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Unterhaltsrecht

7 November 2010 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Wir stellen vor: Änderung des Unterhaltsrechts

Ein Beispiel:

Peter R., 44 jähriger Bankangestellter trennte sich nach 20 Jahren Ehe von seiner 42 jährigen Frau Susanne. Susanne hatte ursprünglich als Krankenschwester gearbeitet, aber während der Erziehung der 18 und 16 jährigen Kinder Eva und Jens auf das Ausüben ihres Berufes verzichtet. Von seinen EUR 3000.- Nettogehalt musste Peter jetzt mehr als die Hälfte an Unterhalt bezahlen, was er ursprünglich von einem Anwalt berechnen ließ und dann fleißig weiter zahlte, wie es viele Männer nach Trennung und Scheidung tun. Peter fürchtete weitere Gerichts- und Anwaltskosten, wenn er den Unterhalt gerichtlich regeln lassen würde. Nach Trennung und anschließender Scheidung wollte Peter nach weiteren drei Jahren endlich wissen, wie lange er noch die gesamte Familie allein unterhalten müsse. Besonders interessierte ihn, wie sehr sich seine Exfrau um Arbeit bemühen müsse, da Susanne stets behauptete sie finde keine neue Arbeit in ihrem alten Beruf.

Peter konnte schnell geholfen werden. Gerade das Zahlen von Unterhalt an den ehemaligen Ehegatten ist seit der überfälligen Änderung des Unterhaltsrechts kein unabänderliches Schicksal mehr.

Aufgrund des Alters der Kinder war Susanne spätestens nach der Scheidung gesetzlich verpflichtet sich so schnell wie möglich eine Ganztagsbeschäftigung zu suchen. Sobald die Kinder eingeschult sind, ist nach Vollendung des 14. Lebensjahres des jüngsten Kindes, eine Halbtagstätigkeit obligatorisch und wenn nicht besondere Umstände hinzukommen auch eine Vollzeitbeschäftigung. Der Ehepartner darf auch in seiner Berufswahl nicht allzu wählerisch sein. Zum einen ist er verpflichtet, sich adäquat um einen neuen Job zu bemühen, wobei hier von Seiten des Gerichts im monatlich der Nachweis von geschriebenen Bewerbungen im zweistelligen Bereich gefordert wird. Zum anderen musste sich Susanne, falls sie im Ausgangsberuf tatsächlich keine Beschäftigung fand, um eine andere Arbeit bemühen, z.B. als Sprechstundengehilfin oder ähnliches. Sollte sie dieser Pflicht nicht nachkommen würde ihr das Gericht ein fiktives Einkommen anrechnen, das vom Unterhalt abzuziehen ist. Schließlich hat Susanne noch für eine gewisse Zeit Anspruch auf Aufstockungsunterhalt, wenn ihr durch ihre Berufstätigkeit weniger Geld blieb als Peter. Die Gerichte unterscheiden hier unterschiedlich, aber die Tendenz geht auch bei langjährigen Ehen zu Zeiträumen von etwa fünf Jahren.

In diesem Fall fand Susanne, nachdem Peter den Unterhalt auf anwaltlichen Rat hin in Stufen erheblich gekürzt hatte, dann doch recht schnell eine Vollzeitstelle, in der sie EUR 1600.- netto verdiente. Peter zahlt zunächst noch knapp EUR 1000.- an Unterhalt und auch dieser Betrag wird sich bald weiter vermindern da der Aufstockungsunterhalt ausläuft und auch Susanne bei den Kindern mit unterhaltspflichtig ist, sobald diese das 18. Lebensjahr vollenden. Somit wird es auch für Peter in absehbarer Zeit wieder ein Leben jenseits von Unterhaltszahlungen geben…

(wr)

Weitere Informationen unter:

http://www.recht-nbg.de

kontakt@recht-nbg.de

http://www.sozialleistungen.info/unterhalt/

Quelle: ImageShack Corp

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