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Frauenquote

27 November 2010 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

Wir stellen vor: Die Frauenquote

Nach der Telekom und der CSU will jetzt auch die Commerzbank „freiwillig“ die Frauenquote einführen.

Wir Fragen uns: Wann kommt die Männerquote? und verweisen auf einen Artikel aus dem Focus vom 23.11.2010.

Frauen im Karriereloch? Selbst schuld!

Warum gibt es so wenige weibliche Vorstandschefs? Wegen der fehlenden Frauenquote? Wohl kaum. Oft liegt´s an der Lebensplanung: Die Alpha-Frau braucht einen Beta-Mann.

Es ist gerade wieder einmal in Mode, das Schicksal der Karrierefrau zu bejammern: Sie ist sehr schlau, extrem fleißig – schafft es aber trotzdem nicht an die Unternehmensspitze. Und das, obwohl sie besser im Job ist, als die meisten ihrer männlichen Kollegen.

Woran mag das nur liegen? Die dem Zeitgeist angepasste Antwort wäre: Schuld sind die bösen Männer, die es niemals zulassen, dass die Kollegin an ihnen vorbeizieht. Und dagegen hilft eben nur Zwang. Sprich: die Frauen-Quote.

Die Realität ist nicht so einfach

Diese Erklärung ist nicht nur feige sondern auch falsch. Wer das Phänomen verstehen will, muss tiefer graben. Woran liegt es also wirklich, dass Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten derart unterrepräsentiert sind? Obwohl inzwischen fast alle deutschen Unternehmen begriffen haben, wie dringend sie gut ausgebildete Frauen in Führungspositionen brauchen?

Grund Nummer eins: Immer noch sind zu wenige Frauen bereit, sich den Stress im Top-Management anzutun. Oder wie Klaus-Peter Müller, Aufsichtsratschef der Commerzbank, im FOCUS-Interview fragt: „Wie viele Frauen stehen heute überhaupt dafür zur Verfügung?“

Müller, gleichzeitig auch Vorsitzender der Regierungskommission für gute Unternehmensführung („Corporate Governance“), würde das nur allzu gern ändern, zitiert aber ein Beispiel aus seinem engeren Bekanntenkreis: „Da gibt es eine hochbegabte Direktorin, die arbeitet 50, 55 Stunden pro Woche. Sagt aber ganz klar: Ich kann nicht in eine 65-, 70-Stunden-Tretmühle.“

Frauen sind toleranter als Männer

Und warum „kann“ sie das nicht? Die Antwort führt zu Grund Nummer zwei: Viele männlichen Ehepartner wollen nicht, dass ihre Frau die meiste Zeit der Woche in dieser 70-Stunden-Tretmühle verbringt. Klaus-Peter Müller: „Es ist leider Fakt, dass eine Frau die Karriere ihres Mannes meistens mit viel mehr Toleranz begleitet als umgekehrt.“

Und warum ist das so? Das zeigt Grund Nummer drei: Die meisten dieser – für die Top-Etage geeigneten – Frauen haben sich leider den falschen Lebenspartner ausgesucht. Zu diesem Schluss kommt Lucy Kellaway, die angesehene Karriere-Expertin der Londoner „Financial Times“, in ihrer aktuellen Kolumne: „Der wichtigste Grund, dass Alpha-Frauen keine Vorstands-Vorsitzenden werden, ist, dass sie den fatalen Fehler begangen haben, einen Alpha-Mann zu heiraten.“ Denn ein solcher Alpha-Mann wird immer zuerst an seine Karriere denken – und kommt meist damit durch.

Expertin Kellaway kann ihre kühne These auch untermauern. Sie hat sich die Liste der 50 globalen Top-Business-Frauen angesehen – darunter die Chefs von Pepsi (Indra Nooyi), Kraft (Irene Rosenfeld) oder Xerox (Ursula Burns). Das erstaunliche Ergebnis: So gut wie alle dieser 50 Frauen sind mit einem Mann verheiratet, der seine Karriere der beruflichen Laufbahn seiner weitaus begabteren Partnerin unterordnet!

Glücklich ist, wer unterstützt

Was also bleibt zu tun? Der erste Rat geht an die karrierebewusste Frau: Sie sollte sich mehr Gedanken darüber machen, wen sie zu ihrem Partner wählt. Am besten jemanden, „der in seiner geistigen Kapazität zu ihr passt, der aber glücklich darüber ist, sie bei ihrem beruflichen Aufstieg unterstützen zu können“(Kellaway).

Und die zweite Lektion gilt uns Männern: Wer das Glück hat, eine solch tolle Partnerin durchs Leben begleiten zu dürfen, sollte selbstverständlich bei seiner eigenen Karriere zurückstecken. Genau dazu scheinen auch – ganz freiwillig – immer mehr Männer bereit zu sein. Sie wissen: So beglückend ist es nun auch wieder nicht, den ganzen Tag mit besserwisserischen männlichen Alpha-Tieren in sinnlosen Konferenzen zu vertun.

Quelle: FOCUS Money,Uli Dönch/ Kostenlos-Fotos.de

http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/frauenquote-frauen-im-karriereloch-selbst-schuld_aid_574633.html

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