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Reebok Spartan Race Germany 1.0

Spartan Race München_0039 [1]Über 4.000 Spartaner bei Deutschland-Premiere

Am 12. April 2014 fiel im Olympiapark München der Startschuss für den Deutschland Feldzug

Team androgon war dabei und belegte zwei Mal eine „Top-Ten-Platzierung“

Nach der erfolgreichen Premiere in Frankreich Ende November erobert die mit 70 Events jährlich und über 500.000 Startern weltweit größte Hindernis-Rennserie weiter Mitteleuropa.

Am 12. April 2014 fiel im Olympiapark München der Startschuss gleich für zwei Formate des ersten Reebok Spartan Race auf deutschem Boden. Die Sprintdistanz „SPARTAN RACE SPRINT“ über ca. 6 km und ca. 15 Hindernissen sowie der längere Lauf „SPARTAN RACE SUPER“ über ca. 12 km und ca. 21 Hindernissen.

Parallel fand auch ein Spartan Race für Kids statt – Kinder ab einem Alter von 4 – 10 Jahren erlebten als „Spartan Juniors“ ebenfalls ein kleines Hindernis-Rennen in der Natur und hatten viel Spaß an den Herausforderungen; genau wie die Großen!

Die Obstacle Race-Community in Deutschland war schon lange sehr gespannt auf das neue amerikanische Format unter den Extremhindernisläufen. Wird es das halten was es in seinen Marketing- und Image-Filmen verspricht und wird es dem deutschen Anspruch an Extremhindernisläufen wie einem Getting Tough Race, einem Braveheart Battle oder einem Strong Man Run gerecht werden?

Das erste Spartan Race fand 2010 in Vermont (USA) statt. Seit dem schreibt diese Serie eine große Erfolgsgeschichte. Die erwartete Teilnehmerzahl von rund einer Million Starterinnen und Startern bei fast 70 Rennen weltweit unterstreicht den Erfolg der Reebok Spartan Race-Serie. In diesem Jahr wird es unter anderem ein weiteres Event in z.B. Köln und viele weitere in den USA, Kanada, Mexiko, Großbritannien, Slowakei, Tschechische Republik, Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Australien und in Südkorea geben.

Team-androgon entschied sich beim „SPARTAN RACE SUPER“ zu starten

Die Distanz über ca. 12 km ist überschaubar und die Hindernisse sind es auch. Keine langen Tauchstrecken bei 0 Grad kaltem Wasser wie beim Tough Guy Race in England, keine Kilometer lange Strecken bergauf und vielen Höhenmeter wie beim Braveheart Battle und keine Killingfields mit einer großen Ansammlung von dicht auf einander folgenden Hindernissen wie bei Getting Tough Race. Der Wettkampf unterschied sich zu den deutschen Formaten durch eine Anzahl von Hindernissen, die etwas mehr Körperspannung und Muskelkraft gegenüber reiner Lauf-Ausdauer von seinen Teilnehmern abverlangte. Hindernisse bzw. Aufgaben wie z.B. Sperrwerfen, einen kleinen Eisenblock ziehen, Seilklettern oder einen Eimer mit Kies füllen und diesen eine Runde tragen, waren auf deutschem Boden bisher (noch) nicht bekannt. Auch handelsüblicher Stacheldraht, der klassisch militärisch unterwunden werden musste, wurde bis dato bei den deutschen Rennen nicht verwendet.

Dennoch waren wir sehr gespannt, fast etwas angespannt, wussten wir bei diesem Event nicht genau was auf uns zukommen würde – weder die genaue Distanz noch die finale Streckenführung wurde vorher bekannt gegeben.

Wir freuten uns jedenfalls und waren wie immer motiviert!

DER WETTKAMPF

Kaiserwetter in München – es war 12:50 Uhr – noch 10 letzte Minuten bis zum Start. Der Moderator heizte die Stimmung an und stellte wiederholt die Frage, die er den Startarten schon den ganzen Vormittag regelmäßig stellte: „Was seid ihr?“ einstimmigen Schlachtruf „Spartaner!“.

Im Olympiapark, um die Start- und Zielzone auf dem Coubertinplatz, säumten sich viele tausend Schaulustige und verfolgten gespannt das Treiben, welches man im Zentrum der bayerischen Metropole so noch nicht kannte. Man hörte im Startbereich sehr oft die englische Sprache. Reisten doch viele eingefleischte Fans dieses Formats von überall aus der Welt an, um ihren Status und ihre Elite Points zu verteidigen.

Die letzten Sekunden vor dem Start

Gleich würde es losgehen; die Gruppe der ersten Starter war relativ klein, vielleicht 40, unter uns auch der amtierende „Tough Guy-Gewinner“ Charles Franzke (Team Getting Tough). Dafür hieß dieser Start-Block auch „Elite Heat“.

