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Dirty Harry

31 Oktober 2010 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Wir stellen vor: Clint Eastwood – Zum 80. Geburtstag der amerikanischen Filmlegende

Wie kein anderer Selfmade-Mann der amerikanischen Filmszene verkörpert Clint Eastwood den Lebenslauf des American Dream, indem er aus armseligen Verhältnissen stammend zu einer außergewöhnlichen Filmkarriere als Western- und Actionheld bis hin zum anspruchsvollen Filmregisseur und Filmproduzenten aufsteigen konnte. Aus Anlass seines im Mai diesen Jahres begangenen 80. Geburtstags wird nachfolgend eine Rückschau an dieses zum Vorbild nicht nur für die Adoleszenz, sondern auch für das fortgeschrittene Mannesalter gewordene Filmidol präsentiert. In dieser Hommage lassen sich noch einmal die Stationen eines außergewöhnlichen Lebens in eindrucksvoller Weise nachvollziehen.

Clint Eastwood kommt am 31.Mai in San Francisco zur Welt und wächst in Kalifornien auf; nach der High School arbeitet er zunächst als Holzfäller und Stahlarbeiter, bis ihn ein befreundeter Kameramann 1951 in Kontakt zu den Universal Studios in Hollywood bringt. Doch nach einigen kleineren Filmrollen wendet er sich von der Traumfabrik ab und sucht sein schauspielerisches Glück im Fernsehen und in Übersee. Den großen Durchbruch erreicht er jedoch erst später als Italowesternheld unter Sergio Leones Regie (beginnend 1964 mit „Für eine Handvoll Dollar“), was auch sein erstes Image prägte, als harten, schroffen, aber trotzdem sympathischen Cowboy. Unter Don Siegel erlangt er mit „Dirty Harry“ als einsamer, fanatischer „Law and Order Man“, den er von 1971 bis 1988 fünfmal verkörperte, nochmals Kultstatus und wird Anfang der 90er Jahre zum populärsten Schauspieler Amerikas.

Ab 1982 begann mit dem melancholischen Abgesang eines todkranken Country-Sängers „Honkytonk-man“ seine zweite Karriere als Produzent und Regisseur. Mehr als 30 Filme hat er seither selbst gedreht und ihn zum großen Storyteller des Films werden lassen. Als Akteur hat Eastwood trotz mancher Glanzleistung es nicht zum Oscar-Preisträger gebracht, als Regisseur dagegen viermal. Allein mit seinem 1992 gedrehten Antiwestern „Erbarmungslos“, in dem er den Abschied vom coolen, harten Schauspielerimage vollzog, brachte ihm drei Oscars ein. Schon dieser erste Film wie auch später „Million Dollar Baby“ von 2005, der den „falschen Kampf“ eines Boxers(w) und seines Trainers (gespielt von Eastwood) um den Erfolg markierte, zerstörten den amerikanischen Traum von der Überwindung aller Widerstände grundlegend. Denn der wahre Kampf – das ist untergründig wirksames Leitmotiv in Clint Eastwoods Regiewerk – muß „gegen die wirklichkeitsverzerrende Machtlosigkeit des amerikanischen Menschenbildes geführt werden“ (Zitat Zeit-online). Damit offenbart Eastwood ein weiteres Phänomen, das auch in den nachfolgenden Filmen „Gran Torino“ von 2009 und „Invictus“ von 2010 zu Tage tritt, dass er auch die schlichten und sogar leisen Töne zu beherrschen vermag. Somit hat er mit seinen jetzt 80 Jahren wohl auch den eigenen künstlerischen Wandel vollzogen, hin zu Altersweisheit und einer halb bitteren, halb mitleidenden Menschenliebe.

(wz)

Quelle: ImageShack

http://www.youtube.com/v/7R2Atsh6hHA

http://www.youtube.com/v/OVtVr_gpOUM

http://www.youtube.com/v/M5-nNYYVsBE

http://www.youtube.com/v/2ldZxQ3Md70

http://www.youtube.com/v/_bXG1KBHqj0

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