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BAD BOYS

21 November 2010 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Wir stellen vor: Bryn Terfel, der große Bassbariton in Baden-Baden

Auf der Tournee des zur Zeit weltweit berühmten Bassbaritons Bryn Terfel machte dieser auch am 12. November diesen Jahres am Festspielhaus von Baden-Baden Station und präsentierte seine „Bad Boys der Oper“-Show einem begeistert mitgehenden Publikum. Wohlwissend, dass die Oper von ihren Helden und von ihren Gegenspielern lebt, denn kein Gutes ohne Böses, keine Liebe ohne Bedrohung, keine Handlung, in der es nicht einen Schurken oder gar Teufel zu besiegen gibt. Was wäre demnach die Oper ohne diese Bad Boys, deren Rollen den besonderen Reiz für unseren Protagonisten darstellen, zumal diese Charaktere mit ihren abgründigen Wesenszügen gerade den tiefen Stimmlagen zugänglich erscheinen.

Bryn Terfel kam in souveräner Pose auf die Bühne, seine Gesten beschränkten sich auf sparsame, aber wirkungsvolle Bewegungen. Mit seiner Mimik konnte er wie von selbst die verschiedenen Bad Boys mit Leben füllen. Zuerst präsentierte er den Dulcamara, zwar nicht mit Bosheit aber großem Spaß. Abrundtief böse, zugleich mit Freude an der Zerstörung, wurde von ihm das „Son lo spirito“ in Boitos Mephistopheles dargeboten; und am Ende das Publikum aufgefordert, sich im grellen Pfeifen mit ihm zu messen.

Der Kasper in Webers Freischütz war durchaus mit dem Diabolo identisch, insbesondere das „Schweig Schweig“ mit einem triumphalen Gestus vorgetragen. In gleicher Dimension und wirklich böse Fähnrich Jagos Credo, dabei äußerlich ruhig, jedoch von außen getrieben. Absolut schaurig, die Geisterstunde „When the Night wind howls“ aus A. Sullivans „Ruddigore.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war das „ Tedeum“ aus Toska. Hier machte sich besonders positiv das begleitende Münchner Rundfunkorchester sowie der Chor der Hochschule für Musik Karlsruhe mit ihren hellen, schlanken, gut einstudierten Stimmen bemerkbar.

In exzellentem Deutsch besang Terfel dann den Genius eines bösen Menschen in der Ballade von Mackie Messer. Zu einer besonderen Lehrstunde in Sachen Ausdruck und Gesang mit bösen Andeutungen und Grimassen wurde das „It ain`t necessarily so“ aus Porgy and Bess.

Mit einer Zugabe aus Les Miserables und dem klingenden Gruß an die Sterne „Stars. There out in the Darkness“ verabschiedete sich Mr. Terfel. Das Publikum war von diesem Bad Boys Abend ausgesprochen begeistert und bedachte den phantastischen Interpreten mit großem Beifall.

http://www.youtube.com/v/QASrYGtAGXo

Nachfolgend das komplette Programm:

Bryn Terfel Bariton

Gareth Jones Dirigent

Chor der Hochschule für Musik Karlsruhe

Münchner Rundfunkorchester

Die Bad Boys der Oper aus Tosca, Sweeney Todd, Faust, Don Giovanni und anderen…

Giuseppe Verdi

Ouvertüre zu “Die Macht des Schicksals”

Gaetano Donizetti

“Udite, udite, o rustici” aus “L’elisir d’Amore”

Arrigo Boito

“Son lo spirito che nega” aus “Mephistopheles”

Carl Maria von Weber

„Schweig, Schweig“ aus „Der Freischutz“

Jaques Offenbach

Ouvertüre zu “Orpheus in der Unterwelt”

„Le veau d’or“ aus  „Faust“

Soldatenchor

Giacomo Puccini

Te Deum aus “Tosca”

Giuseppe Verdi

Credo aus “Otello”

Charles Camille Saint-Saëns

Danse Macabre

Stephen Sondheim

Die Ballade des Sweeney Todd

Kurt Weill

Mack the Knife aus der “Dreigroschenoper“

Arthur Sullivan

“When the night wind howls” aus “Ruddigore”

Wolfgang Amadeus Mozart

Ouvertüre zu “Don Giovanni”

George Gershwin

“It ain’t necessarily so” aus  “Porgy and Bess”

aktuelle CD:

BAD BOYS (CD79610-I20)

Deutsche Grammophon 2009

http://www.deutschegrammophon.com/html/special/terfel-badboys/sites/insights-german.html

(wz)

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