Die Schnellsten und Erfahrensten durften zuerst starten, was auch wirklich Sinn ergibt. Denn wer nicht nur ankommen, sondern auch den Sieg anstrebte, der wollte keine unnötigen Wartzeiten an Hindernissen haben, um dort auf Teilnehmer zu treffen, die das Ganze nicht als Wettkampf sehen. Im Anschluss folgten die nächsten Startwellen im 15 Minuten-Takt.

Startschuss

Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Balance und Koordination waren jetzt gefordert. Die erste Gruppe Athleten setzte sich sehr schnell in Bewegung – ob sie alle Wahl-Spartaner werden würden, würde sich heute nicht in der Wahl zum Vollbürger entscheiden, sich sondern in ca. einer Stunde herausstellen.

Mit dem Schlachtruf „Aroo“ ging es los (vorerst geradeaus über eine Brücke unter der wir uns bald bei einer der nächsten Aufgaben wiederfinden würden) und nach ein paar 100 Metern querfeldein hochwärts Richtung Olympiaberg, der vor uns thronte und auf dessen Spitze ein schon von Weiten zu sehendes Hindernis platziert war. Vorher jedoch ging es mehrere Schleifen um den Berg herum und nochmals bergabwärts zum großen „Ententeich“ (Olympiasee). Das Tempo war knackig, was anfangs auch wichtig war, da dies ein Garant für die Vermeidung von Rückstaus an den Hindernissen war; es sein denn, man läuft mehrere Runden beim Strongman Run auf dem Nürburgring.

Wir überquerten nun das erste Mal einen Seitenarm des Olympiasees, indem wir über wacklige, aneinandergereihte blaue Fässer rutschen mussten, danach ging es über ein Reifenfeld weiter zum „Hang-Man“, bei dem man eine gewisse Distanz in der Luft bleiben musste, ohne den Boden zu berühren. Die Stufen der Theatron Seebühne hinaufstürmend erreichten wir wieder den Start- und Zielbereich am Coubertinplatz, auf dem randseits das wohl größte Hindernis des Wettbewerbs aufgebaut war. Ein Stufen-Netz-Hindernis – die Netze gefertigt wie die Takelage eines alten Segelschulschiffs.

Anschließend ging es an einem nicht allzu steilen Hang, allerdings in „niederster Gangart“, unter gespanntem Stacheldraht hoch und wieder runter, weiter entlang am Olympiasee zur bereits oben erwähnten Brücke. Das erste anspruchsvolle Hindernis wartete hier nun auf uns! Ein Seil, mit Knoten als Hilfe, musste aus dem Wasser heraus bis zu einer Glocke (die es zu läuten galt) hochgeklettert werden. Dumm nur, wenn die Glocke schon nicht mehr an ihrem Platz hing, weil sie von Vorgängern heruntergeschlagen wurde und man sich zur nächsten schwingen musste – die erst 30 Sekunden Laufzeit waren verloren….

Nach einem guten Stück Laufstrecke erreichten wir eine problemlos zu überwindende Eskaladierwand, der wiederrum nach kurzer Laufetappe ein freies sandiges Feld folgte, auf dem „große Reifen zum Ziehen“ auf uns warteten. Weiter ging es zurück zum Olympiaberg und dessen gipfelbeflakten Hindernis. Auf dieser Strecke um den Olympiaberg herum verlief sich der zweite Teil des ersten Starfeldes, was hieß: umkehren, zurück zu Kreuzung, neue Spurwahl. Mit 1 Minute mehr im Gepäck schraubten wir uns nun aber richtigen Weges bergauf „on Top“ des Olympiaberges. Anspruch hatten hier die Höhenmeter bis zur Spitze des Berghügels, das Hindernis war zu vernachlässigen. Dem folgend ging es jedoch sofort wieder bergabwärts. Hier begegnete uns plötzlich eine Horde an Läufern – irgendetwas stimmte nicht – liefen wir schon wieder falsch oder waren es die anderen? Um den Berg herum herrschte jetzt Chaos. Die Stecke war nicht eindeutig ausgeschildert, auch fehlten Streckenposten an markanten Punkten. Gott sei Dank waren es die anderen, die nicht richtig gelaufen waren. Wir blieben auf Spur!

Wir erreichten eine große freie Fläche zum Eisenblock ziehen, mussten Sandsacktragen und bahnten uns unseren weiteren Weg an einer abgegrenzten Strecke, die in der niedersten Gangart unter Stacheldraht genommen werden musste. Man konnte an diesem Hindernis sofort die „gedienten“ von den „nicht-gedienten“ Kameraden unterscheiden. Etwas verdreckt ging es zurück in Richtung Olympiasee -wieder an bzw. in einen seiner Seitenarme- diesmal kopfüber durch die Entengrütze. Einige Balken waren im Wasser zu untertauchen, jedoch war das Wasser an diesem sonnigen Tag eher erfrischend als abschreckend. Und auch hier tauchte wieder ein Wettkämpfer mit roten Haaren und freiem Oberkörper zwischen uns auf, der nicht mit uns im ersten Block gestartet war; er war Engländer oder US-Bürger und bestens gelaunt.

