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VIVIANE SASSEN. IN AND OUT OF FASHION

19 Mai 2014 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

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VIVIANE SASSEN. IN AND OUT OF FASHION
Seit 17. Mai bis einschl. 17. August 2014 im Fotografie Forum  Frankfurt zu sehen.

Mit ihrem sehr persönlichen und provokativen Stil ist die niederländische Fotografin Viviane Sassen eine der spannendsten Figuren in der zeitgenössischen Fotografie. Ihr eigenständiges Werk als freie Fotografin mit ihren surrealen, farbenfrohen Fotografien aus Afrika wurde 2007 mit dem Prix de Rome ausgezeichnet. Mit ihren Modefotografien hat sie ihren eigenen unverwechselbaren Stil entwickelt, der weit über die Grenzen des Genres hinausgeht.

Vom 17. Mai bis 17. August 2014 stellt das Fotografie Forum Frankfurt in ihrer ersten Überblicksausstellung in Deutschland ihre Modefotografien der letzten 18 Jahre aus.
Die Ausstellung zeigt Bilder, die in freier Assoziation und Kreativität entstehen und an die Komposition von Gemälden und Collagen erinnern. Viviane Sassen hat eine persönliche Bildsprache entwickelt, die zugleich faszinierend und voller Energie ist. Mit einem Hang zum Surrealen und gelegentlich verwirrenden Elementen – ineinander verflochtene Körper, skulpturale Kompositionen und abstrakte Formen – schafft Sassen es, sich von der heute weitgehend kommerziell ausgerichteten einförmigen Modefotografie abzuheben. Im Gegensatz zu ihren freien Arbeiten sind Sassens Modefotografien Auftragsarbeiten, die in enger Zusammenarbeit mit einem Team von Stylisten, Art-Direktoren, Models und Make-up-Artists entstehen. Modefotografie ist für Sassen wie ein Spielplatz, an dem sie schnell und intuitiv arbeiten kann und die Vorteile eines professionellen Teams nutzt, um unbeschwert experimentieren zu können. Sie nennt dies ihr ‚Labor‘. „Wenn Models mit Viviane arbeiten, geben sie sich selbst auf“, sagt Carven Designer Guillaume Henry. „Viviane versucht nicht sie verwundbar zu machen, sie bittet sie nur zu vergessen, dass sie Models sind.“

Die frühen Arbeiten:
Die Sprache von Viviane Sassens Modefotografie entwickelte sich seit dem Jahr 2000 zum Teil in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin Emmeline de Mooij, mit der sie Serien für Magazine, wie Purple, Lila, Re-Magazine und Dazed & Confused produzierte.
Die Ausstellung im Fotografie Forum Frankfurt zeigt die Serie Nudes. Eine Reihe von frühen Nacktaufnahmen von Sassen und De Mooij, die auf einfachen Ideen basieren und überraschende Effekte erzeugen. Die Körper werden Teil einer Skulptur, erweitert durch Objekte und Kleidungsstücke bis sie sich in ein amorphes Gewirr umwandeln. In der Ausstellung werden auch Bilder aus der schon legendären Serie gezeigt, die Sassen 2002 für das Magazin Kutt machte. Es ist eine ironische Anspielung auf eine Werbekampagne für das italienische Modehaus Miu Miu, die Sassen fotografierte. Die Körper der Modelle sind so miteinander verflochten, dass es fast unmöglich scheint, zu sagen, was zu wem gehört. Laut De Mooij hätten sie an dem Projekt „in einer Art Traumwelt“ und in freier Assoziation gearbeitet. Sassen war so stark von dieser Spontaneität beeindruckt, dass ihre Bilder frei von den in der Modewelt herrschenden Codes und Konventionen sind.


Der Kreativität freien Lauf lassen:

