne Schwimm- und Taucheinlage zu durchqueren war. Am Ende des Weihers dann noch eine 200m lange Kriechhindernisstrecke. Eine weitere Laufetappe folgte bis zu einer Scheune, bei der nochmals auf Strohballen zu klettern war, um dann auf der anderen Seite über eine Rampe hinunter rutschen zu können.

Nach dem Verlassen des Bauernhofs ging es dann weiter zu meinem wohl schmerzhaftesten Erlebnis beim Battle, der „Wendel Power“. Beim hinknien, um unter dem Hindernis durchzurobben, spürte ich auf dem Kopf einen Schmerz, der vergleichbar war mit einem Kantholzschlag auf den Kopf. Ich hörte nur: „Du musst tiefer!“
Klar!!, fiel mir auf; durch meine nasse Mütze und wegen meiner windschnittigen Frisur, hatte ich einen Schlag von der Stromleitung abgekriegt.

Nach diesem Erlebnis folgte eine schöne, fast ebene Laufstrecke, auf der man die Landschaft um Münnerstadt genießen konnte. Diesem Genuß reihte sich anschließend ein wiederholtes Schlammbad in den „Lanoph-Fields“ ein.
Beim der zweiten Überquerung des „Hangman“ musste ich dann allerdings durchs! Wasser, da ich über und über voller Lehm war.

11 weitere Hindernisse sollten dann noch auf dem Rückweg ins Stadion folgen, aber der Teamgeist bei diesem Battle war ungebrochen, jeder half jedem, was diesen Lauf zu einem ganz besonderen Erlebnis machte.

Kurz nach dem Schild KM 26 hieß es dann nochmals die „Killing Drill“ zu meistern, was im Umkehrschluss diesmal aber hieß, zweimal 35° Steigung nach oben und einmal 35° nach unten. Hier spürte man deutlich, wer noch Reserven hatte und wer nicht.
Im Stadion angekommen wurde das letzte Hindernis vor dem Zieleinlauf dann unterstützt von vielen jubelnden Zuschauern und der Stimme meiner Frau, die deutlich hervortrat, auf der Tartanbahn genommen. Diese letzten Meter waren ein Genuss, der mir den letzten Kick an diesem Tag verschaffte.

Organisatorisch war Alles! wirklich sehr gut gemacht; an allen Hindernissen sowie Steigungen standen Rettungskräfte, das THW, die Bergwacht oder die Wasserrettung parat. Versorgungsstellen waren ausreichend vorhanden und gut bestückt.

Das Besondere:
Jedes Hindernis musste passiert werden um nicht disqualifiziert zu werden, was heißen soll; immer mittendurch und nicht am Rand vorbei.
97% Finisher sprechen für sich, was sicher auch daran lag, dass das sonnige Wetter zusätzliche Motivation brachte.

Schnellster Läufer war mit 2:18: 23 André Kraus; schnellste Frau Yvonne Lehnert mit 2:48:13; das schnellste Team, Getting Tough CT, finishte mit 2:41:36.
Insgesamt waren 2883 Läufer gestartet, 2797 (97%) erreichten das Ziel, davon 256 Frauen (9%).
Es gab 57 Rettungs-Einsätze; jedoch gab es keine schwerwiegenderen Verletzungen zu verzeichnen.

Mein Teampartner Stefan Schlett, der sich vorgenommen hatte, den Lauf zwischen 3:30 bis 4:00 Std. zu meistern, erreichte sein anvisiertes Ziel in 3:37:32 (Platz 415). Ich selbst finishte in einer Zeit von 2:37:16 (Platz 23). Beide blieben wir unverletzt.

Abschließend gilt zu sagen, dass der BraveheartBattle sowie das GettingToughRace für mich absolut vergleichbare Rennen sind. Der BHB ist sehr beliebt, er hat viele Wasserhindernisse, Steigungen und triumphiert mit dem absoluten Teamspirit und den vielen jubelnden Zuschauern. Das GTR ist eine Herausforderung für sich, da die letzten Hindernisse dicht aneinander folgen und du zuvor eisige Taucheinlagen zu absolvieren sind. 1000 Höhenmeter, Gewässerüberquerungen und das alles im Winter fordern da meistens ihr Tribut

(bk)
Bernadt Krinke

Material:
Getragen habe ich Mütze, Handschuhe und Socken von Sealskinz http://www.sealskinz.com/DE/handschuhe/kj755-ultra-grip-hi-vis-gloves-yellow.html

Powered by: Sealskinz

 

Mehr Infos über den diesjährigen Braveheart Battle auch unter:
www.androgon.com|Braveheart Battle 2014

Der nächste Brveheart Battle findet 07.03.2015, 11:00 Uhr, statt.
Mehr Infos unter www.braveheartbattle.de

Team androgon wird auch hier wieder mit von der Partie sein.

 

Über den Veranstalter PAS-TEAM Ltd.:
Der Name PAS-TEAM leitet sich von den Begriffen POWER, ACTION und SURVIVAL ab. POWER steht für den Willen, die Kraft und die methodischen Fähigkeiten des Trainerteams, die Ausbildungsinhalte zu vermitteln. ACTION steht für die Inhalte der Trainings, die die Teilnehmer nicht nur an ihre Grenzen, sondern über diese hinaus führen. SURVIVAL steht für das Überleben in und mit der Natur und das Reduzieren der Ausrüstung auf das Wesentliche. Das Angebot des PAS-TEAM umfasst Sicherheitstrainings als Vorbereitung für den Aufenthalt in Krisengebieten, Outdoor Trainings für Erwachsene, Kinder und Jugendliche sowie Team Trainings, die je nach Bedarf individuell zusammengestellt werden. www.pas-team.de

“Tapferkeit (engl. bravery, braveness) ist die menschliche Fähigkeit, als Individuum oder als Gruppe von Gleichgesinnten einer schwierigen Situation furchtlos gegenüberzutreten, meist mit der Überzeugung, für etwas Übergeordnetes zu kämpfen.“

 

Quelle und Bildquelle: androgon men’s magazine | BraveheartBattle Orga

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