Jetzt waren es noch max. 10 Minuten ins Ziel; Bernadt und ich liefen noch immer im Gleichschritt zusammen übers Schlachtfeld. Eine Sand-Eimer-Trageaktion folgte. Dem anschließend erreichte uns das für mich und meine Größe heftigste Hindernis. Es sollte im Entenschritt unter einer Ansammlung von nur 1 Meter hohen Stangen (Kassenabsperrungen) „durchgewatschelt“ werden; das was wohl für die meisten das einfachste Hindernis des ganzen Parcours – mir raubte es richtig Energie. Das Ziehen eines Sandsacks per Flaschenzug fiel mir danach nahezu leicht.

Weiter ging es erneut über eine große Eskaladierwand in das traditionsreiche Olympiastadion hinein und sofort auch schon die Treppen hinunter zum Speerwurf; nicht olympisch sondern spartanisch auf einen mit Strohballen angedeuteten Feind. Bis hierhin gab es für mich und meinen Teampartner keine Strafen; Bernadt, der zweite androgon–Mann im Bunde, war immer noch neben mir. Vor und hinter uns jeweils 2 Mann des Getting Tough Teams, mit denen wir uns gemeinsam schon in unzähligen Wettkämpfen gemessen hatten; so wie auch Ende letzten Jahres bei frostigen Temperaturen in deren veranstalteten dritten Getting Tough Race [18]in Folge.

Jetzt befanden wir uns auch schon in der heißen Endphase und es wurde für die meisten „Krieger“ noch einmal anstrengend. Sandsacktragen, und zwar die Stadien-Treppen vom Stadion-Rasen ganz unten bis zu den Stadium-Tribünen ganz oben (und wieder runter und wieder hoch und wieder und wieder und dann das Ganze noch mal mit zwei Säcken auf einmal). Endlich final Oben angekommen, lachte uns ein Sanitäter bei strahlendem Sonnenschein an und sagte die letzten 200 Meter an; so war es dann auch – noch 1x durch einen mit Wasser und Dreck gefüllten Container, eine nasse Holzschrägwand überwinden und ein letzter Sprung über brennendes Holz – das Ziel mit begeisterten Zuschauern im Zielbereich war erreicht.

Fazit

Es hat großen Spaß gemacht – unsere androgon-Platzierung war auch super, Platz 8 und Platz 10, wir erlitten beide keine Verletzungen, außer den üblichen Blessuren, die Stimmung in Münchner Olympia Park war bei allerschönstem Wetter klasse und ausgelassen! Für die überwiegende Zahl der Starter stand erkennbar der Spaß im Vordergrund statt des Rennergebnisses – teils war dies aber auch notgedrungen so. Das nächste Spartan-Race in Deutschland findet am 28. Juni 2014 in Köln statt. Ende September steigt im Saalbach die Österreich-Premiere. Für das kommende Jahr planen die Veranstalter erneut ein Rennen in München. Ein Termin mit der Olympiapark GmbH ist bislang jedoch noch nicht gefunden. Wir sind gespannt!

Aroo!!

Ergebnisse

SPARTAN SPRINT der Frauen über sechs Kilometer und elf Hindernisse siegte Tough Guy-Gewinnerin Friederike Feil vor Camile Adams aus den USA und Blanka Placzkova aus der Slowakei. Bei den Männern hatte Paul-Ricard-SUPER-Sieger Peter Ziska (SVK) vor dem deutschen Tough Guy Knut Höhler die Nase vorn. Dritter wurde Willer Jacobs aus Deutschland.

Bei dem längeren SPARTAN SUPER-Format gewann die US-Läuferin Camile Adams, die am Morgen schon Platz zwei beim SPARTAN SPRINT gewonnen hatte. Zweite wurde die Tschechin Dana Ferenc vor der deutschen Starterin Claudia Goesche. In einem rein deutschen Finale der Herren siegte Fabian Hirt vor Manuel Jasny. Dritter wurde der amtierende Tough Guy-Gewinner Charles Franzke von Getting Tough e.V. Bestes Team: „Getting Tough CT“, welches mit 6 Top-Läufern an den Start ging. Erste Finisher-Zeit: 01:00:58 sec – Letzte Finisher-Zeit: 03:01:35 sec.

(rz)

 

Weitere Informationen: http://de-de.spartanrace.com/ [31]

Unsere nächster Wettkämpf: Die Viking Heroes Challenge in St. Wendel: http://heroes-challenge.de/ [32]

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Bildquelle: androgon.com