In der Ausstellung im Fotografie Forum Frankfurt ist eine neu konzipierte Projektion mit neuen Arbeiten und alten Klassikern zu sehen. Mit dabei ist eine Auswahl von mehr als 300 Fotografien, die für Werbekampagnen der Marken Carven, M-Missoni, Stella McCartney/Adidas und Levi’s sowie für Magazine, wie Pop, Wallpaper, Numéro, AnOther Magazine, Purple, und Dazed & Confused aufgenommen wurden. Die Aufnahmen wechseln von Ort zu Ort, so dass in Frankfurt Aufnahmen projiziert werden, die zuvor noch nicht zu sehen waren.
Die Tatsache, dass Sassens Modeaufnahmen in der Regel in einem freien kreativen Fluss entstehen, ist besonders deutlich in dieser zweiten Gruppe, die den spannenden, experimentellen, kreativen und modernen Charakter der zeitgenössischen Mode widerspiegelt. In diesen Projekten entwickelt Sassen ihre Bildsprache ungehindert weiter. Ihr Umgang mit Formen hat viel gemeinsam mit den Experimenten des Kubismus, Surrealismus und Minimalismus. Sassen schneidet die Gliedmaßen ihrer Modelle aus und setzt sie in den Hintergrund, fügt Farbflächen in ihre Bilder ein, um die Fantasie des Betrachters anzuregen, oder dreht ihre Bilder soweit bis sie von den Zwängen der Schwerkraft befreit zu sein scheinen. Die Ausstellung In and Out of Fashion präsentiert zudem ihre Serie Foreplay, zu der Bilder gehören, die sie kurz vor oder kurz nach einem Shooting aufgenommen hat und ihren fotografischen Prozess dokumentieren. Diese Serie ist durch eine außergewöhnlich schöne Abstraktion gekennzeichnet und zählt zu den faszinierendsten in Viviane Sassens Werk.

Körper und Form:
Sassen arbeitet mit Mitteln, wie helles Sonnenlicht, Schatten, Spiegel und Reflexion, ihre Bilder sind geprägt durch Farben, Formen und Texturen. Die Ausstellung präsentiert hervorragende Beispiele ihrer künstlerischen Handschrift, einschließlich der Zusammenarbeit mit dem niederländischen Topmodel Anna de Rijk und Auszüge aus einer speziellen Serie mit der
französischen Stylistin Roxane Danset. Viviane Sassens spontaner, nicht-kommerzieller und individueller Ansatz lässt ihre
Modefotografien weit über die üblichen Grenzen des Genres hinausgehen. Die Modebranche bietet ihr den Raum für Experimente, eine Fundgrube für Materialien, mit denen sie ihre eigene Bildsprache entwickelt hat. Die Bilder in der Ausstellung zeigen deutlich, dass Sassen mit ihrem Stil die zukünftige Modefotografie beeinflusst.

vivianesassen_31203BIOGRAFIE | VIVIANE SASSEN:
Viviane Sassen (*1972) wurde mit dem Prix de Rome im Jahr 2007 und dem International Center of Photography (ICP) Infinity Award for Applied and Fashion Photography im Jahr 2011 ausgezeichnet. Ihre viel gepriesene autonome Arbeit, die im Gegensatz zu ihren Modeaufnahmen in beschaulicher Isolation und auf weit entfernten Reisen, vor allem in Afrika entstand, ist eindrucksvoll in Publikationen, wie Flamboya (2007), Parasomnia (2011) und Die Son Sien Alles (2012) veröffentlicht worden. Ihre Arbeiten wurden in Museen auf der ganzen Welt ausgestellt, darunter im MoMa in New York, im LACMA in Los Angeles, im FORMA in Mailand, in der Kunsthalle Wien, und an zahlreichen anderen Orten in Frankreich, Australien, Korea, Großbritannien, Deutschland , Südafrika und Nigeria. Viviane Sassen lebt und arbeitet in Amsterdam.

1972 geboren in Amsterdam, Niederlande
1974–77 Sassen lebte mit ihrer Familie in Kenia, wo ihr Vater als Arzt in einer Poliklinik tätig war
1996–97 Master der Bildenden Künste in den Ateliers Arnhem, Niederlande
1992–96 Studium der Fotografie an der Hogeschool voor de Kunsten Utrecht, Niederlande
1990–92 Studium des Modedesigns an der Hogeschool voor de Kunsten Arnhem, Niederlande

 

Weitere Informationen:
Parallel zur Ausstellung ist die gleichnamige Monografie Viviane Sassen: In and Out of Fashion, mit Beiträgen von Nanda van den Berg und Charlotte Cotton erhältlich. Das Hardcover-Buch, erschienen im Prestel Verlag hat 260 Seiten, 250 Farbabbildungen, und einen chronologischen Überblick über fast alle Mode-Serien von Viviane Sassen.
Der Bildband kann für 49,95 € während der Ausstellung erworben werden.

Ort der Ausstellung:
Fotografie Forum Frankfurt | Braubachstraße 30–32 | 60311 Frankfurt am Main
www.fffrankfurt.org

Öffnungszeiten während der Ausstellung:
Dienstag, Donnerstag–Sonntag: 11–18 Uhr
Mittwoch: 11–20 Uhr
Montag geschlossen

 

Quelle und Bildquelle:
Fotografie Forum Frankfurt | www.fffrankfurt.org

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